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14.04.2003 Waldrand beim Sonnenweg

Sicherung am Waldrand in Etzenrot
Bäume mit Stockfäule oder Übergröße geschlagen

Vor Ort überzeugte sich Bürgermeister Harald Ehrler (Mitte) ge-
meinsam mit Forstdirektor Hermann Schäfer und Revierförster Ha-
rald Mohr (rechts) von der Situation am Etzenroter Waldrand.
Vor allem die Stockfäule der Robinien (kleines Bild) war hier
gut zu erkennen.

Heftige Proteste bis hin zur Beschimpfung von Waldarbeitern und Forstbeamten
durch einige Anwohner hatten die Hiebsarbeiten am südlichen Sonnenweg in Etzen-
rot ausgelöst. Vorangegangen waren allerdings Hinweise von Anwohnern eben des
Sonnenwegs, die auf stark überhängende Äste der teilweise sehr großen Bäume
hinwiesen. Revierförster Harald Mohr machte daraufhin mit Forstdirektor Hermann
Schäfer eine Begehung in diesem Gebiet, um die durchzuführenden Maßnahmen
abzusprechen.
Vor Ort stellte sich ihnen folgende Situation dar: Eine große Zahl von Bäumen war in Richtung der angrenzenden Gärten gewachsen, viele Äste ragten über den Weg
hinweg in die Gärten hinein. Rechtlich haben die Angrenzer einen Anspruch auf Be-
seitigung dieses Überwuchses. Manche fordern dies auch ein, andere wiederum to-
lerieren diese Situation. Klar ist aber, wenn von einem solchen Baum Schäden an
einem angrenzenden Gebäude, und hier stehen einige Gartenhäuschen unmittelbar
am Wegrand, muss die Gemeinde als Waldbesitzer für diese Schäden gerade ste-
hen.
Ein Zweites kam hinzu: Einige Bäume, vor allem die Robinien, waren stockfaul. Be-
troffen waren aber auch Eichen und Buchen. Diese Stockfäule erhöht die Gefahr,
dass diese Bäume bei Wind umstürzen. Bei einem umgestürzten Randbaum wurden
auch abgefaulte Wurzeln festgestellt. Mehrere große Bäume standen zudem zu
dicht beieinander oder waren sogar in Richtung der Gärten gewachsen.
Ein dritter Problemfall war eine Douglasie, die mit gut 40 m Höhe größer gewachsen
war als der gesetzlich vorgeschriebene Waldabstand zu den angrenzenden Häu-
sern. Sie stellte deshalb ein Risikofaktor dar und konnte nicht belassen werden.
Beim Vor-Ort-Gespräch mit Bürgermeister Harald Ehrler erläuterten die Forstleute
auch die Anforderungen an einen Waldrand. Stabilität werde am ehesten gewähr-
leistet durch großkronige Einzelbäume mit einem ausgedehnten Wurzelraum. Tief-
wurzler sind wie die Eiche sind hier besser geeignet als Flachwurzler, zu denen die
Fichte gehört. Auch sollte ein Waldrand nicht dicht geschlossen sei wie ein Mantel,
sondern stufig aufgebaut. Vor oder unter den hohen Bäumen finden dann heimische
Sträucher wie Holunder, Hasel, Schlehe oder Weißdorn ihren Lebensraum.
Einig war man sich bei dem Termin, dass bei den Arbeiten nur soweit Bäume gefällt
wurden, wie es unumgänglich nötig war. Dazu mussten auch einige Bäume geschla-
gen werden, um Rückgassen zu schaffen oder einen Freiraum, in den ein großer
Baum fallen kann. Dadurch wurden die Holzarbeiten überhaupt erst möglich.
Durch die Holzarbeiten sieht der Wald im Augenblick "etwas unaufgeräumt" aus.
Hier, so Revierförster Mohr, ist in den nächsten Monaten ein großes Betätigungsfeld
für Schlagraum-Interessenten, die sich bei ihm oder auf dem Rathaus melden kön-
nen. Danach, so der Ausblick von Hermann Schäfer, setze man einerseits auf die
Naturverjüngung, vor allem der Ahorn wird hier nachwachsen, in bestimmten Streifen sollen aber auch Eichen neu gepflanzt werden.

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