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26.06.2003 Die lokale Agenda lebt

Die Lokale Agenda in Waldbronn lebt
Oder: Was hat die Lokale Agenda 21 mit dem Ohrwurm zu tun?

Beim Bestimmen von Pflanzen mit Umweltberaterin Isa Weinerth.

Dass die Umsetzung des im Gemeindeentwicklungsprozess erarbeiteten Leitbildes
eigentlich ganz einfach ist und auch nicht viel kosten muss, beweist ein Schulprojekt
zur Naturerfahrung für Kinder im Grundschulalter, das in Zusammenarbeit von
BUND und der Umweltberatung der Gemeinde Waldbronn eine Schulklasse über 4
Jahre hinweg begleiten soll.
Die Kinder der Klasse 1b der Albert-Schweitzer-Schule hatten sich schon lange darauf gefreut: Die Unterrichtsstunden draußen zu verbringen war doch sehr verlockend. Und dass man dabei auch noch etwas lernen und viel Spaß haben kann, das zeigte das Konzept der BUND-Ortsgruppe Karlsbad/Waldbronn in dem "naturkundliche Inhalte des Heimat- und Sachkundeunterrichtes vertieft und emotionale Beziehungen der Schüler zur traditionellen Streuobstwiese hergestellt werden sollen".
Unter der Leitung von Dr. Karola Keitel galt es zunächst, sich die Unterschiede der
verschiedenen Obstbäume anhand von Farbe und Form der Blüten und Blätter, der
Silhouette und der Rinde einzuprägen. Und so manches Kind erwies sich dabei als
begeisterter Experte, das sein Wissen im Verlauf der Exkursion immer wieder anwenden konnte.

Gespannt lauschen die Erstklässler den Erklärungen von Dr. Ka-
rola Keitel.

Nach einer kleinen Vesperpause und der Geschichte über die Erlebnisse der sehr
gegensätzlichen Freunde Spitzwegerich und Breitwegerich, deren Heilkräfte gleich
in Form von Bonbons getestet werden konnten, ging es auf die Jagd.
Bewaffnet mit Becherlupen wurde eine Vielzahl von kleinen "Krabbeltierchen" bestaunt, bestimmt und anschließend wieder frei gelassen. Hauptattraktion war dabei ein beeindruckend großer Nashornkäfer bei dem die Kinder keine Berührungsängste zeigten. Auch bei dem Sauerampfer machte der Forscherdrang nicht halt, mit Begeisterung wurde er gekostet.
Schon im nächsten Monat ging es weiter: Mit Spannung lauschten die Kinder den
Erklärungen über das Leben der Wildbienen und deren Bedeutung im Ökosystem
der Streuobstwiesen. In einem Wildbienenhaus mit Glasröhren konnten die "Kinderstuben" der Larven bestaunt werden.
Weitere lebendige Gäste waren die Ohrwürmer. Auch über deren Lebensweise gab es viel Interessantes zu erfahren. Und dann wurden die neuen Erkenntnisse auch gleich in die Tat umgesetzt: Mit viel Eifer wurden Nist- und Schlafmöglichkeiten für diese beiden Insektenarten gebastelt. Die mit Holzwolle ausgestopften Blumentöpfchen durften die Kinder mit nach Hause nehmen, sie dienen nun den Ohrwürmern als Unterschlupf. Und dass es im heimischen Garten davon genügend gibt, konnten so manche Eltern staunend von ihren Kindern lernen.
So findet das Agenda21-Schulprojekt in regelmäßigen Abständen mit jahreszeitlich
angepassten Themen schon bald seine Fortsetzung.

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