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26.06.2002 Bürgerversammlung

Erläuterten die Projekte und Planungen: (v.r.) Katharina Staiger von der GMS, Rechtsamtsleiter Harald Irion, Bürgermeister Harald Ehrler, Ortsbauamtsleiter Frank Zündorf und Hauptamtsleiter Walter Knab.

Erläuterten die Projekte und Planungen: (v.r.) Katharina Staiger von der GMS, Rechtsamtsleiter Harald Irion, Bürgermeister Harald Ehrler, Ortsbauamtsleiter Frank Zündorf und Hauptamtsleiter Walter Knab.

Gemeinde informierte in Bürgerversammlung

Leitbild, bauliche Entwicklung und laufende Projekte waren die Themen

Das Leitbild Waldbronn 2020 mit Markt- und Standortanalyse, Kurortentwicklung, Verkehrsentwicklung und Agenda 21, die künftige bauliche Entwicklung und Information über laufende Baumaßnahmen und Projekte waren die Schwerpunkte in der ersten Bürgerversammlung seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Harald Ehrler vor etwas mehr als einem Jahr. Über 150 Waldbronner nutzten dabei die Gelegenheit, sich im Kurhaussaal aus erster Hand informieren zu lassen, aber auch nachzufragen oder Anregungen vorzubringen.
Zu Beginn stellte Waldbronns Bürgermeister unter dem Motto "Aktive Bürger in Waldbronn" mögliche Formen der Bürgerbeteiligung vor. Er nannte dabei die Bürgerinformation, Bürgergespräche im Rathaus oder vor Ort, Bürgerbeteiligungen, wie sie bei Bebauungsplanverfahren vorgeschrieben sind, Bürgerversammlungen und schließlich den Bürgerentscheid. Alle diese Möglichkeiten wurden und werden in Waldbronn praktiziert.


Leitbild Waldbronn 2020
Das "Leitbild Waldbronn 2020", so der Bürgermeister, bestehe aus vielen Bausteinen. Die jetzt laufenden Maßnahmen fügten sich bereits in dieses Leitbild ein. Zum Thema "Wohnen" zähle der Flächennutzungsplan, der derzeit fortgeschrieben werde, und die Entwicklung von Bebauungsplänen. Auch die Fragen des Verkehrs in Waldbronn seien hier zu untersuchen. Dazu habe die Gemeinde ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das in etwa einem halben Jahr dem Gemeinderat vorliegen werde. Untersucht werden sollen dabei auch mögliche Veränderungen an den Ortseinfahrten und die Festlegung eines innerörtlichen Radwegenetzes, das aber an das überregionale Radwegenetz Anschluss finden müsse.
Die Diskussion zum Thema "Gewerbe" als zweitem Baustein des Leitbildes sei mit der Markt- und Standortuntersuchung angestoßen. Die Ergebnisse dieser Analyse sehen demnächst allen Interessierten auf einer CD-ROM zur Verfügung. "Tourismus und Freizeit" als weitere Bausteine werde durch den Kurortentwicklungsplan abgedeckt, der derzeit durch das renommierte Büro Reppel weiter entwickelt werde. Hierher gehöre auch die Agenda 21 mit dem Schwerpunkt auf einem "nachhaltigen Tourismus".
Insgesamt werde am Leitbild 2020 bereits durch ein Fachbüro gearbeitet. Hierbei sei die aktive Beteiligung der Bürger notwendig, betonte Harald Ehrler. Die erste Phase solle noch in diesem Jahr in ein "Waldbronner Bürgerforum" münden, danach beginne dann die eigentliche Projektphase mit zahlreichen Arbeitsgruppen.
Die Ergebnisse der Markt- und Standortanalyse erläuterte anschließend Katharina Staiger von der GMA (siehe auch unter "Bürgerinfos" – "Gemeinderat" - "Sitzungsberichte" – 17.04.02 Markt- und Standortanalyse). Sie hob nochmals die über alles Erwarten große Beteiligung der Waldbronner an dieser Befragung hervor. Mit rund 1.100 auswertbaren Fragebögen und einem Rücklauf von 20 Prozent liege Waldbronn weit über dem Durchschnitt, der bei solchen Befragungen erzielt werde.
Die Fragen der Bürger zielten auf einzelne Aspekte der Untersuchung. So wurde die Befürchtung geäußert, dass der Ortsteil "untergewichtet" sei, was aber, so Staiger, bei einer bloßen Darstellung der Ergebnisse nicht anders möglich sei, da hier noch nicht, wie bei der noch folgenden Auswertung mit Multiplikationsfaktoren gearbeitet wurde.
Eine weitere Bitte ging an die Gemeinde. Sie solle dafür sorgen, dass in Reichenbach und Etzenrot wieder Lebensmittelmärkte eröffnet werden. "Ein frommer Wunsch" nannte dies Bürgermeister Harald Ehrler, der in absehbarer Zeit nicht zu erfüllen sei, da keine Flächen zur Verfügung stehen. Die Gemeinde habe sich erfolgreich um einen Laden im alten Rathaus von Etzenrot bemüht, und auch das "Mittwochsmärktle" in Reichenbach gehöre in diese Reihe. Ehrler nannte aber auch das Problem beim Namen: in Reichenbach seien keine Großeinkäufe getätigt worden. Zudem seien dort die Ladenflächen zu klein gewesen. Der Einzelhandelsverband, ergänzte Staiger, empfehle für rentable Lebensmittelläden Mindestgrößen von 1.500 bis 2.000 qm. Zudem brauchten sie mindestens 6.000 Einwohner im Rücken, um beim harten Preiskampf in diesem Sektor zu überleben. Eine weitere Frage zielte auf auswärtige Kaufkraftzuflüsse nach Waldbronn, die Staiger mit etwa 20 Prozent bezifferte. Mit dem Appell eines Bürgers, Waldbronn müsse mehr zusammenstehen, schloss dieser Teil.

