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01.12.2002 Musiktheater: Ein Engel auf Suche

Weißer Engel sucht Weihnachtsgeist
Singspiel der Musikschule im evangelischen Gemeindezentrum

Weißer und schwarzer
Engel auf der Erde.

Ein gewaltiges Vorhaben im wahrsten Sinn des Wortes hatte sich die Musikschule
Waldbronn für die beginnende Adventszeit vorgenommen. Über 70 Namen nannte
das Programmheft, und dabei sind der evangelische Kirchenchor, der Projektchor,
die Lehrerband und der Kinderchor der Musikschule noch gar nicht mitgerechnet.
Text und Idee zu diesem vorweihnachtlichen Musiktheater, denn das war es im bes-
ten Sinne des Wortes, stammen von Katrin Kümmel, die als Lehrerin an der
Waldbronner Musikschule tätig ist.
Während es im Himmel eher ernst zugeht, mit liturgischen Texten, aber auch origi-
nellen Einschüben ins ernste Latein, ertönen auf der Erde durchaus moderne Klän-
ge. Grundlage für die himmlischen Heerscharen ist die Weihnachtsmesse des böh-
mischen Franziskanermönchs Edmund Pascha aus dem 18. Jahrhundert. Katrin
Kümmel hatte anhand alter Aufnahmen die Partitur nachgeschrieben, bearbeitet und
die Texte zusammengestellt. "Musikalischer Herrscher" bei den Himmlischen, sie
sangen passend von der Empore des evangelischen Gemeindezentrums, war Det-
mar Tetzlaff, der sowohl den Chor als auch die jugendlichen Solisten sicher führte.

Die "himmlischen Heerscharen" begleitet das Geschehen auf der Erde.

Begleitet wurden sie von Guido Bähr an der Orgel. Was besonders bestach, war die Vielzahl von Musikschülern, die diesem Singspiel ihren Stempel aufdrückten, sei es
als Sänger, Instrumentalisten oder Tänzer. Und manche Schüler, die vielleicht Violi-
ne oder Keyboard lernen, entdeckten bei dieser Gelegenheit völlig neue musikali-
sche Fähigkeiten.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein weißer Engel erhält von Petrus den Auftrag,
den Weihnachtsgeist bei den Menschen auf der Erde zu suchen. Sein Widerpart,
der schwarze Engel macht sich über dieses Ansinnen lustig und versucht es dem
weißen Engel auszureden. Der macht sich aber dennoch an seine Aufgabe, nach
seinem Besuch bei einer "modernen" Familie kehrt er resignierend in den Himmel
zurück und verkündet: "Weihnachten ist wirklich hin!"
Petrus und die anderen Heerscharen schicken ihn aber erneut auf die Erde. Er trifft
auf einen gestressten Weihnachtsmann, verfolgt eine typische Szene im Weih-
nachtsladen und kommt schließlich in die Musikschule, wo die Kinder für die Weih-
nachtsgeschichte proben. Große Freude herrscht darüber im Himmel, wo Engel ver-
künden: "Freut euch, liebe Leut, jetzt ist Weihnachtszeit!"
Das ganze, gut zweistündige musikalische Spiel war für den gesamten Raum im e-
vangelischen Gemeindezentrum konzipiert. Empore, Orgelempore, Raum unter der
Empore, Zuschauerraum, jedes Fleckchen wurde lebendig bespielt, soweit es sich
bei dem Besucherandrang am ersten Abend überhaupt noch bespielen ließ. Katrin
Kümmel, in deren Händen auch die Gesamtleitung, die Choreografie und Inszenie-
rung lagen, jedenfalls erhielt zum Schluss mit ihren durchweg hervorragend agie-
renden und singenden jungen Mitwirkenden lebhaften Beifall, in den auch der gut
vorbereitete und engagiert singende Kirchenchor der evangelischen Kirchenge-
meinde mit einbezogen wurde.

In der Musikschule wird das Krippenspiel geprobt.

So gingen die Dankesworte zum Schluss von Musikschulleiter Armin Bitterwolf im-
mer wieder im Beifall unter. Am Montag wurde das Singspiel nochmals wiederholt,
und sicher werden nicht wenige ihren Besuch wiederholt haben.

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