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01.01.2003 Neujahrskonzert im Kurhaus

Bunter Melodienreigen zum Jahreswechsel
Begeisterte Zuhörer im Saal des Kurhauses
Begegnung mit sympathischen Musikern aus Budapest

Mit einem gelungenen Neujahrskonzert leitete das "Budapester Johann Strauß Sinfonieorchester" ins 2003 hinüber.


Dem Anlass entsprechend kam neben dem musikalischen Genuss auch die Unter-
haltung beim Neujahrskonzert im Großen Saal des Waldbronner Kurhauses nicht
zu kurz. Der Kulturring Waldbronn wartete in diesem Jahr mit einer besonderen
Rakete zum Neuen Jahr auf, war es doch gelungen, das "Budapester Johann-
Strauß Sinfonieorchester" mit seinen 45 Musikern nach Waldbronn zu verpflichten,
mit "großzügiger Unterstützung durch Taller GmbH", wie auf dem Programmzettel
vermerkt war.
Die Nervosität der Verantwortlichen hatte sich schon einige Tage vorher gelegt, als
sich abzeichnete, dass das Konzert ausverkauft sein wird. Und niemand brauchte
sein Kommen zu bereuen, denn die Budapester Musiker unter ihrem Dirigenten
Prof. István Bogár zauberten Silvesteratmosphäre ins Kurhaus. Hör- und sichtbarer
Ausdruck der Begeisterung und der Freude waren die Standing Ovations, die den
ungarischen Musikern zum Schluss dargebracht wurden.
Das 1986 von Prof. István Bogár gegründete Orchester hat inzwischen weit über
1.000 Konzerte in ganz Europa, aber auch in Asien gegeben. Prof. Bogár, auch ein
bekannter Komponist von Blasmusik, war vorher bei der Ungarischen Nationalphil-
harmonie als Hauptdramaturg und beim Rundfunk seines Heimatlandes als Musik-
direktor tätig. Er ließ seine Musiker oft an der "langen Leine" laufen, hatte aber das
musikalische Geschehen jederzeit sicher im Griff. In jeder Phase war zu merken,
dass Dirigent und Orchester musikalisch eine Einheit bilden.
Den ersten Teil des Programms bestritten die ungarischen Musiker mit "klassischen
Ohrwürmern", mit einer teilweise etwas "rustikalen Musizierfreude" zwar, aber im-
mer auf hohem Niveau. Ihren Streifzug begannen sie mit Jacques Offenbach und
der Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt". Hier bot sich bereits Gelegenheit ein-
zelne Orchestermitglieder solistisch zu bewundern, und das Ganze endete in leb-
haftem Beifall, zumal István Bogár beim abschließenden Cancan das Publikum ge-
schickt zum Mitklatschen animierte. Mit den sinnlichen Klängen der "Barcarole" aus
Offenbachs Oper "Hoffmanns Erzählungen" entführten die Musiker in ein wunder-
bar weiches Venedig.
"Der Tanz der Stunden" von Amilcare Ponchielli leitete über zum großen Auftritt von
Konzertmeister Ferenc Szecsödi. Werke des spanischen "Teufelsgeigers" Pablo de
Sarasate lassen sich aufführen, wenn man den Solisten dafür hat, und die Buda-
pester hatten ihn mit ihrem Konzertmeister in den eigenen Reihen. Nach einer eher
schwermütig fließenden Introduktion meisterte Szescödi dann die Tarantella in
mehr als virtuoser Manier.
Zwei Ballettmusiken von Leo Délibes führten hinüber nach Ungarn. Dabei beein-
druckten in der "Ungarischen Rhapsodie Nr. 2" vor allem die wunderschön beseelt
gespielten Klarinettensoli, bei den "Ungarischen Tänzen Nr. 1, 3 und 5" von Johan-
nes Brahms stach das Oboensolo im 3. Tanz hervor.

Prof. István Bogár leitete souverän und mit Charme das Neu-
jahrskonzert, hier beim "Vergnügungszug" im Tete-à-tete mit dem
Cellisten Zsolt Bartha, hinter Bogár Konzertmeister Ferenc
Szecsödi.

Im zweiten Teil huldigten die Musiker dann ihrem Namensgeber Johann Strauß.
Ouvertüren aus Operetten, Walzer, Polkas wechselten sich ab mit der gefühlvoll
ausmusizierten "Romanze Nr. 2" von Johann Strauß, und mit einem wunderbar auf-
spielenden Zsolt Bartha am Violoncello. Große Heiterkeit löste Prof. Bogár aus, als
er einmal zur Schnellpolka "Vergnügungszug" als Stationsvorsteher mit Kelle vor
seinen Musikern erschien, zum andern im "Chineser-Galopp" von Johann Strauß
Vater mit Chinesenhut hereingetrippelt kam. Der Konzertwalzer "Künstlerleben" be-
endete offiziell das Konzert.
Damit war's aber für die Musiker nicht getan. Die begeisterten Zuhörer erklatschten
sich gleich mehrere Zugaben, neben einer Schnellpolka auch den großen Strauß-
Walzer "An der schönen blauen Donau" und mehrere Märsche, die begeistert mit-
geklatscht wurden. Den Schlusspunkt setzte das "Adieu, mein kleiner Gardeoffizier"
von Robert Stolz, von den Zuhörern begeistert mitgesungen. Alles in allem brachte
der Abend eine Begegnung mit sympathischen Musikern und einen Erfolg für den
Kulturring Waldbronn.

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