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05.12.2002 Leitbild 2020: 1. Bürgerforum

In Leitbild 2020 viele gemeinsame Ideen formuliert
Erstes Bürgerforum im Kurhaus war gut besucht

Engagiert diskutierten die rund 200 Bürgerinnen und Bürger beim
Bürgerforum, in dem ein erster Entwurf des Leitbildes 2020 für
Waldbronn vorgestellt wurde

In "Leitbildmoderationen" haben rund 250 Waldbronner Bürgerinnen und Bürger sich aktiv engagiert und Ideen und Visionen eingebracht, wie ein "Waldbronn 2020" aussehen könnte. 3.000 Metaplankarten wurden bei diesen Moderationen ausgefüllt, die viele Ideen zur Gemeindeentwicklung enthielten. Die Frankfurter DMG, mit der Leitbilderstellung in Waldbronn beauftragt, hat diese Materialfülle gefiltert und daraus einen ersten Leitbildentwurf gefertigt.
In den Leitbildmoderationen kamen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen Waldbronns zu Wort und konnten hier ihre Vorstellungen einbringen, in welche Richtung die Reise Waldbronns in den kommenden zwei Jahrzehnten gehen soll. So erhielt die DMG als Grundlage eine Vielzahl teilweise unterschiedlicher, teilweise auch visionärer Vorstellungen. Zudem standen bei allen Leitbildmoderationen zentrale kommunale Themenbereiche im Vordergrund der Gruppenarbeit, so dass sich der jetzige erste Entwurf des Leitbildes auf die Gemeinde als Ganzes bezieht.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse nun in einem ersten Bürgerforum, zu dem über 200 Waldbronner Bürgerinnen und Bürger gekommen waren, und auch interessiert bis zum Schluss der Veranstaltung ausharrten.
"Der Maßanzug ist geschneidert", so Bürgermeister Harald Ehrler bei seiner Einführung. Jetzt gehe es um eine erste Anprobe, um zu sehen ob der Anzug auch nahtlos passe. Vorgestellt wurde der Leitbildentwurf dann durch Frank Winkler von der DMG.
Bereits in der Präambel zum Leitbild wird festgehalten, dass sich Waldbronn als "touristisch orientierter Kur- und Gesundheitsort", für den das bisherige Prädikat "Ort mit Heilquellenkurbetrieb" seine Berechtigung habe, langfristig aber der Weg zu "Bad Waldbronn" ausgebaut werden müsse. Als zweites Standbein sind moderne, technisch fortschrittliche und innovative Betriebe in Waldbronn willkommen. In ihrem lokalen Handeln verschreibe sich die Gemeinde dem "Grundsatz der Nachhaltigkeit und den Aufgabenstellungen der lokalen Agenda 21".
Drei Themenschwerpunkte wurden in den Leitbildmoderationen von den Bürgern herausgearbeitet. Dabei kann Waldbronn bei "Tourismus, Freizeit, Kultur und Standortmarketing" auf eine gut entwickelte touristische Infrastruktur mit allen "wesentlichen Kur- und Erholungsfunktionen in bevorzugter Nordschwarzwaldlage" als Stärke setzen. Weitere Punkte im Leitbild sind hier eine qualitative Weiterentwicklung der Gastronomie, eine Verbreiterung der Angebotspalette durch einen Tourismusverbund, ein Tagungs- und Wellnesshotel mit mindestens vier Sternen im Um-
feld von Kurhaus oder Albtherme und eine zielgruppengerechte Ausstattung des Kurparks. Die Qualität der Angebote schließlich entscheide über den Erfolg Waldbronns am Markt.
Im Freizeit- und Kulturbereich wird auch den Vereinen ein hoher Stellenwert zugemessen. Sie seien ein kommunales Rückgrat, das Unterstützung verdiene. Dazu sollten die Sportstätten entsprechend der Bedarfslage weiter ausgebaut werden, genannt wurde hier ein Spaßbad, das eventuell gemeinsam mit Karlsbad realisiert werden könnte. Eine wichtige Rolle wird auch den Partnerschaften Waldbronns zugewiesen.
Beim Standortmarketing werden das hohe Wohnniveau, das gute Klima, die landschaftliche Lage und die Kureinrichtungen hervorgehoben. Da die Gemarkungsfläche Waldbronns begrenzt ist, soll auch über interkommunale Gewerbegebiete nachgedacht werden, um Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu sichern. Durch moderne Marketingmethoden soll Waldbronn erfolgreich positioniert werden, bis hin zur Werbung für Schulungs- und Seminarmöglichkeiten in attraktiver landschaftlicher Lage.
Waldbronn, so im Punkt "Wirtschaft, Handel und Verkehr" sei ein "attraktiver  Standort für modernes und innovatives Handwerk". Wirtschaftsförderung müsse für Waldbronn bedeuten, dass es "ein wirtschaftsfreundlicher Standort" ist, der partnerschaftlich seine Unternehmen betreut. Einbezogen wird hier auch die Gemeindeverwaltung, die sich als "bürgernaher D8ienstleistungsbetrieb mit ausgeprägter Kun-
denorientierung" verstehen müsse.
Beim Handel wird die Stellung des Rathausmarktes herausgehoben, aber auch vor einer zu starken Konzentration in diesem Bereich gewarnt, da darunter dann Geschäfte in den einzelnen Ortsteilen leiden könnten. Günstigere Zeittakte wurden beim Verkehr angemahnt. Weiter bezogen sich die Bürgerwünsche auf ein verbessertes Radwegenetz und verkehrsberuhigte Wohnstraßen.
Im dritten Themenkomplex schließlich ging es um "Soziales, Wohnen und Umwelt". Waldbronn wird hier als Ort mit einer sehr hoher Wohnqualität und sozialer Infrastruktur gesehen. Generationsübergreifende Kommunikation und ausreichende Betreuungsangebote für Jung und Alt bis hin zu Ganztagsschulen werden hier als Ziele formuliert.

In dieser Gruppe ging es um die Präambel zum Leitbild "Waldbronn 2020"


Im Anschluss hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, in vier moderierten Arbeitsgruppen Anregungen und Gedanken zum ersten Leitbildentwurf einzubringen. Von dieser Möglichkeit wurde ausgiebig und engagiert Gebrauch gemacht. Dazu waren für die einzelnen Gruppen die Leitbildaussagen auf DIN-A3-Bögen ausgestellt, und hier hatten alle die Möglichkeit, eigene Ergänzungen und Kommentare anzubringen. Die wesentlichen Ergebnisse wurden dann im Plenum vorgestellt.
Frank Winkler betonte dabei, dass das Leitbild ein langfristiger Plan sei, der den Rahmen für die gemeindliche Entwicklung abstecke. Jedem Handelnden müsse dadurch klar sein, wohin die Reise in der Zukunft gehe. Bürgermeister Harald Ehrler betonte in seinem Schlusswort, dass Waldbronn mit dem Leitbild an die Struktur anknüpfe, die gegeben sei. Wenn auch nicht alles sofort umsetzbar sei, dagegen stünden nicht nur die derzeitigen finanziellen Zwänge, das Leitbild sei auch bewusst auf das Jahr 2020 ausgerichtet. Gemeinsames Ziel müsse aber sein, Waldbronn noch lebens- und liebenswerter zu gestalten.
Auf Grund dieses ersten Bürgerforums wird nun der Leitbildentwurf von der DMG nochmals überarbeitet. Diese zweite Fassung wird dann im Februar mit den Fraktionen im Gemeinderat erörtert. Auf einer anschließenden Sitzung des Gemeinderats soll dann das Leitbild beschlossen werden.

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