Künftige bauliche Entwicklung in Waldbronn
Über die künftige bauliche Entwicklung Waldbronns informierte Rechtsamtsleiter Harald Irion. Von der Gemarkungsfläche mit insgesamt 1.134 ha seien derzeit 257 ha, bebaut, 67 ha entfielen auf innerörtliche Grünflächen, 33 ha entfielen auf Straßen oder Schienen, der Wald nehme 350 ha und 427 ha schließlich seien landwirtschaftliche Flächen. Seit 1990 sei ein ständiger Rückgang der Einwohnerzahlen von 12.650 auf rund 12.000 zu beobachten, wie Irion anhand von Schaubildern erläuterte. Ohne zusätzliche Bauflächen falle diese Zahl in kurzer Zeit unter die 12.000er Marke.
Erweiterungsflächen für Siedlung und Gewerbe werden im Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe festgelegt, der derzeit in der Fortschreibung als "Flächennutzungsplan 2010" ist. Aktuell sei in Waldbronn das Wohnbaugebiet "Im neuen Heubusch". Hier können in 150 Wohneinheiten rund 350 Einwohner Platz finden. Die Planungsaufträge für dieses 7,2 ha große Gebiet mit insgesamt 5,5 ha Rohbaufläche seien vom Gemeinderat vergeben. Als Vorgaben machte das Gremium, dass kein Geschosswohnungsbau, überwiegend Einzelhäuser realisiert werden, und auch über ökologische Maßnahmen wie Fernwärmeversorgung und Regenwassernutzung werde nachgedacht. Überhaupt sei an Wohnbauflächen ein dringender Bedarf, so Irion. Bei der Gemeinde stapelten sich bereits über 120 Anfragen junger Familien.
Zur zeitlichen Perspektive führte Irion aus, dass die Vorplanungsphase bis Mitte September abgeschlossen sein werde. Mitte September solle dann der Erschließungsträger vorgestellt werden, der ab Oktober 2002 seine Arbeit aufnehmen wird. Der Erschließungsträger werde von der Gemeinde beauftragt und führe das gesamte Umlegungsverfahren im Auftrag der Gemeinde und nach den Vorgaben des Gemeinderats durch.
Für die Folgejahre sei "Im Rück" eine Erschließung für zentrale Dienstleistungen, Einzelhandelsobjekte und Wohnbau vorgesehen. Das Wohn- und Gewerbegebiet "Fleckenhöhe" soll stufenweise entwickelt werden. Auch an Gewerbeflächen bestehe dringender Bedarf. Die Entscheidung, ob, wann und wo Baugebiete erschlossen werden, liege allein beim Gemeinderat. In Etzenrot sind bereits bei der Wiesenfesthalle 4,4 ha ausgewiesen.
Zusammenfassend legte Irion dar, dass seit 1985 bereits 21,3 ha Wohnbaufläche ausgewiesen seien. Nach der Fortschreibung und dem Beschluss in der Verbandsversammlung des Nachbarschaftsverbandes, Waldbronn hat hier zwei Stimmen, enthalte der "Flächennutzungsplan 2010" 30,2 ha Wohnen, 12,6 ha Mischgebiet und 11,5 ha für Gewerbe. Auf diesen Flächen könnten rund 3.400 Einwohner in knapp 1.400 Wohneinheiten Platz finden.
Für den BUND nannte Dr. Karola Keitel die gesamte Planung überzogen und fragte nach der Vereinbarkeit mit dem Kurortentwicklungsplan. Der Bürgermeister sah hier keine Probleme, da in die Baugebiete verstärkt ökologische Gesichtspunkte einfließen sollen. Wohn- und Gewerbegebiete gebe es bei den umliegenden Gemeinden in ausreichender Anzahl, so ein weiterer Redner, außerdem könne Waldbronn ja auch gemeinsame Gewerbegebiete mit Karlsbad ausweisen. Dem hielt Bürgermeister Harald Ehrler entgegen, dass Gespräche mit Karlsbad gezeigt haben, dass die Entwicklungsprioritäten dort anders gesehen werden. Zudem wäre ein gemeinsames Gewerbegebiet nur auf Karlsbader Gemarkung möglich.

