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23.02.2003 Reichenbacher Frauenfasnacht

Eine schwierige Geburt, wenn ein Fahrrad fahrrädelt
Frauenfasnacht an drei Abenden in Reichenbach

Was tun, wenn ein Fahrrad "fahrrädelt"???

Kind und Kegel aufgepasst – d' Fraue feiere Fasenacht", so das diesjährige Motto
der schon langsam zum Kult gewordenen Reichenbacher Frauenfastnacht, die seit
mehr als 20 Jahren von der katholischen Frauengemeinschaft  auf die Bühne ge-
stellt wird. Dabei sind die mittlerweile drei Veranstaltungen zu einem Selbstläufer
geworden, um Aufmerksamkeit müssen sich die Frauen schon lange nicht mehr
sorgen. Das sah wohl auch SWR 4 Badenradio so, denn sie zeichneten mit großem
Tross die erste Sitzung auf. Der einstündige Zusammenschnitt wird dann am Frei-
tag, 28. Februar zwischen 10 und 11 Uhr gesendet.
Tänze, Lieder, Sketche, Glossen rund um das Geschehen in Reichenbach wechsel-
ten in bunter Folge, mit dem Ergebnis, dass die Stimmung im bis auf den letzten
Platz besetzten Pfarrzentrum Ernst Kneis –und das bei allen drei Veranstaltungen!-
stetig stieg. Dafür sorgten auch Achim Waible und Harald Jung, die beiden musika-
lischen Begleiter des närrischen Geschehens, die mit Schunkelrunden den Närrin-
nen und Narren im Saal noch zusätzlich einheizten. Durch den Abend führten in
bunter Folge jetzige und ehemalige Vorstandsfrauen.

Karola Ziegler und Margrit Kuderer
als Operettenstars.



Traditionell beteiligen sich auch weitere kirchliche Gruppen am Programm. So
steuerten die Frauen des Kirchenchors einen gesungenen Sketch bei, bei dem sie zuerst ihr schweres tägliches Los als Hausfrauen beklagten, dann aber eine fulminante Verwandlung aufs Parkett legten. Eine köstliche Playback-Nummer unter dem Titel "Operettengesang" steuerten Karola Ziegler und Margrit Kuderer vom ökumenischen Bildungswerk bei. Und der Mütterkreis in der Einstudierung von Alexandra
Kunz kam nach seinem schwungvollen Tanz nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Die Kirchenchorfrauen bei ihrem gesungenen Sketch.

Das übrige Programm aber wurde von der Vorstandsfrauen, unter die sich auch ei-
nige ehemalige gemischt hatten, fast im Alleingang bestritten. Bereits das Ein-
gangslied gab gleichsam das Thema des Abends vor: "Schön ist es auf der Welt zu
sein...". Das fanden auch Meta Becker und ihre Tochter Elke Kunz, die sich als
"zwei Fraue, wo alles wisse" gut in Reichenbach aber auch in der gesamten Repu-
blik umgehört hatten und manch Erstaunliches zu Tage förderten. Mit einer unbot-
mäßigen Schulklasse hatten sich die beiden Lehrerinnen Edith Kunz und Margare-
the Kraft herumzuschlagen, um sich gegen die "Lümmel" Elisabeth Anderer, Elfrie-
de Strack, Annette Vogel und Ilse Weber zu behaupten, ehe das Ganze in einen
von Simone Weber einstudierten Tanz mündete, an dem alle Vorstandsfrauen be-
teiligt waren.

Szenen einer Ehre mit (v.l.) Elisabeth Anderer und Ute Thimm.

Als "running Gag" zogen sich die "Szenen einer Ehe" mit Elisabeth Anderer und Ute
Thimm durch den Abend, eine Folge von gelungenen Sketchen. Als Dorftratsch
kam Roswitha Bichler. Sie ratschte von einem Klassenkameraden, dem die Frau als
"Ampere-Mädchen" durchgebrannt war, schenkte ihrem Mann ein "Alligatoren-
System", damit er sich im Kleiderschrank zurechtfindet und drohte, ehe sie den
Saal in eine Kapelle verwandelte: "Machst du nicht mit bei der Frauenfasenacht,
musst du vor Ostern in die Bußandacht!"
Probleme mit diversen Körpergerüchen hatte das Liebespaar Birgit und Edith Kunz.
Um den Diebstahl einer Sau und einen Hefezopf ohne Rosinen ging es beim
Sketch "Pfarrer – Bauer – Junge" mit Ute Thimm, Elisabeth Anderer und Ilse We-
ber. Was bedeutet es, wenn ein Fahrrad "fahrrädelt"? Es kriegt ein Kind, denn: wo kämen sonst die Kinderfahrräder her? Allerdings konnte Entwarnung gegeben wer-
den, so Margarete Kraft, Andrea Tretter und Annette Vogel in dem Sketch, denn es war ein Herrenfahrrad. Das Lied "Is des nit en schöner ..." mit teilweise aktuellen
politischen Anspielungen sangen Magda Kessler und Karola Ziegler, hatten Bilder
und Gegenstände an ihrem Schirm aufgehängt und zogen das Publikum schnell mit
in das Lied. Von "Traumjobs" sangen anschließend Monika Fang, Magda Kessler,
Margarete Kraft, Edith Kunz, Elfriede Strack und Andrea Tretter. Über gewaltige
gesundheitliche Probleme unterhielten sich die zwei "böhmischen Frauen" Birgit
Kunz und Ilse Weber, nur gut, dass sie immer den passenden Facharzt wussten.
Hausmeistergehilfe Elisabeth Anderer
"Hausmeistergehilfe" Elisabeth Anderer räumte im nicht nur im Pfarrzentrum gewaltig auf, kramte dabei in alten Zeitungen, in denen sie manche überraschende Entdeckung machte, so die Führerscheinkontrolle beim Pfarrer oder die verdrehte Telefonnummer bei der Anmeldung zu einer Musical-Fahrt der Frauengemeinschaft.

Eine Schau für sich war wieder Auftritt von "Thekla" Mechthilde Schall und "Karline" Karola Ziegler. Sie tanzten mit dem Eisbären –"Is des der Bär, der uns uffm Rathaus uffgebunne wird?"-, erörterten so ihre täglichen Problemchen und warben schließlich um Patenschaften für Nika.

Den Schlusspunkt setzten die "Wendelinos" mit den Texten von Elisabeth Anderer
und mit Monika Fang, Magda Kessler, Margarete Kraft, Birgit Kunz, Edith Kunz, Elfriede Strack, Ute Thimm, Andrea Tretter, Annette Vogel, Ilse Weber und natürlich Elisabeth Anderer selbst. Sie glossierten in Wort und Musik Begebnisse aus Reichenbach, von der Werbung um Vorstandsfrauen in Rom und eine ergreifende Story von Hausmeister Edelbert.

Das Geschehen in der Frauengemeinschaft und der Pfarrei glos-
sierten die "Wendelinos".

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