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24.10.2002 Lions Hochwasserhilfe

Lions-Hilfe kam in Grimma an
Erster Bericht über die Hilfsmaßnahmen

Stark beschädigtes Gebäude in der Grimmaer Altstadt, der Wasserstand im Erdgeschoss ist noch jetzt sichtbar

Als im August dieses Jahres der Lions Club Waldbronn eine Woche nach der
Flutkatastrophe spontan Kontakt aufnahm mit dem Lions-Club aus Grimma und intern und extern zu Spenden aufrief, wusste keiner der Beteiligten zu welchem Ergebnis die Aktion führen würde.
Aber die Reaktion war und ist beeindruckend: vorhandene Spendenmittel wurden durch Extra-Spenden der Mitglieder aufgestockt, es kamen erhebliche Spendenmittel durch Außenstehende dazu, eine dem Club nahestehende Stiftung gab ebenfalls erhebliche Mittel, sodass insgesamt rund 47.500 Euro an das Hilfswerk des Lions-Club Grimma überwiesen werden konnten. Dazu kam noch eine Sachspende von Bau- und Einrichtungsmaterialien, einschl. Transport  mit einem Wert von 12.500 Euro, sodass das Gesamt-Spendenaufkommen, das die Lions-Mitglieder aus Waldbronn aktiviert haben, derzeit bei cirka 60.000 Euro liegt.
Aber diese Mittel werden auch dringend gebraucht. Das katastrophale Hochwasser vernichtete die Grimmaer - Altstadt völlig. Die Stadt bekannt als die "Perle des Muldentales" wurde von einer fast zwei Meter hohen Flutwelle buchstäblich überrollt. Vom historischen Stadtkern blieb nicht mehr viel übrig. Viele der Jahrhunderte alten originalgetreu sanierten Häuser sind von den Fluten förmlich weggerissen worden, zahlreiche Gebäude sind unmittelbar vom Einsturz bedroht. Jede finanzielle Unterstützung hilft, und sei sie noch so klein, um hier einen Neuanfang zu ermöglichen.
Nicht nur der Lions - Club Waldbronn ist dabei aktiv, die Lions - Organisation insgesamt hat durch verschiedene Clubs aus Deutschland schon bereits über 400.000 Euro aufgebracht. Die Spendenmittel werden dabei direkt an die Betroffenen übergeben. So erhielt jede Familie erhielt 1.500 Euro, wobei die persönliche Situation vorab durch Verantwortliche vor Ort geprüft wird. Mit den Spenden aus Waldbronn wurde z.B. geholfen: Frau L. 82 Jahre, mit einer behinderten Tochter; Frau Z. 42 Jahre mit 4 Kindern und einer kranken Mutter; oder Frau F. 38 Jahre, mit 3 Kindern, alleinerziehend; ebenso Herr V. 78 Jahre, Rentner und Sozialhilfeempfänger.
Diese finanzielle Starthilfe ist nicht sehr groß, jedoch ein Anfang und äußerst wichtig für die Menschen, denn: ohne diese "zweite Flut" an Unterstützung und Menschlichkeit hätte die Resignation den Optimismus besiegt, -wie Bürgermeister Matthias Berger in seinem ersten Dankesschreiben zum Ausdruck gebracht hat. In diesem aktuellen Rundschreiben fasste er auch die Schadenslage in Grimma zusammen: 950 betroffene Haushalte, 2.200 betroffene Menschen, 300 Gewerbetreibende, 500 beschädigte Gebäude in der Innenstadt 250 beschädigte Gebäude
außerhalb der Innenstadt, 40 völlig zerstörte Gebäude.
Bürgermeister Berger bedankt sich auch bei allen Einsatzkräften der offiziellen Hilfsorganisation und besonders bei den unzähligen freiwilligen Helfern die aus allen Teilen Deutschlands anreisten und von Anfang an unermüdlich im Einsatz waren, um den betroffenen Privatpersonen und Gewerbetreibenden bei den Aufräumarbeiten behilflich zu sein.
Die schnelle und überwältigende Spendenbereitschaft zeigte den Betroffenen, dass sie in dieser schwierigen Situation nicht alleine stehen. Die Verantwortlichen des Lions - Clubs und der Lions - Hilfe Waldbronn e.V. haben allen Spendengebern zugesichert, dass die Spendenmittel direkt und zweckgebunden ankommen.
Der Vorsitzende der Lions – Hilfe e.V. Alfons Zschockelt hat dazu mit den Vertretern des Fördervereins des Lions – Clubs Grimma, die entsprechenden finanztechnischen Abstimmungen vorgenommen und die Weitergabe der Spendenmittel abgestimmt. Im Gegenzug werden die Waldbronner Freunde ständig aus Grimma über die Durchführung der Hilfsmassnahmen informiert.
Wichtig war natürlich auch einen Vorort - Eindruck zu bekommen. Dieser wurde von Lions-Mitglied Gerhard Becker aus Waldbronn wahrgenommen, der den Transport der Baumaterialien organisierte und begleitete und somit aktuelle Eindrücke erhielt über den Stand der Hilfsmassnahmen, und auch über die immer noch deutlich und umfangreich sichtbaren Zerstörungen. Lions-Mitglieder aus Grimma zeigten ihm bei einem Rundgang viele der geschädigten Gebäude, die teilweise bis zum zweiten Obergeschoss im Wasser standen, sodass die Mauerwerkswände stark durchnässt sind, der Putz musste innen und außen entfernt werden, die Trocknung kann nur durch entsprechende Entfeuchtungsgeräte beschleunigt werden, aber auch dazu ist eine gewisse Zeitspanne notwendig, somit sind die Gebäude noch lange nicht sanierungsfähig und ein Bezug ist nicht abzusehen. Die Menschen wurden zum Teil in leerstehende Plattenbauten umgesie-
delt, bzw. Gewerbetreibende haben sich durch gemietete Laden- oder Bürocontainer provisorisch eingerichtet. Auf dem Marktplatz ist ein kleines Containerdorf, in Zelten werden ebenfalls Geschäfte betrieben, die Aktivitäten und der Aufbauwille der Menschen sind beeindruckend sichtbar.
Die ersten Hilfen sind also angekommen und werden von den Menschen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituationen verwendet. Jetzt steht es an, mittelfristig weitere Hilfe zu organisieren, da das Schadensaufkommen von den einzelnen Betroffenen nicht gedeckt werden kann.
Deshalb gilt es nach wie vor Spendenmittel zur Verfügung zu stellen, es gilt nach
wie vor das Netzwerk "Hilfe für Flutopfer" am Leben zu halten, deshalb kann
selbstverständlich weiter gespendet werden:
 
Lions-Hilfe Waldbronn e.V., Konto  9412 808  Stichwort "Flut"
  Raiffeisenbank Albtal e.G., BLZ 660 625 26 
Für die getätigten Spenden werden Bescheinigungen ausgestellt, über den Einsatz der finanziellen Mittel im einzelnen wird genau Buch geführt, die Hilfen werden dokumentiert und darüber wird weiterhin informativ berichtet werden.

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