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22.06.2002 VHS_Theatergruppe spielt Die Physiker

Die drei Physiker (v.l.) Einstein (Peter Sei-ler), Möbius (Gerd Kiecherer) und Newton (Norbert Ried) im Gespräch.

Die drei Physiker (v.l.) Einstein (Peter Seiler), Möbius (Gerd Kiecherer) und Newton (Norbert Ried) im Gespräch.

Ernste Themen in bitterböser Komödie

VHS-Theatergruppe spielte "Die Physiker" von Fried-rich Dürrenmatt

Eine gewaltige Aufgabe hatte sich die Theatergruppe der Volks-hochschule Waldbronn unter der Leitung von Gerd Kiecherer für dieses Semester mit Komödie "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt vorgenommen. Dass bei dieser "Komödie" den Zuschauern das Lachen oft im Halse stecken blieb, lag am Werk des Schweizer Dramatikers, aber auch an der adäquaten Umsetzung durch die Theater-gruppe.
Die Spannung auf das kommende war im voll besetzten Saal des Kulturtreff Wald-bronn buchstäblich zu spüren. Sie gipfelte in dem großen Gespräch der drei "irren Physiker" im zweiten Akt, in dem Dürrenmatt viele beherzigenswerte Sätze über Granzen und Möglichkeiten heutiger Wissenschaft diskutieren lässt. Dürrenmatt wä-re aber nicht Dürrenmatt, wenn nicht zum Schluss doch aller anders käme, als es der Zuschauer vermutete: die drei Irren entpuppen sich in dem Gespräch als völlig normal und sind auch bereit, sich ihrer Verantwortung zu stellen, die eigentlich "Irre" ist die Irrenärztin.

Möbius im Gespräch mit seiner ehemaligen Fa-milie mit (v.l.) Gerd Kiecherer, Patricia Keller, Veronika Köp-pen, Kurt Mayer und den Kindern Patrick Schroff, Dunja Dreher und Alexander Keller.

Möbius im Gespräch mit seiner ehemaligen Fa-milie mit (v.l.) Gerd Kiecherer, Patricia Keller, Veronika Köp-pen, Kurt Mayer und den Kindern Patrick Schroff, Dunja Dreher und Alexander Keller

Für die gelungene Inszenierung auf der insgesamt nicht großen Bühne des Kultur-treff hatte Gerd Kiecherer gemeinsam mit der Theatergruppe gesorgt. Das stimmige Bühnenbild war eine Gemeinschaftsarbeit von Martin Kage, Simone Keller-Stader und der gesamten Gruppe. Georg Marbach steuerte hinter der Bühne das Geigen-spiel von Einstein bei.
Herausragende aus dem insgesamt gut disponierten und typgerecht eingesetzten Ensemble waren die drei Wissenschaftler Norbert Ried als Newton, Peter Seiler als Einstein und vor allem Gerd Kiecherer in der zentralen Figur des Möbius. Eine be-eindruckende Charakterstudie lieferte auch Patricia Keller als irre Irrenärztin Dr. Ma-thilde von Zahnd.
Aber auch das übrige Ensemble stand diesen Protagonisten in nichts nach. Anna Lindenau lieferte die treffende Charakterstudie einer Oberschwester, Petra Heiker gab der in Möbius verliebten Schwester Profil und auch Martin Kage als letztlich re-signierender Inspektor hatte die Zuschauer schnell gewonnen. Aber auch von den übrigen Darstellern erfüllte jeder an seinem Platz die Anforderungen: so die drei "Security-Pfleger" Heinz Herr, Klaus Schroff und Franz Wallisch, Kurt Mayer und Ve-ronika Köppen mit den Kindern Patrick Schroff, Dunja Dreher und Alexander Keller, sowie Johannes Kiecherer und Johann Wallisch aus dem Gefolge des Inspek-tors.
Hinter der Bühne wirkten Sabine Batke als Souffleuse, Patricia Keller zeichnete für die Masken verantwortlich, die Technik hatte Myriam Maier unter ihrer Kontrolle, die tontechnischen Aufnahmen kamen von Peter Reising. Gerd Kiecherer dankte zum Schluss im Namen der gesamten Gruppe für den Applaus, wies auf den zweiten Auf-führungstermin am Samstag, 29. Juni um 20 Uhr im Kulturtreff hin. Gleichzeitig machte er Appetit auf den Auftritt der Gruppe im November. In Vorbereitung ist die rasante Boulevardkomödie "Außer Kontrolle" von Ray Cooney. Man darf gespannt sein und sich schon mal im Voraus freuen.

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