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01.06.2003 35 Jahre Partnerschaft mit Esternay

Einen Baum zu pflanzen ist Werk des Glaubens
35 Jahre Partnerschaft mit Esternay gefeiert

Einen Gingko, einen Lebensbaum, als Symbol für ein langes Leben schenkte Waldbronn zum Geburtstag. Bürgermeister Harald Ehrler gab dem Lebensbaum den ersten Eimer Wasser und wünschte, dass Partnerschaft und Lebensbaum blühen und gedeihen.

Unsere französische Partnergemeinde Esternay war am Himmelfahrtswochenende
Ziel einer großen Abordnung aus Waldbronn. Bürgermeister Harald Ehrler war mit
Mitgliedern des Gemeinderats, des Partnerschaftskomitees und zahlreichen Akti-
ven des TSV Etzenrot um den Vereinsvorsitzenden Reinhard Müller in die Cham-
pagne gefahren, um den 35. Geburtstag der Verschwisterung zu feiern. Altbürger-
meister und Ehrenbürger Martin Altenbach mit seiner Gattin vervollständigten die
Delegation.

Die derzeit in den Komitees für die Partnerschaft Verantwortli-
chen (v.li.) Rainer Lange, Louis Buyck, Natalie Fouquet, Lilia-
ne Buyck, James Fouquet (derzeitiger Vorsitzender des Esternay-
er Partnerschaftskomitees) und Florence Lange.

Beider Ankunft am Freitagabend von ihren Gastgebern herzlich begrüßt wartete
auf die Waldbronner Gäste ein umfangreiches Festprogramm. Das Abendessen in
der Gastfamilie war für die Einen der erste direkte Kontakt mit französischer Le-
bensart, für andere, die schon des öfteren dort zu Besuch waren, ein freudiges
Wiedersehen mit alten Bekannten und Freunden. Ob es die Scheu vor der noch
etwas fremden Umgebung war, die vorwiegend die Jüngeren und Junggebliebenen
ins "Café des Sports" trieb, wo der Wirt eigens eine Live-Band engagiert hatte, die
bis in den frühen Morgen aufspielte? Jedenfalls fühlten sich die Waldbronner bei
soviel Gastfreundschaft verpflichtet, sich mit eigenen Liedbeiträgen zu revanchie-
ren.

Eine verstärkte Auswahl des TSV Etzenrot unterlag USS Esternay
ziemlich glatt mit 6:3, obwohl der erst zehnjährige Philipp An-
derer (sitzend 2. v.li.) zwei Treffer für Etzenrot beisteuerte.

Die Tatsache, dass dadurch die Nachtruhe ziemlich kurz ausfiel, war aber neben
der warmen Witterung, dem großen, taufeuchten Platz, dem schweren Ball, dem
erfahreneren Gegenspieler ... und überhaupt ... sicher mit verantwortlich dafür,
dass beim ersten Programmpunkt des folgenden Samstagmorgens: Fußballspiel
zwischen einer Auswahl des TSV Etzenrot und der gastgebenden USS Esternay,
die Ausgeschlafeneren relativ deutlich mit 6:3 Toren die Oberhand behielten. Und
dies, obwohl mit Philipp Anderer (10 Jahre) der erfolgreichste Torschütze der Be-
gegnung mit zwei Treffern auf Seiten der Gäste stand.

Waldbronns Komiteevorsitzender Rainer Lange bei seinen Grußwor-
ten, links die beiden Bürgermeister Patrice Valentin und Harald
Ehrler, rechts die Altbürgernmeister Martin Altenbach und Phi-
lippe Lemaire.

