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28.09.2014 Kabarett beim Kulturring

Kabarett mit viel schwarzem Humor

Auch der Wahrsager wurde bei der Partnersuche von Romy Hildebrandt und Jörg Lehmann bemüht.


"Ham se nich, ham se nich, nen Mann für mich?", dieser Song stand nicht nur am Anfang eines Abends beim Kulturring Waldbronn mit dem Dresdner Musikkabarett "Notenkopf", er bestimmte auch den "Partnerwahlk(r)ampf". Unter diesem Thema hatten Romy Hildebrandt und Jörg Lehmann ein Programm mit viel Ironie und gespickt mit bitterbösem schwarzen Humor im Gepäck. Begrüßt wurden sie und die Zuschauer zu Beginn von Christina Rieker, Geschäftsführerin des Kulturring.
Beide brauchen nicht viele Requisiten. Ein Hut, ein Umhang oder ein Mantel genügen, um veränderte Situationen herzustellen. Auf der Bühne genügen ihnen ein Tisch, zwei Stühle und ein schwarz verhülltes Keyboard, passend zum Programm sind beide auch schwarz gewandet.
Partnerschaften, so ihre Erkenntnis, seien "lose atomare Verbindungen, die irgendwann ihre Halbwertzeit erreicht haben". Dennoch blieb für sie die Ehe die Keimzelle der politischen Gesellschaft – und ein dauerhaftes Geschäft für Scheidungsanwälte.
Auch zur Kosmetik waren Ratschläge zu erhalten. Die Deutschen cremten viel, weil sonst der letzte Rest "der glatten Haut glatt abhaut". Cremes seien aber auch gefährlich, sie enthalten Erdöl und führten im Krematorium zum "finalen Burnout".
Aber auch die Lieder, alle auf bekannte Schlager von Jörg Lehmann getextet, haben es sich in sich. So wird aus "Weiße Rosen aus Athen" das schwarzhumorige "Kleine Dosen mit Arsen" – und er kehrt niemals wieder, von Romy Hildebrandt mit aller Süße des Originals interpretiert. Aus "Griechischer Wein" wird "Griech isch hier Wein". Aber auch Positives hatten Hildebrandt und Lehmann zu vermelden: Orangenhaut ist gesund, die Frauen können dann ihr körpereigenes Vitamin C produzieren.
Bei vielen treffenden Nummern blieb den Zuschauern das Lachen fast im Halse stecken. So bei der Lektüre gewisser Angebote im Anzeigenteil von Zeitungen wie "Michelle, 49, ohne Tabus", was zur der letztlich nicht geklärten Frage führte: Was sind Tabus, die Betonung lag dabei auf dem a. Oder als sie eine psychologische Zeitschrift abonnierte, mit Fachbegriffen nur so um sich warf und schließlich resigniert fragte: "Wo sind die einfachen Männer geblieben?"
Auch die Liebe vieler Menschen zum Tier bekam ihr Fett weg. Sie sei eine Therapie für alle, die von ihren Artgenossen "die Schnauze voll haben" und folgerichtig kam der Appell an die Politik, auch Partnerschaften mit dem Hund sollten "als vollwertige Partnerschaften" anerkannt werden.
Für den Beifall am Schluss bedankten sich Romy Hildebrandt und Jörg Lehmann mit einem musikalischen Kalender zur Melodie von Frank Sinatras "It is my way".

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