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15.04.2003 Martin Altenbach 70 Jahre

"Ein politisches Urgestein feiert Geburtstag"
Empfang der Gemeinde für Ehrenbürger Martin Altenbach

Die Fahne 50 Jahre Baden-Württemberg überreichte beim Geburtstagsempfang für Martin Altenbach (links) Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle im Beisein von Landrat Claus Kretz (rechts) und Bürgermeister Harald Ehrler.

Wenn ein Ehrenbürger 70 Jahre alt wird, wenn dieser Ehrenbürger noch dazu 13
Jahre Bürgermeister in Waldbronn und mehr als 30 Jahre im Gemeinderat aktiv war, dann hat es schon seine Berechtigung, zu einem Geburtstagsempfang durch die Gemeinde ins Rathaus einzuladen. Dass der Jubilar Martin Altenbach nichts von
seiner Popularität eingebüßt hat, ließ sich an Zahl und Art der Gäste ablesen. Außer
vielen Waldbronnern aus Kommunalpolitik, Vereinen und persönlichen Freunden
waren von außerhalb Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle und Landrat Claus
Kretz gekommen. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang durch ein Ensemble der Musikschule Waldbronn mit Musikschulleiter Armin Bitterwolf und den Lehrkräften Kathrin Kümmel, Toni Reichl und Stefan Rupp.
"Ein politisches Urgestein feiert Geburtstag", stellte Bürgermeister Harald Ehrler
fest. Dies biete Gelegenheit, Person und Leben des "vielseitigen Menschen" Martin
Altenbach zu würdigen. Er freute sich, zu diesem Empfang Regierungspräsidentin
Gerlinde Hämmerle und erstmals im neuen Waldbronner Rathaus auch Landrat
Claus Kretz begrüßen zu können. Man habe lange überlegt, ob beim Empfang des
bekennenden Badeners Martin Altenbach die Fahne "50 Jahre Baden-Württemberg" passe. Altenbach allerdings habe dann selbst entschieden, dass er mit dieser Verleihung keine Probleme habe. Ehrler outete sich bei dieser Gelegenheit als "bekennender Baden-Württemberger", der aber seine Herkunft als Badener in Baden-Württemberg und im Herzen Europas nicht verleugne.
Martin Altenbach
und seine Frau Erna.
In persönlich gehaltenen Worten gratulierte die Regierungspräsidentin: "Wir beide gehören zu der Partei, die von Todessehnsucht geplagt sich wieder einmal wie die Lemminge verhält!, spielte sie auch auf politische Gemeinsamkeiten an. Das Land Baden-Württemberg lebe von seinen Kommunen mit ihrer aktiven Bürgerschaft. In schwieriger finanzieller Situation bewundere sie die Bürgermeister, die einfallsreich etwas auf den Weg bringen, zumal sie vom Volk gewählt mit ihren Gemeinderäten
den Auftrag haben, ihre Gemeinden voranzubringen. Waldbronn, lobte die Regie-
rungspräsidentin, sei im Kreis der Baden-Württembergischen Kommunen "eine schöne und bedeutende Gemeinde". Danach assistiert vom Landrat und dem vormaligen Waldbronner Bürgermeister Altenbach die Fahne "50 Jahre Baden-Württemberg" an Bürgermeister Harald Ehrler.
Danach begann der eigentliche Geburtstagsempfang für Martin Altenbach, den Bür-
germeister Harald Ehrler mit einer Begrüßung der Gäste anhand des Wirkungskrei-
ses des Jubilars einleitete. Altenbach sei zu Recht Ehrenbürger von Waldbronn.
Welche Stellung er sich in der Region erworben habe, zeige die große Zahl aktiver
und ehemaliger Bürgermeister der Nachbargemeinden, die zu seinem Geburtstags-
empfang gekommen waren. Altenbach habe zeitlebens auch über den Tellerrand
hinausgeblickt. Zeichen dafür sei, dass mit dem ihm auch freundschaftlich verbun-
denen Charles Kugler aus Lembach der Vorsitzende der Gebietsgemeinschaft "Vis a Vis" gekommen sei.

Beim Geburtstagsempfang für Ehrenbürger Martin Altenbach
(v.li.): Charles Kugler aus Lembach, Verkehrsdirektor i.R.
Pflaum aus Karlsruhe, Erna Altenbach, Martin Altenbach, Prof. Robert Mürb,
Gemein-erätin Marianne Müller.

