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31.07.2014 Gemeinderat im Wald

"Schwarzwaldbestockung" wird angestrebt

Um die Anlage eines neuen Grillplatzes ging es beim ersten Parkplatz an der Straße nach Etzenrot.

Die Anlage eines neuen Grillplatzes, Zugang zu einem Wohnanwesen, Nadelbaumverjüngung und maschinelle Waldpflege sowie Pflege und Gestaltung von Waldrändern waren Punkte der zweistündigen Waldbegehung durch den Waldbronner Gemeinderat, zu der Bürgermeister Franz Masino auch mehrere Bürger begrüßen konnte. Die fachlichen Erläuterungen gaben dabei Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer.
Deutlich wurde, dass der Waldbronner Gemeindewald schwerpunktmäßig der Erholung dienen soll. Dabei gelte es zwischen Naturschutz und Verkehrssicherheit abzuwägen. Gesetzt wird auf eine Nadelbaumverjüngung durch Douglasien, da die zunehmende Klimaerwärmung die Fichtenanteile zurückdrängen wird. Die Douglasie, so Mayer an einer Aufforstung im Hetzelstal, vertrage Trockenheit und Wärme. In Douglasienbeständen, das belegten neue Studien, gebe es eine mindestens gleichwertige Artenvielfalt bei der Bodenvegetation wie in einem Buchenwald. Seit 2009 wurden jährlich 900 Douglasien auf Fehlstellen gepflanzt, um die von der Gemeinde gewünschte "Schwarzwaldbestockung" zu erreichen, informierte Mayer. Waldbronn habe aber dennoch einen artenreichen Wald. Die Kosten für eine Douglasie einschließlich pflegerischer Maßnahmen in den Folgejahren bezifferte Mayer auf etwa 10 Euro.

Vor Ort informierten sich die Waldbronner Gemeinderäte und zahlreiche Bürger über den Waldbronner Gemeindewald. Die fachkundigen Erläuterungen gaben Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer.

Zum Thema Erholungswald gehört auch die Anlage eines neuen Grillplatzes. Vorgesehen ist er am ersten Parkplatz kurz vor den Odenwiesen an der Straße nach Etzenrot. Für diese Maßnahme engagiert sich auch der Waldbronner Jugendgemeinderat. Der Standort, so Jürgen Hemberger, Leiter des Technischen Amts, solle eingeebnet und die vorhandenen Steine zur Abgrenzung genutzt werden. Er stellte auch einen ersten Übersichtsplan vor. Geprüft werde, ob eine Schutzhütte aus der Nachbarschaft auf den Grillplatz versetzt werden könne. Aus dem Gemeinderat kam die Anregung, den Grillplatz durch einen Zaun gegen die benachbarte Straße abzusichern. Der Standort wurde nicht nur vom Gemeinderat sondern auch von beiden Forstbeamten gutgeheißen. Die Anbindung sei gut und zur Straße hin könne ein Lärm- und Sichtschutzwall geschaffen werden.
Die Zufahrt zu einem Grundstück am Waldrand in der Etzenroter war bisher nur durch einen Waldrandweg gegeben. Er soll jetzt durch eine Dienstbarkeit gesichert werden. Ein weiterer Punkt war die neue Wendeplatte, die am Ende der sanierten Hetzelstraße für Müll- und Rettungsfahrzeuge entstand. Dazu musste ein kleiner Teil eines Waldweges aufgeweitet und gepflastert werden.
Besucht wurde auch ein Waldstück im "Hetzelrain", wo 2013 bereits die zweite Durchforstung stattfand. Mayer erläuterte das Verfahren und die Anlage von Rückegassen, auf denen sich die Maschinen bewegen. Auf der letzten Station ging es um Waldgestaltung und Ausgleichsmaßnahmen. Die Forstleute stellten dabei auch einen 110-jährigen Buchenmischwald vor. Die Verwendung von Buchenholz, früher durch die Möbelindustrie stark nachgefragt, sei zugunsten von Metall und Kunststoff deutlich zurückgegangen. Ein Problem sei der giftige Kirschlorbeer, der als Abfall aus den Gärten im Wald deponiert werde und sich immer mehr ausbreite.
Bei der Abschlussbesprechung betonten Rupp und Mayer, dass der Brennholzbedarf gedeckt werden kann. Angesprochen wurde auch das schwebende Verfahren des Kartellamts, das vor allem baden-württembergische Gemeinden wegen der beschränkten Ausschreibung bei Stammholz im Visier habe.

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