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08.02.2003 Hollywood grüßt Lyra Reichenbach

Bürgermeister wurde ein Bär aufgebunden
Heiteres und kommunalpolitisch Kritisches beim Musikverein

Einen Bären banden 8v.l.) Horst Weber und Reiner Kraft als Fred Feuerstein und Barny Geröllheimer dem Waldbronner Bürgermeister um.

Traditionell eröffnete der Musikverein "Lyra" Reichenbach  die närrische Saison in
Waldbronn. Unter dem Moto "Hollywood grüßt" versammelte sich Einiges an Prominenz des Showbiz auf der Bühne des Kurhauses, um im mehr als vierstündigen Programm Heiteres und Besinnliches in einer gelungenen fastnachtlichen Mischung ü-
ber die Rampe zu bringen. Tatkräftig unterstützt wurden die Akteure auf der Bühne
dabei von der Sitzungskapelle unter der Stabführung von Gernot Franz. Bei einer
Stimmungsrunde wurden die Musiker von Julia Löffler, Eugen Endres und Willibald
Masino gesanglich unterstützt.
Nach der kurzen Einleitungsszene am Set und dem Einzug des Elferrats hieß Sit-
zungspräsident Manfred Hübscher die erwartungsfroh gestimmte Narrenschar im
fastnachtlich dekorierten Kurhaussaal willkommen, unter ihnen auch Bürgermeister
Harald Ehrler und sein Marxzeller Amtskollege Raimund Schuster. Sie und weitere
"Promis" erhielten dann auch einen Oskar, den Jahresorden der Lyra .

Die Tanzmäuse bei ihrem Showtanz

Ein Aktivposten waren auch in diesem Jahr wieder die Garden des Musikverein. Die "Tanzmäuse" eröffneten das Programm dem Motto entsprechend mit einem Titel aus
"Chorus-Line", den Christina Gartner mit den 18 Mädchen einstudiert hatte. Auch mit ihrem Showtanz zu "James-Bond-Melodien" gefielen die Tanzmäuse und ernteten lebhaften Beifall. Die Kindergarde, Leitung Alexandra Kunz, gewann die Herzen der Narren im Saal als Asterix, Obelix und als Gallierfrauen. Orientalisch kamen die "Midis", dahinter verbarg sich die Jugendgarde, mit der Katharina Kuderer die alte Geschichte von Aladin und der Wunderlampe tänzerisch umgesetzt hatte. Ein Höhepunkt auch wieder das Männerballett als Marilyn Monroes. Elke Auer versteht es jedes Jahr aufs Neue, eine originelle Nummer mit "ihren Männern" auf die Bühne zu stellen. Den Abschluss bildeten wieder die "Lyra-Fetzer" mit ihrem Frontman Manfred Hübscher, die die Närrinnen und Narren im Saal mit ihren Liedern und Aktionen nochmals so richtig auf Touren brachten und zum Finale überleiteten.
Die undankbare Aufgabe des Eisbrechers in der Bütt hatten in diesem Jahr Monika

Martina Dier
als Pamela Anderson

Mess und ihr neunjähriger Sohn Manuel übernommen, die ein gelungenes Zwiegespräch führten. Premiere in Bütt beim Musikverein Hatte Martina Dier als Pamela Anderson, an der "alles echt war", die aber in Schwierigkeiten geriet, als auf dem Sunset Boulevard ihr Fußabdruck verewigt werden oder sie in einer Quizshow ihr Wissen unter Beweis stellen sollte nach dem Motto: "Ich bin zwar blond, aber nicht blöd!". Waltraud Kieweg war als
"First Lady" viel in der Welt herumgekommen und die bekannte, dass bei ihr nicht gefastet wird: "Lieber mit fuffzich geplatzt als mit 80 verhungert!", so ihr Motto. Gelungen auch Thorsten Rangs als Schlagersänger, dem sein Stipendium die Nachbarn
bezahlten, sein Opernbesuch trieb Lachtränen in die Augen.
Bei Stefanie Auer als Starlet mit Nulldiät und FKK = Friss Keinen Kuchen, mündete
das Ganze in einer Schönheitsoperation. Köstlich in ihrem "Gebabbel" auch die bei-

Starlet Stefanie Auer

den Kulissenschieber Klaus Auer und Willibald Masino, die allerhand aus ihrem pri-
vaten und beruflichen Leben erzählten. Elke Auer als Scarlett O'Hara beschloss nach einem mehr oder weniger geglückten Vorsprechen in Hollywood, doch lieber die Putzstelle bei der Lyra anzutreten statt nach einem Oscar zu schielen, was sie dann auch mit Bravour erledigte.
In die Niederrungen der Kommunalpolitik verirrt hatten sich Winnetou und Old Shatterhand alias Manfred Hübscher und Heinrich Wojke. Sie sangen von Eisbären  -"Eisbär, Eisbär, alle wollen nur Eisbär, sogar der Harald aus Waldbronn"- beleuchteten die blauen Laternen musikalisch und führten ein Zwiegespräch zwischen Bürgermeister und Kämmerer zur Melodie "Ein Loch ist im Eimer ..", hatten aber mit "Gib
das Geld her, jippee, jippee jeah..." auch gleich die Lösung parat. Direkt aus Holly-
wood war "Tolly Dolly" Monika Mess gekommen und schilderte ihr bewegtes Leben.

Thorsten Rangs als Schlagersänger, im Vordergrund die Sitzunmgskapelle.

Zu einer sicheren Bank der Lyra-Fastnacht entwickeln sich Reiner Kraft und Horst
Weber. Rotzfrech und angriffslustig nahmen sie die Kommunalpolitik auf die Schip-
pe. Dabei war schon ihr Auftritt durch den Saal mit ihrem Fred Feuerstein-Gefährt ein närrischer Höhepunkt für sich. Auf der Bühne angekommen ging es dann aber
Schlag auf Schlag: der Bürgermeister darf nicht mehr alleine aus Waldbronn, damit
ihm nicht wieder ein Bär aufgebunden wird, die drei Steinfiguren vor dem Rathaus
symbolisieren die Arbeitsphilosophie dieses Hauses: "rührt dich net, dann kannst
steinalt werden!". Für die vielen Gemeinderäte beim Ballonstart hatten sie auch eine
plausible Erklärung: heiße Luft kann der Gemeinderat am besten erzeugen. Zum
Schluss hatten sie noch ein Präsent für den Waldbronner Schultes parat: Bonbons
mit Ehrler Blau und einem Eisbär auf der Tüte, aber nur eines –"Wir müssen auch
sparen"- und einen (Eis)Bären, den sie ihm auf den Rücken banden.
Die Prunksitzung wird mit vollem Programm nochmals am Samstag, 15. Februar  2003 um 19.44 Uhr im Großen Saal des Kurhauses Waldbronn wiederholt.

Das rauschende Finale versammelte nochmals alle Aktiven auf der Bühne.

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