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20.12.2002 Musik und Lyrik im Advent

Musik und Lyrik im Advent
Veranstaltung der Musikschule mit zunehmender Beliebtheit

Stimmungsvoll war der mit "Lyrik und Musik im Advent" über-
schriebene Abend, zu dem die Musikschule Waldbronn in den Kul-
turtreff eingeladen hatte. Die Ausführenden waren (v.li.) Elke
Müller-Diercksen, Annegret Hansjürgens, Ulrich Enters, Toni
Reichl, Karl-Heinz Dörr, Armin Bitterwolf und Walter Mederus.

"Manchmal wünsche ich, ein Engel käme und nähme mich in den Arm, wenn alle
mir die kalte Schulter zeigen" hieß es in einem Text von Uwe Seidel bei der "Musik
und Lyrik im Advent", zu der die Musikschule Waldbronn in den Kulturtreff eingela-
den hatte. Und dieser Engel kam an diesem Abend, umhüllte die Zuhörer in der
hektischen vorweihnachtlichen Zeit mit heiter-besinnlichen Texten und Melodien,
und stimmte so auf das Weihnachtsfest ein.
Bereits zum sechsten Mal sorgte die Musikschule Waldbronn damit für ein "Ritar-
dando" im vorweihnachtlichen Trubel, und was für den allerersten Abend 1997 galt ,
das gilt heute noch immer: Die zahlreichen Zuhörer –der Saal war bis auf den letz-
ten Platz besetzt- brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Musik und Lyrik hielten
eine wunderbare Balance, nie glitten sie ins Sentimental-süßliche ab.
Dafür sorgten zunächst einmal die beiden Rezitatorinnen Annegret Hansjürgens
und Elke Müller-Diercksen. Ihr Bogen spannte sich von Rainer Maria Rilke bis zu
Bertold Brecht. Zwei größere Ausschnitte waren den "Buddenbrooks" von Thomas
Mann entnommen und drehten sich um das Christfest in der Lübecker Kaufmanns-
familie. Im Zeichen des Hermann-Hesse-Jahres war auch der aus Calw stammende
Dichter mit zwei Titeln vertreten. Eine Stärke von Annegret Hansjürgens sind ihre
Gedichte oder Geschichten auf Plattdeutsch, in diesem Jahr war es "Gode Nacht"
von Theodor Storm. Die weiteren Texte stammten von Uwe Seidel, Erich Kästner
und Rose Ausländer.
Die fünf Musiker, Armin Bitterwolf und Karl – Heinz Dörr, Gitarre, Ulrich Enters,
Blockflöte, Walter Mederus, Cello, und Toni Reichl, Violine, allesamt Lehrer an der
Musikschule Waldbronn, hatten wieder ein Programm zusammengestellt, das musi-
kalisch in diesem Jahr den Bogen von Spanien bis Norwegen spannte. Da es für die
Waldbronner Besetzung nur wenig Originalliteratur gibt, griffen Toni Reichl und Ar-
min Bitterwolf selbst zur Feder und arrangierten für ihr Ensemble. Dabei entstanden
kleine Kunstwerke, volkstümliche Kunstwerke im besten Sinne, musikalisch vom
Waldbronner Ensemble hervorragend präsentiert.
Auf den Abend stimmte die "Weyarner Hirtenmusik" ein, der das bekannte Südtiroler
Lied "Es wird scho glei dumpa" folgte, frisch im Ton auch die "Mozart-Pastorelle"
aus Welschnofen in Südtirol. In der norwegischen Hirtenweise "Mitt Hjerte alltid
vanker" beeindruckte vor allem das Zweigespräch zwischen Violine und Blockflöte.
An die Tradition guter Stubenmusik erinnerte das "Mettenstückl" aus Giesingen e-
benso wie "Am Ofenbankerl". Dass sich mit dieser Besetzung aber auch Barockmu-
sik auf musikalisch hohem Niveau verwirklichen lässt, zeigte das "Largo" von Gio-
vanni Battista Pergolesi und die "Sicilano" von Dauvergne und Despreaux, alle drei
Komponisten der Barockzeit. Aus Vorarlberg kam "So liegst denn auf Erden", zum
guten Schluss ging es noch nach Andalusien mit der Weihnachtsweise "Campanas
de Belen".
Am Ende machte sich dann der Beifall des Publikums vehement Luft und zeigte,
dass auch heuer „Musik und Lyrik im Advent" genau richtig austariert waren. So
konnten sich die Zuhörer dann an drei Zugaben erfreuen, zwei Musikstücken, dar-
unter dem aus den Vorjahren bekannten "Waldbronner Weihnachtsländler" von To-
ni Reichl und einem Gedicht von Joachim Ringelnatz. Die gemütliche Abrundung
gab dem Ganzen noch der anschließende Punsch in Foyer und Mia-Leinberger-
Zimmer, garniert mit Weihnachtsgebäck, gestiftet von den drei Waldbronner Bäcke-
reien Fricke, Herbert Nußbaumer und Richard Nußbaumer.

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