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17.06.2002 Lions-Projekt in der Albert-Schweitzer-Schule

Die Kinder der Reichenbacher Klasse 3a beim Abschlussgespräch des Projekts Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern.

Die Kinder der Reichenbacher Klasse 3a beim Abschlussgespräch des Projekts "Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern".

"Ich bin doch keine Zuckermaus"

Drittklässler der Albert-Schweitzer-Schule informierten über Lions-Projekt

Nach der Anne-Frank-Schule unterstützte der Lions-Club Waldbronn das Projekt "Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern" in der Albert-Schweitzer-Schule. Im Juni kam es in den dritten Klassen zum Tragen. Da sich sexuelle Gewalt an Kindern überwiegend im Nahbereich des Kindes abspielt, müssen die Kinder veranlasst werden, sich schon bei Anfängen zu wehren. Der Lions - Club hat hier das Karlsruher Präventionsprojekt aufgegriffen, das von AllerleiRauh, der Fachberatungsstelle der Stadt Karlsruhe und der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Karlsruhe erarbeitet und in Karlsruher Schulen erfolgreich praktiziert wurde. Der Lions - Club und hier insbesondere Alfons Zschockelt hatten das Karlsruher Präventionsprojekt aufgegriffen, das in Karlsruher Schulen schon erfolgreich praktiziert wurde. An drei Vormittagen wurde und wird das Projekt durch die Psychologen Margot Isele und Joachim Seiler durchgeführt, nachdem die Eltern in Elternabenden und die Lehrer in einem pädagogischen Tag ausführlich informiert wurden.
In der Albert-Schweitzer-Schule fand jetzt das Abschlussgespräch mit den 26 Kindern der Klasse 3a teilweise gemeinsam mit Klassenlehrerin Petra Malsch, Rektor Peter Hepperle und vom Lions-Club Alfons Zschockelt und Dieter K. Keck statt. Dabei erzählten die Kinder, was sie in den zurückliegenden Vormittagen erlebt hatten. Dabei war die Klasse meist nach Mädchen und Jungen getrennt. Die Kinder berichteten von Bildern, die sie gemalt hatten und auf denen dann die primären Geschlechtsmerkmale aufgezeichnet wurden. Dabei wurde dann gekennzeichnet, wo sie gerne berührt werden wollen, und wo es unangenehm ist. Dazu mussten "Tabupunkte" gefunden werden, die nicht berührt werden dürfen. Ziel dabei war, herauszufinden, ob eine Berührung angenehm ist oder nicht.
Lieder –"Ich bin doch keine Zuckermaus" oder "Küsschen hier und Küsschen da"- sowie ein Film über die Entstehung neuen Lebens informierten die Kinder.
Erreicht werden soll das Ziel, "Nein" sagen zu können. Überhaupt ist dieses "Nein"-Sagen wichtig. Dabei, so berichteten die Kinder in einem offenen Gespräch, komme es darauf an, laut und deutlich sein "Nein" zu sagen. Das gilt auch, wenn Erwachsene Kinder anfassen wollen, die das aber nicht wollen. Wenn ein Erwachsener das aber trotzdem tue, dann bleibt nur wegrennen.
Dieses "schlechte Geheimnis" müsse man dann aber jemanden erzählen, zu dem man Vertrauen habe. Bei solchen "schlechten Geheimnissen", für die die Kinder auch Beispiele nannten, fühle man sich nicht wohl.
Wie Rektor Peter Hepperle und Alfons Zschockelt berichteten, wird als nächstes die Klasse 3b der Albert-Schweitzer-Schule in dieses Projekt einbezogen, das von der Schule sehr positiv beurteilt wird. Der Lions-Club, so Zschockelt, der das Projekt wie zuvor schon in der Anne-Frank-Schule mit rund 3.000 Euro unterstützt, versteht sich dabei als Wegbereiter, der "Hilfe zur Selbsthilfe" geben wolle. Deshalb werden in einem pädagogischen Tag auch die Lehrer für diese Aufgabe fit gemacht, damit diese notwendige Arbeit dann an der Schule weitergeführt werden kann, das Projekt kein einmaliges Ereignis bleibt.
Hervorgehoben wurde von Seiten der Schule auch, dass das Projekt bei den Eltern auf äußerst positive Resonanz stieß, nachdem es im Elternabend vorgestellt wurde. Und obwohl die Möglichkeit bestanden hätte, meldete niemand sein Kind von diesem Projekt ab. Über die Ergebnisse wird dann mit dem Eltern nochmals in einem abschließenden Elternabend gesprochen.

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