Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.879.501

Volltextsuche



 

09.06.2002 Necknamen in Stadt und Landkreis Karlsruhe

Das Akkordeon-Orchester Reichenbach umrahmte im Waldbronner Kulturtreff die Lesung von David Depenau (kleines Bild vorne) und Jürgen Stroh, der den Mundartteil beisteuerte.

Das Akkordeon-Orchester Reichenbach umrahmte im Waldbronner Kulturtreff die Lesung von David Depenau (kleines Bild vorne) und Jürgen Stroh, der den Mundartteil beisteuerte.

Rauchschwalben flatterten zwischen Tangos

Musikalisch-literarischer Abend im Kulturtreff

Tango und "Griewewirschd", in diesem Spannungsfeld bewegte sich ein interessanter Abend im Kulturtreff, zu dem Gemeindebücherei Waldbronn und Akkordeon-Orchester Reichenbach eingeladen hatten. Im Mittelpunkt stand David Depenau, der aus seinem Buch über "Die Necknamen in Stadt und Landkreis Karlsruhe" mit dem Untertitel "Von Dohlenaze, Holzlumpe und Milchsäule" las. von den ebenfalls in dem Buch enthaltenen Mundartgedichten steuerte Jürgen Stroh die passende Auswahl bei.
Nach der Begrüßung durch Bibliotheksleiter Christian Steigert eröffnete das Akkordeon-Orchester unter der Leitung von Uwe Müller mit dem "Tango Bolero" des "Tangokönigs" Juan Llossas den musikalisch-literarischen Abend. David Depenau schilderte eingangs, wie er zu seinen Nachforschungen über Necknamen kam, die oft sehr alt sind, aber vom Vergessen bedroht. Deshalb sei es wichtig, die Necknamen schriftlich festzuhalten.
Gefordert waren aber auch die Zuhörer, denn hatte die Namen "anonymisiert", und Aufgabe der Zuhörer war es, den richtigen Ort seinem Necknamen zuzuordnen. Und wie das bei einem Quiz so ist, manche Lösung kam "vor der Zeit", oft schon während der Lesung, bei manchen Namen aber mussten die Zuhörer schlicht passen, da Depenau gut nähere und weiter entfernt liegende Orte gemixt hatte. Für jeden richtig erratenen Ort gab es zu Belohnung eine Karte, und schnell ging dabei Waldbronns stellvertretender Bürgermeister Helmut Völkle uneinholbar in Führung. Ob ihm seine Position als Kreisrat dabei geholfen hat?
Und wer wusste schon, dass mit den "Störch" die Malscher gemeint waren, oder dass die "Linsebaich" in Odenheim zu Hause sind. Passend zu diesen Namen spielte das Quintett des Akkordeon-Orchesters als Überleitung zum zweiten Teil ein "Rondo" über die badisch-pfälzische Volksweise "Ich ging emol spaziere", dessen Text ein Zuhörer sogar spontan noch parat hatte. Zum Schluss seiner Lesung ging es dann außer Konkurrenz mit den "Rauchschwalben", den "Heidebückel" und den "Griewewirschd" in heimische Gefilde. Mit zwei Tangos von Astor Piazolla schloss das Akkordeon-Orchester den gelungenen Abend.

[<< Übersicht]