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06.06.2002 VHS Waldbronn in Berlin

Seinen langen Schatten auf den Alexanderplatz wirft der Berliner Fernsehturm, von dessen 203 m hoch gelegener Aussichtsplattform sich ein phantastischer Blick auf die Hauptstadt bietet. An die Zeit der Teilung Berlins durch die Mauer erinnert das Wachhäus

Seinen langen Schatten auf den Alexanderplatz wirft der Berliner Fernsehturm, von dessen 203 m hoch gelegener Aussichtsplattform sich ein phantastischer Blick auf die Hauptstadt bietet. An die Zeit der Teilung Berlins durch die Mauer erinnert das Wachhäuschen am ehemaligen Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße.

Berlin in Geschichte und Gegenwart

Studienfahrt der VHS bot viele Facetten

"Berlin war eine Reise wert", so lautete das einmütige Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studienfahrt der Volkshochschule Waldbronn in die deutsche Hauptstadt. Diese interessante und lebendige Stadt ein wenig näher kennen zu lernen, fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses 74 der Volkshochschule Waldbronn nach Berlin. Und dieses Vorhaben gelang, wenn auch teilweise etwas anstrengender als gewohnt, denn Reiseleiter und Berlinführer Helmut Zahnleiter hatte es sich zum Ziel gesetzt, "seine Berliner" die alte Reichshauptstadt nicht vom Rundfahrtbus aus erleben zu lassen, sondern geschichtsträchtige Stätten, und davon hat Berlin mehr als genug, unmittelbar zu erfahren.
Eigentlich begann die Berlinfahrt aber schon 14 Tage vorher im Waldbronner Kulturtreff. Dort trafen sich die Teilnehmer, um Details über die Reise zu erfahren. Sie erhielten auch detaillierte Pläne für die "Abendunterhaltung", die mit insgesamt 31 Vorschlägen für die fünf Abende von Oper, Konzert über Schauspiel, Revue, Musical bis hin zu politischen Kabarett für jeden etwas bereithielten, und gleichzeitig von der Vielfalt im kulturellen Leben Berlins zeugten.
Gleich am ersten Abend nach der Anreise stand ein Bummel über den Kurfürstendamm bis zum Adenauer - Platz auf dem Programm. Nach einer kurzen U - Bahnfahrt war das Europa-Center auf dem Tauentzien die nächste Station. Hier wurde vor allem die Wasseruhr bestaunt, gerätselt, wie sie funktioniert und die Zeit abgelesen. Letzter Punkt war dann die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, ehe in gemütlicher Runde vor dem Europa-Center der erste Tag ausklang.
Am Sonntag stand dann ein Rundgang durch Kreuzberg auf dem Programm. Dabei lernten die Berlinfahrer die verschiedenen Sanierungsarten und -zeiten aus eigener Anschauung kennen. Besonders beeindruckt waren alle von den geglückten Sanierungen rund um den Chamissoplatz, ehe erstmals Berlin aus etwas luftigerer Höhe vom Kreuzberg -66 m hoch- betrachtet wurde. Gekrönt wird die höchste natürliche Erhebung Berlins mit dem von Schinkel gestalteten Denkmal zur Erinnerung an die Napoleonischen Befreiungskriege. Auch der derzeit einzige Berliner Weinberg wurde nicht ausgelassen, wo der "Kreuz - Neroberger" wächst. Flughafen Tempelhof und Luftbrückendenkmal waren weitere Stationen, die dann mit der U - Bahn angesteuert wurden. Eine Visite an der East-Side-Gallery bei der Oberbaumbrücke rundete den Nachmittag ab. Danach steuerte die eine Hälfte der Gruppe den Fernsehturm am Alexanderplatz an, um Berlin einmal aus der Höhe von 203 Metern zu erleben, die andere Hälfte hatte sich für das jüdische Museum in Kreuzberg entschieden.

