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25.05.2003 Kirchenkonzert in Reichenbach

Musik aus vier Epochen erklang
Kirchenkonzert war gelungener Auftakt zum 80. Geburtstag

Erstmals gemeinsam gaben der Musikverein "Lyra" Reichenbach und
der katholische Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot ein Konzert in
der Pfarrkirche St. Wendelin.

80 Jahre wird in diesem Jahr der Musikverein "Lyra" Reichenbach alt. Dies war der
Anlass ein Kirchenkonzert zu planen, in das auch der Kirchenchor Reichenbach-
Etzenrot mit eingebunden wurde. Und so ergab sich eine seltene, aber durchaus
reizvolle Kombination von Chor und großem Blasorchester, im Falle der "Lyra" mit
über 50 Musikern. Die zahlreichen Zuhörer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen,
dann das Programm und die Ausführung standen musikalisch auf einem hohen Ni-
veau.
Pfarrer Joachim Greulich erinnerte in seinen einleitenden Grußworten an das 80-
jährige Bestehen des Musikvereins und begrüßte unter den Zuhörern namentlich
Bürgermeister Harald Ehrler, Musikschulleiter Armin Bitterwolf, Rektor Peter Hepperle sowie Pfarrerin Bettina Roller. Ein solches gemeinsames Konzert sei bisher nicht Praxis gewesen, so Pfarrer Greulich, er hoffe aber auf eine Wiederholung. Günter Geisert, erster Vorsitzender des Musikverein "Lyra" Reichenbach, machte zum Schluss nochmals deutlich, dass der Reinerlös an den Kindergarten St. Elisabeth und die Sozialstation Albtal geht. Es sei das dritte Kirchenkonzert und solle im Fünf-
jahres-Rhythmus weitergeführt werden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hubert Kuderer dankte den Musikern für das Konzert und für die Spende zugunsten von Kindergarten und Sozialstation. Durch das Programm des Konzerts führte Dr. Dieter Bertelmann.
Es ist für ein Blasorchester nicht ganz einfach, mit der Akustik eines Kirchenraums
zurecht zu kommen. Durch ein weitgehend ruhiges Musizieren gelang es Gernot
Franz hervorragend, den Nachhall im Kircheraum nicht nur auszublenden, sondern
für das Musizieren des Blasorchesters geradezu zu nutzen. Das zeigte sich bereits
im einleitenden "Altböhmischen Hl.-Wenzel-Choral" mit seinen ständigen Taktwech-
seln und dem wechselnden Einsatz der einzelnen Instrumentengruppen. Bereits mit
diesem Stück setzten Gernot Franz und seine Musiker einen Maßstab für den restli-
chen Abend.
In Johann Sebastian Bachs Choral "Jesus meine Freude" waren erstmalig an die-
sem Abend Kirchenchor und Blasorchester zum gemeinsamen Musizieren vereint.
Die Klarinetten zeichneten die Bachschen Melodienbögen dieses Chorals eindrück-
lich, bis dann der Chor die Melodieführung übernahm und das Blasorchester ihm ei-
ne aufmerksamer Begleiter war. "Panis Angelicus" von César Frank, bei dem Gernot Franz und das Blasorchester durch den ruhigen Melodienfluss beeindruckten.
Die Werke vier englischer Komponisten des 18. Jahrhunderts hatte Albert Loritz zu
einer Suite zusammengestellt. Wuchtig kam das einleitende "Prelude" von John
Worgan daher, während das "Allegro" nach Thomas Thoreley mit heiterem, transpa-
rentem Klangcharakter daherkam. Viel dunkler und schwermütiger in der Grund-
stimmung war das "Largo" nach John Travers gehalten. Beim "Trumpet Final" von
William Goodwin überzeugte das Trompetenregister der "Lyra" mit hellem, schmet-
ternden, aber jederzeit kontrolliertem Klang. Das Bachsche "Arioso" war von Jakob
de Haan stilgerecht für Blasorchester bearbeitet und überzeugte durch seinen ruhi-
gen Duktus.
"Choral and Rock-Out" des Holländers Ted Huggens lebte vom Kontrast der unter-
schiedlichen Taktarten von Holz- und Blechbläsern und mündete beim Rock-out in
eine sich dynamisch steigernde Melodie mit Swingcharakter. "The Power of Love"
liegt ein bekannter Popsong zugrunde.
Der Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot, an diesem Abend unter der Leitung von Willi Becker, überbrachte musikalisch "irische Segenswünsche". Filmmusik stand dann als nächstes auf dem Programm. Chor und Blasorchester gemeinsam brachten mit dem Vangelis-Hit aus "The Conquest of Paradise" ein wirkungsvolles Stück Musik, bekannt aus dem gleichnamigen Film, aber auch von den Boxkämpfen Henri
Maskes. Bei "Imagine", einem John Lennon-Titel, überzeugten Jens Timm am Flü-
gelhorn und Eugen Endres mit dem Saxophon. Eine Liebeserklärung an die Blasmu-
sik hatte Kees Vlak mit "My secret lovesong" geschrieben, bei dem Florian Baral das Flügelhornsolo einfühlsam und weich spielte.
"Dona Nobis Pacem", geschrieben von einem englischen Komponisten und von Ted
Huggens bearbeitet setzte den Schlusspunkt unter ein mehr als gelungenes Kon-
zert. Die Solotrompeten spielten hier mit Siegmund und Martin Schwab Vater und
Sohn. Der Beifall, nach den einzelnen Darbietungen schon reichlich gespendet,
steigerte sich beim Schlussapplaus, so dass die Mitwirkenden um eine Zugabe nicht
herumkamen. So erklang nochmals "The Conquest of Paradise".

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