Laufende Projekte und Baumaßnahmen

Über in der Gemeinde laufende Baumaßnahmen und Vorhaben informierte Frank Zündorf, der Leiter des Ortsbauamts. Abgefahren wurden im vergangenen Jahr die 140 Straßen des Ortsgebiets. Dabei wurde eine Prioritätenliste aufgestellt, nach der der Sanierungsbedarf bewertet wurde. Als erste Maßnahmen wurden noch im zurückliegenden Jahr in Etzenrot die Neufeldstraße und der Heideweg in Angriff genommen. Beide Baumaßnahmen sind inzwischen weitgehend fertiggestellt und werden anlässlich des Etzenroter Dorffestes offiziell übergeben.
Die beiden Etzenroter Straßen waren ebenso wie Hellen- und Leopoldstraße in Busenbach und die Gartenstraße in Reichenbach in die Prioritätenliste mit der Stufe I aufgenommen worden. Für die beiden Busenbacher Straßen liegt auch bereits ein Vorentwurf vor, der vom Ausschuss für Umwelt beraten und abgesegnet wurde. Begonnen werden soll noch in diesem Jahr bei der Hellenstraße, die beiden anderen Straßen werden in den kommenden Jahren folgen.
Erneuert wird derzeit der Kanal im Almenweg. Im Tiefbau steht noch die Sanierung der Wasserleitung im unteren Teil der Pforzheimer Straße und in der Straße Neubrunnenschlag an, hier werden zusätzlich auch die Hausanschlüsse ausgewechselt.
Aus dem Hochbaubereich nannte Zündorf die Sanierungsmaßnahmen in und um die Busenbacher Anne-Frank-Schule. Der Eistreff als größte derzeitige Maßnahme ist voll im Laufen und soll, sofern nichts Unvorhergesehenes geschieht, im September 2003 wieder in Betrieb gehen. In der Planung ist auch eine Innen- und Außensanierung der Turnhalle bei der Albert-Schweitzer-Schule in Reichenbach.

Blick auf das künftige Baugebiet Im neuen Heubusch vom Baugebiet Im Berg aus. Links ist in der Bildmitte der Busenbacher Friedhof zu erkennen, rechts der Pferdehof Vogel.

Blick auf das künftige Baugebiet Im neuen Heubusch vom Baugebiet Im Berg aus. Links ist in der Bildmitte der Busenbacher Friedhof zu erkennen, rechts der Pferdehof Vogel

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