Parallel dazu wurde auf dem Marktplatz der alljährliche "Marché du Terroir", ein
Markt regionaler Produkte abgehalten, bei dem das Etzenroter Partnerschaftskomi-
tee mit einem Stand vertreten war. Neben Vollkornbrot, Brötchen und selbstgeba-
ckener Linzertorte, immer wieder ein Erfolg, rundete begehrtes deutsches Fla-
schenbier das Angebot ab.
Der Waldbronner Stand war dann auch nach dem Fußballspiel Treffpunkt für alle.
Der TSV Etzenrot hatte zu einem Umtrunk geladen. Mit Fassbier, Brezeln, im Roh-
zustand tiefgefroren mitgebracht und vom örtlichen Bäcker fachgerecht ausgeba-
cken und zu Recht hochgelobten Griebenwürstchen wurde der Vormittag beschlos-
sen.
Der Nachmittag stand dann bei weiterhin strahlendem Sonnenschein und hoch-
sommerlichen Temperaturen ganz im Zeichen der Geburtstagsfeierlichkeiten. Als
erstes war von den Offiziellen vor der Festhalle ein Baum zu pflanzen. Als Gastge-
schenk der Waldbronner soll ein Gingko (Lebensbaum) die Langlebigkeit der Ver-
bindung symbolisieren. Dies verdeutlicht auch die Inschrift, eingraviert in eine Me-
talltafel, die neben dem Baum auf einem kleinen Block aus rotem Waldbronner
Sandstein befestigt ist: "Einen Baum pflanzen, das ist ein Werk des Glaubens an
die Erde; ein Werk der Hoffnung auf die Zukunft; ein Werk der Nächstenliebe ge-
genüber zukünftigen Generationen, die sich seines Schattens erfreuen, wenn wir
selbst nicht mehr sein werden."(Louis Mercier).
Die Feier wurde begleitet von der Blaskapelle der "Harmonie Starnacienne" und
der neu gegründeten Chorgruppe, die mit ihren Beiträgen die Feier stilvoll umrahm-
ten. Daneben sorgten Tänze der Kindergartenkinder und der "Groupe folklorique"
für die Auflockerung der Veranstaltung und Kurzweil bei den zahlreich erschiene-
nen Zuschauern.
Die beiden Bürgermeister gingen in ihren Ansprachen auf die Anfänge dieser Ver-
bindung ein und stellten fest, dass die in der Partnerschafts-Charta vom 21. und
22. September 1968 feierlich beurkundeten Ziele mit Nachdruck verfolgt und in vol-
lem Umfang verwirklicht wurden. Beschlossen wurde der offizielle Teil mit einem
Champagner-Umtrunk, der im angenehmen Schatten der Festhalle zu deutsch-
französischen Kanongesängen aus der Schulzeit („Bruder Jakob...", „Der Hahn ist
tot.." usw.) animierte. Daran schloss sich nahtlos das gemeinsame Abendessen an,
gefolgt von Tanz bis in den frühen Sonntagmorgen.
Der Sonntagvormittag bot je nach Anspruch oder Fitness diverse Betätigungsmög-
lichkeiten: Die Frühaufsteher konnten sich an einer Wanderung der FREPE, dem
Freizeit-, Sport- und Kulturkreis im ländlichen Raum Esternay beteiligen. Wer et-
was später in die Gänge oder aus den Federn kam, hatte immer noch die Gelegen-
heit zu einem schweißtreibenden Ausflug mit dem "Velo-rail", einem Schienen-
Fahrrad. Wieder andere nutzten das Angebot, die an diesem Tag zu Ende gehen-
de Ausstellung Waldbronner Maler im Kultur-Bahnhof zu besuchen oder aber ganz
entspannt mit ihren neuen oder alten Freunden und Bekannten einen Aperitif zu
nehmen. Einige Delegationsmitglieder besuchten die Sonntagsmesse und machten
Pfarrer Raymond Loiseau ihre Aufwartung. Letzterer feiert Ende Juni sein diaman-
tenes Priesterjubiläum. Alle trafen sich dann wieder beim Picknick am Sportplatz,
wo die letzten Stunden des Festwochenendes bei kalten Platten und diesmal fran-
zösischem Fassbier ausklangen. Dann hieß es Abschied nehmen, was nicht ohne
die eine oder andere Träne abging. Doch das Versprechen auf ein Wiedersehen in
diesem oder im nächsten Jahr linderte etwaigen Trennungsschmerz. Voll des Lo-
bes ob der wieder einmal überwältigenden Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die
jedem Einzelnen während dieser drei Tage entgegenschlug, traf die Waldbronner
Reisegesellschaft am späten Sonntagabend wohlbehalten zu Hause ein.

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