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31.01.2003 Lehrwerkstatt Taller GmbH

Die richtige Wahl zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort
Taller GmbH stellte neu geschaffene Lehrwerkstatt vor

Groß war die Besucherzahl bei der offiziellen Vorstellung der neuen Lehrwerkstatt.

Eine vorbildliche Einrichtung hat die Taller GmbH im Waldbronner Gewerbegebiet "Ermlisgrund" geschaffen. Mit einer Investition von insgesamt 400.000 Euro, 200.000 Euro entfallen allein auf die Ausstattung mit modernsten Maschinen, entstand ein heller freundlicher Raum, in dem die Auszubildenden der Firma ihren Beruf unter optimalen Bedingungen erlernen können. Profitieren von dieser Lehrwerkstatt werden aber nicht nur die derzeit elf Auszubildenden, auch die Firma hat einen Vorteil davon. Sie kann ihre Nachwuchskräfte selbst schulen und ist nicht mehr auf den Arbeitsmarkt angewiesen.
Geschäftsführer Mehmet Karlidag begrüßte zu Beginn alle Anwesenden, unter ihnen besonders Bürgermeister Harald Ehrler, Eike Brüggemann, IHK-Geschäftsführer für berufliche Bildung, und Horst Sahrbacher, Leiter des Arbeitsamts in Ettlingen. Vor allem aber galt sein Gruß den Eltern und Angehörigen der elf Auszubildenden. Taller wolle ihnen mit diesem Tag zeigen, wo ihre Söhne lernen und arbeiten. Der Beschluss, eine eigene Lehrwerkstatt einzurichten, fiel Anfang des letzten Jahren. Ziel war und ist, den Fachkräftebedarf für die Produktion zu sichern, und damit
auch die Zukunft der Firma. Dieser Aspekt wiege auf, dass Ausbildung sehr kostenintensiv sei. Schon bisher, und auch das machte Mehmet Karlidag deutlich, hat Taller nach Abschluss der Lehre die Auszubildenden übernommen.
Derzeit bilde Taller aus in den kaufmännischen Berufen aus, in der Lehrwerkstatt werden Werkzeugmechaniker, Mechatroniker, Zerspanungstechniker und andere auf ihren zukünftigen Beruf vorbereitet. Leiter sei mit Martin Becker ein noch junger Mitarbeiter, der aber die Aufgabe der Ausbildung sehr engagiert betreibe.


Fertigungsleiter Dirk Rosemann (Mitte) überreichte Werkstatleiter Martin Becker (li.) und Stellvertreter Manuel Gruba ein blütenweißes Hemd mit dem Firmenlogo der Taller GmbH.

"Die Jugend ist unsere Zukunft", betonte Firmengründer Michael Taller, der aus-
drücklich die Eltern der Auszubildenden begrüßte. Er umriss die Erfolgsgeschichte
der heutigen Taller GmbH, die sich seit 1978 aus kleinsten Anfängen entwickelte.
1980 sei man in das ehemalige Sägewerk beim Reichenbacher Bahnhof gezogen,
1987 wurde der erste Bauabschnitt im neuen Gewerbegebiet "Ermlisgrund" erstellt, dem 1992 bereits der zweite Abschnitt folgte. 1994 wurden Büroräume geschaffen und 1998 wurde erneut die Produktionsfläche erweitert und ein vollautomatisches
Hochregallager errichtet.
2002 habe das Unternehmen 25 Prozent mehr Umsatz erzielt. 95 Prozent der Pro-
duktion gingen dabei in den Export, so Michael Taller. Ohne ihn könne die Firma
nicht mehr existieren, da sich Deutschland derzeit auf dem "absteigenden Ast" be-
finde. 150 Mitarbeiter sind nach Angaben Tallers in Waldbronn beschäftigt, dazu
kommen weitere Kräfte in Produktionsstätten in Lüdenscheid und der Türkei. Niederlassungen unterhält Taller in den USA und in China, ein Lager in Hongkong. Gerade der Markt in Fernost sei für die Firma "der Markt der Zukunft". Taller zeige, dass es durch Rationalisierung auch in Deutschland möglich sei, günstige Produkte auf dem internationalen Markt anzubieten.
Das neueste Kind der Taller GmbH ist die "Taller Automotive", die Entwicklungen für den Automobilbau tätigen wird. Leider sei für sie in Waldbronn kein geeigneter
Standort zu finden, so dass dieser neue Zweig zunächst in Ettlingen sesshaft werde. Im Jahr 2002, so Michael Taller, haben seine drei Schwiegersöhne Mehmet Karli-
dag, Claus Becker und Thomas Waible die Geschäftsführung der neu gegründeten
Familien-Holding übernommen. Dabei ist jedem ein bestimmtes Aufgabengebiet zugewiesen, er selbst sehe seine Rolle jetzt als "Trainer für die Geschäftsleitung".
  Martin Becker, Leiter der Lehrwerkstatt, stellte ebenfalls seinen Werdegang vor.
Nach seiner Lehre habe er 2000 die Meisterprüfung als Werkzeugmacher abgelegt. Als die neue Lehrwerkstatt im September vergangenen Jahres bezogen werden konnte, wurde er zum Leiter bestellt und betreut zusammen mit Manuel Gruba derzeit elf Lehrlinge.