Immer wieder neu enträtselt wird die Uhr der fließenden Zeit im Berliner Europa-Center, unmittelbar neben der Gedächtniskirche (Bild links). Bewundert wurde auch die prächtige Sauer-Orgel im 1894 erbauten Berliner Dom.

Immer wieder neu enträtselt wird die Uhr der fließenden Zeit im Berliner Europa-Center, unmittelbar neben der Gedächtniskirche (Bild links). Bewundert wurde auch die prächtige Sauer-Orgel im 1894 erbauten Berliner Dom

Der Montag begann am Potsdamer Platz. Stationen waren hier das ehemalige Reichsluftfahrtministerium, das heute das Finanzministerium beherbergt, und das Preußische Herrenhaus, der Sitz des Bundesrats in Berlin. Erkundet wurden dann die verschiedenen Zentren des Potsdamer Platzes bis hin zu den Arkaden und dem Sony-Center, wo eine besondere Stimmung herrschte, da hier das ZDF gerade das Fußballspiel Brasilien-Türkei übertrug. Am ehemaligen Mauerverlauf ging es mit dem Gelände in der Wilhelmstraße, dem ehemaligen Sitz von SD und Gestapo, an dunklen Stellen deutscher Geschichte entlang, die in der "Topografie des Terrors" dokumentiert sind. Aber auch das Berliner Abgeordnetenhaus, der ehemalige Preußische Landtag, und der bekannte Walter-Gropius-Bau lagen an diesem Weg, der dann am ehemaligen "Checkpoint Charlie" endete. Von hier schloss sich ein Bummel durch Friedrichstraße, die Passagen und dem Kaufhaus "Galeries Lafayette" an. Gendarmenmarkt und Hedwigs-Kathedrale markierten hier die Schlusspunkte.
Am Dienstag ging es dann am leider immer noch eingehüllten Brandenburger Tor vorbei über den Pariser Platz mit Hotel Adlon zur Straße "Unter den Linden". Mit dem Bus der BVB wurde dann der Schlossplatz und der Lustgarten angesteuert und der Berliner Dom besucht. Nach einer Mittagspause konnten alle den Pergamon-Altar bewundern.
Nikolai-Viertel, Rotes Rathaus und Alexanderplatz setzten den Gang durch Berlins historische Mitte am Mittwoch-Vormittag fort. Vom Alexander-Platz ging es dann mit der S-Bahn nach Potsdam, wo bereits das Potsdam-Mobil zur Schlösserrundfahrt wartete. Dabei wurden unter der sachkundiger Führung fast alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten der brandenburgischen Hauptstadt angesteuert. Den Schlusspunkt setzte dann ein Spaziergang durch den Schlosspark mit Schloss Sans Souci und dem Chinesischen Teehaus.
Nach dem Kofferpacken am Donnerstag stand dann noch der Besuch im Reichstag auf dem Programm. Eine Stunde Plenarsitzung mit den Themen "Nitrofen" und "Krise der Sozialversicherung" konnten die Waldbronner Live auf der Besuchertribüne erleben. Danach wartete dann im Reichstag bereits MdB Axel E. Fischer auf die Gruppe. Dabei entspann sich schnell eine recht lebhafte Diskussion um die Arbeitsweise des Bundestags, aber auch zu Fragen der Bildungs- und Energiepolitik, bei denen Axel E. Fischer seine Schwerpunkte in der parlamentarischen Arbeit gesetzt hat.
Mit einem Besuch der Kuppel des Reichstags endete dieser eindrucksvolle Vormittag. Die Wartezeit bis zur Abfahrt des Zuges wurde dann im Berliner Zoo verbracht, der nicht nur der älteste Zoo Europas ist, sondern auch als einer der artenreichsten Zoos in Europa gilt, mit den beiden Panda-Bären an der Spitze.
Einig waren sich abschließend alle, dass sie eine interessante Berlinreise erlebt hatten, mit vielen neuen Eindrücken von der deutschen Hauptstadt und, wie es einer der Teilnehmer formulierte "mit einer hervorragenden Betreuung und Führung".

 

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