Dass Martin Altenbach auch Vereinsmensch war, zeige sich an der großen Zahl von Vereinsvorständen bei diesem Empfang. Neben den Amtsleitern aus dem Rathaus
seien auch Repräsentanten der Kurverwaltung, der Musikschule und der Volkshochschule ebenso vertreten wie Selbständige und Geschäftsleute und nicht zuletzt die Raiffeisenbank, bei der Altenbach lange Jahre im Aufsichtsrat saß.
Die Verdienste Martin Altenbachs würdigte Helmut Völkle, mit ihm lange Jahre in der kommunalpolitischen Arbeit verbunden und während der gesamten Bürgermeisterjahre Altenbachs auch erster Bürgermeisterstellvertreter. Obwohl als Ettlinger Dohlenahze geboren habe sich Altenbach zu einem echten Waldbronner entwickelt.
1962 begann er seine Tätigkeit bei der Stadt Ettlingen, die er 1988 als Stadtinspek-
tor verließ, um nach seiner Wahl auf den Stuhl des Waldbronner Bürgermeisters zu
wechseln. Völkle erinnerte dabei an Lehrmeister und politische Vorbilder Altenbachs wie die ehemaligen Oberbürgermeister Hugo Rimmelspacher und Dr. Erwin Vetter.
Parallel zu dieser Tätigkeit hat Martin Altenbach eine Reihe von Ehrenämtern be-
kleidet, so war er zehn Jahre Schatzmeister des Badischen Fußballverbandes, ge-
nau so lange zweiter Vorsitzender des FC Busenbach, 32 Jahre Gemeinderat, erst
in Busenbach, dann in Waldbronn, genau so lange gehörte er dem Kreistag an, da-
von zehn Jahre als SPD-Fraktionsvorsitzender und Stellvertreter des Landrats.
In seine 13 Jahre Bürgermeister fiel die Anerkennung Waldbronns als "Ort mit Heil-
quellen-Kurbetrieb", die Neuanlage des Freibads, Neubau und Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule, die Erneuerung des Rathauses, was ihm auch den durchaus anerkennend gemeinten Titel "Sanierungsbürgermeister" einbrachte. Viel habe Altenbach auch getan für das Zusammenwachsen der drei ehemaligen Dörfer Busenbach, Etzenrot und Reichenbach zum heutigen Waldbronn. Altenbach habe seine Tätigkeit nie als Job, sondern als Lebenserfüllung verstanden. "Ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele, der mit Geschick, oft listenreich aber stets fair mit seinen Partnern verhandelte." Der Jubilar sei bis zum heutigen Tag ein Mann des Volkes geblieben, der trotz Bundesverdienstkreuz und Ehrenbürgerwürde nicht abhob und heute mit Genugtuung auf das von ihm Geschaffene zurückblicken kann.
Landrat Claus Kretz lobte Altenbach als einen Mann, der Zugang zu den Menschen finde. Mit ihm ließen sich Probleme des Landkreises umfänglich und fair diskutieren. So hoffte der Landrat, dass der Landkreis noch viele Jahre auf Martin Altenbach als Kreisrat bauen kann. "Dass Ettlingen so schön wurde, ist ein Stück der Arbeit Martin Altenbachs zu danken", stellte Ettlingens ehemaliger Oberbürgermeister  MdL Dr. Erwin Vetter im Beisein des jetzigen OB Josef Offele fest. Martin Altenbach habe sich immer gute Nachbarschaft zum Ziel gesetzt und sei als Leiter der Stadtbau GmbH jederzeit loyal gewesen.
Für die Waldbronner SPD sprach Ortsvorsitzende Marianne Müller Grußworte. Martin Altenbach gehöre der Partei seit 1956 an. Für die "Landesvereinigung Badener in Europa" gratulierte Vorsitzender Prof. Robert Mürb seinem Stellvertreter zum Geburtstag. In diesem Gremium liege ihm besonders die Deutsch-Französische Freundschaft am Herzen.
Das Schlusswort gehörte dann dem Jubilar, der nach all dem Gesagten trocken be-
kannte, seine Frau habe Recht gehabt mit ihrer Aussage: "Du warst ja nie daheim!"
In oft anekdotischer Form sprach Waldbronns Ehrenbürger viele der Anwesenden
an, um schlussendlich festzustellen: "Der Weg war nicht so sehr Mühsal, es war
auch schön, vor allem in der Kommunalpolitik!"
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