Die Auszubildenden der Lehrwerkstatt zusammen mit ihrem Meister Martin Becker und der Firmenleitung um Michael Taller (5.v.l.)

Fertigungsleiter Dirk Rosemann dankte den beiden Ausbildungsleitern und ihren
Schützlingen für manche Hilfen, die der Produktion aus dem Ausbildungsbereich zu-
flossen. Als Dank hatte er für beide je ein blütenweißes Hemd mit dem Taller-Logo
mitgebracht.
Die Lehrwerkstätte ist "etwas Besonderes für Waldbronn", so Bürgermeister Harald Ehrler. Die Firma denke damit voraus und es verwirkliche sich der Traum von Mi-
chael Taller, jungen Leuten aus Waldbronn und der Umgebung eine gute Ausbil-
dung zu bieten und sie bei entsprechender Leistung auch zu übernehmen. Wald-
bronns Bürgermeister bedauerte, dass der neue Betriebszweig "Taller Automotive"
außerhalb Waldbronns angesiedelt werden müsse, weil in Waldbronn derzeit keine
geeigneten Grundstücke vorhanden seien. Waldbronn werde sich aber anstrengen,
in den nächsten drei bis vier Jahren Gewerbegrundstücke zu erschließen.
Von einer "geballten Ladung an Investitionen" sprach Eike Brüggemann von der In-
dustrie- und Handelskammer (IHK). Sein Formel für die Lehrwerkstatt bei Taller lautete: "Die richtige Wahl", gemeint seien Investitionen in Humankapital, "zum richti-
gen Zeitpunkt", denn Ausbildung sei wieder zum Thema geworden, und "am richti-
gen Ort", bei Taller eben, wo schon seit zehn Jahren ausgebildet werde in den klas-
sischen Berufen, aber auch in neuen Berufsbildern. Bei der Ausbildung sollte nicht
nur auf Kostenstrukturen geachtet werden, durch die Ausbildung identifizieren sich
junge Menschen mit ihrem Betrieb, zudem gebe sie ihnen eine berufliche Perspekti-
ve.
Dies sei einer "der angenehmeren Termine", sagte Horst Sahrbacher, Leiter des Ett-
linger Arbeitsamts. Taller gehe mit der Einrichtung dieser Werkstatt mit gutem Bei-
spiel voran und jammere nicht nur über den Facharbeitermangel, gebe aber zugleich
ein positives Signal für den Ausbildungsstellenmarkt, bei dem schwierige Zeiten be-
vorstünden, wie der Arbeitsamtsleiter anhand von Zahlen belegte. Bei den Ausbil-
dungsstellen zeichne sich in diesem Jahr ein Minus von 13 Prozent ab, dem eine um
zehn Prozent gestiegene Bewerberzahl gegenüberstehe. Damit drifte dieses Ver-
hältnis deutlich auseinander. Positiv bei Taller sei auch das Betriebsklima. Das zei-
ge sich an der Tatsache, dass die Fluktuation der Mitarbeiter gegen Null gehe.
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