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03.09.2003 Radiomuseum mit Wunderlich-Ecke

Klaus Wunderlich-Ecke eingeweiht
Radiomuseum Waldbronn hat damit weitere Attraktion

Bürgermeister Harald Ehrler, W. Kohlhammer und Klaus Wunder-
lichs Witwe an der neu geschaffenen "Wunderlich-Ecke" im Ra-
dio-Museum Waldbronn.


Der Musiker, Komponist und Arrangeur Klaus Wunderlich war in den 60er, 70er
und 80er Jahren einer der erfolgreichsten Solisten in Deutschland. Sein Name war
unzertrennlich mit der ersten elektronischen Orgel, der nach dem gleichnamigen
amerikanischen Hersteller benannten Hammondorgel verbunden. In den Jahren
1972 bis 1980 wohnte Klaus Wunderlich im Waldbronner Ortsteil Reichenbach und produzierte dort im eigenen Studio seine weltbekannten Orgel-Schallplatten.
Klaus Wunderlich wurde 1931 als Sohn eines Polizeibeamten in Chemnitz gebo-
ren. Mit sieben Jahren bekam er sein erstes Klavier. Er begann seine Musiker-
Karriere mit 16 Jahren am Stadttheater in Chemnitz. Doch die leichte Muse war
stärker als die Klassik und so arrangierte und komponierte er für Tanzkapellen und
ging 1951 mit einer Band von Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, in den Westen.
1955 lernte er in einem Musikhaus in Ulm die in Deutschland neu vorgestellte
Hammondorgel kennen. Mit dieser Orgel, die unvorstellbare 384 Millionen Klang-
farben geboten hat, trat er fortan nur noch als Solist auf. Durch den großen Erfolg
war sein Name schon bald untrennbar mit der Hammondorgel verbunden. Jahre
später spielte er im Studio und auf seinen vielen Tourneen und Gastspielen durch
ganz Europa auch Orgeln andere Marken, was ihm seine Fans aber nie ganz ver-
ziehen haben. Ganze Generationen hat Klaus Wunderlich mit seiner unnachahmli-
chen, perfekten Art Orgel zu spielen begeistert. Er war weit über die Grenzen Eu-
ropas hinaus bekannt. Besonders in England hatte er viele Fans und Verehrer die
auch heute noch dankbare Käufer der neu erschienen Wiederveröffentlichungen
sind.
Über vier Jahrzehnte hinweg wurden über 130 LPs und CDs veröffentlicht und da-
von weltweit mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft. Für diese Erfolge wurde er
mit 13 Goldenen Schallplatten und einer Goldenen Musikkassette ausgezeichnet.
Insgesamt gilt die Waldbronner Zeit als seine produktivste Studiophase. Das Stu-
dio in der Albstraße in Waldbronn war bald zu klein, so dass er im Jahr 1980 in der
Heimat seiner Frau in Engen am Bodensee ein neues Haus erstellte und dort bis
zu seinem Tode im Jahre 1997 lebte.
Auf Wunsch der Witwe des Künstlers wurden die wichtigsten Teile seines Studios
wieder an den Ort seiner größten Erfolge zurückgeführt. So kann das Radiomuse-
um Waldbronn, nur einen Steinwurf vom damaligen Wohnsitz entfernt gelegen, mit
der Klaus-Wunderlich-Ecke einen der berühmtesten Bürger Waldbronns ehren.
Eingeweiht wurde sie nun im Rahmen des VHS-Backfestes. Dazu waren die Witwe
von Klaus Wunderlich vom Bodensee in die alte Heimat gereist. Auch sein Mana-
ger W. Kohlhammer ließ es sich nicht nehmen, an diesem Tag nach Waldbronn zu
kommen. Bürgermeister Harald Ehrler bedankte sich bei der Witwe von Klaus
Wunderlich für die Spende und setzte gemeinsam mit ihr die Acht-Spur-Maschine
in Gang, mit der Klaus Wunderlich seine Titel erstellte. Über Mikrofon wurde die
auch heute noch durch ihren Swing und Drive lebendige Musik Klaus Wunderlichs
in den Hof des Kulturtreff übertragen. Und dass Klaus Wunderlich und seine Musik
auch heute noch aktuelle sind, belegt die Tatsache, dass Klaus Wunderlich auch
nach seinem überraschenden Tod im Jahre 1997 als der weltweit bedeutendste
Interpret an der elektronischen Orgel gilt. Nicht nur viele namhafte Organisten ver-
suchen im Stil von Klaus Wunderlich zu spielen, schon bald sollen Orgeln mit fes-
ten Programmierungen im "Klaus-Wunderlich-Sound" erhältlich sein.

In der Frühzeit des Rundfunks mussten Antennen abends geerdet
werden. Dazu legte der Hörer einen Schalter um, wie es jetzt
auch im Radiomuseum gezeigt wird.

Aber noch eine weitere, eher unauffällige Attraktion hat das Radiomuseum. Sen-
dungen des Rundfunks endeten bis weit in die 30er Jahre hinein mit dem Hinweis:
" Verehrte Hörer, wir beenden unser Programm und wünschen Ihnen eine gute
Nacht. Bitte vergessen Sie nicht, die Antenne zu erden!" Ein solcher Erdungsschal-
ter ist jetzt auch im Radiomuseum zu sehen und in Funktion zu erleben. Dazu hat
das Museumsteam in Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Gemeinde eine Anten-
ne über die Durchfahrt zwischen Radiomuseum und dem benachbarten VHS-Haus
gespannt, ganz originalgetreu, wie es früher war und vor allem: voll funktionstüch-
tig wie alle Geräte im Museum.

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