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27.06.2014 75 Jahre Feuerwehr Etzenrot

Feuerwehr Etzenrot feierte ihr 75-jähriges Jubiläum

Das Bild der Etzenroter Feuerwehr entstand zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1964.

"1939 bis 2014 Immer da, wenn Hilfe nötig ist", dieses Motto hat die Freiwillige Feuerwehr Etzenrot als Motto für ihr 75-jähriges Jubiläum gewählt. Nach dem Brandschutztag im Mai begann das Festwochenende mit dem Festbankett im Gesellschaftshaus Etzenrot, das geprägt war von Grußworten und Ansprachen. Musikalisch wurde es am Klavier umrahmt von Katja Polyakova von der Musikschule Waldbronn.
Eine große Zahl von Ehrengästen aus Feuerwehr, Politik und Gemeinde konnte Abteilungskommandant Klaus Pukowski begrüßen und nannte dabei namentlich Bürgermeister Franz Masino, MdL Werner Raab, Kreisbrandmeister Thomas Hauck, den stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden Ekkhard Helms, Unterkreisführer Heribert Seethaler, Waldbronns Ortskommandant Hartmut Karle, seinen Vorgänger Peter Weißenborn, die Abteilungskommandanten Tobias Härtenstein und Jochen Ziegler aus Busenbach und Reichenbach, Martin Rickersfeld und Hartmut Schroth vom Polizeiposten Waldbronn sowie Pfarrer Torsten Ret. Besonders grüßte Pukowski Gäste mit Guillaume Gruyer den Kommandanten der Pompiers aus der Partnergemeinde Esternay, von der auch der Komiteevorsitzende James Fouquet gekommen war. Aus der Partnerstadt Stadtilm war Stadtbrandmeister Rene Strelow zum Jubiläum gekommen.

Ehemalige und aktuelle Ortskommandanten mit Otto Ziegler, einem Urgestein der Etzenroter Wehr (v.li.):  Hartmut Karle, Otto Ziegler, Bernd Bull und Peter Weißenborn.

Etzenrots Abteilungskommandant ging dann in Schlaglichtern auf die 75-jährige Geschichte der Etzenroter Wehr ein. Um 1900, so die Chronik, eilten Männer zum Brandort, bildeten eine Menschenkette und reichten gefüllte Wassereimer weiter. Um 1903 schaffte die Gemeinde eigenes Löschgerät an und der Bürgermeister war für eine funktionierende Löschtruppe in seinem Ort verantwortlich.
Mit dem Aufkommen des Dritten Reichs wurde der Brandschutz der Landesverteidigung zugeordnet. Etzenrot geriet immer mehr unter behördlichen Druck und 1939 forderte der Kreisfeuerwehr-Führer, wie er damals hieß, den Etzenroter Bürgermeister ultimativ auf, Mittel für die Einkleidung einer Mannschaft bereit zu stellen. Dreißig Männer waren gefordert, Bürgermeister Dahlinger konnte aber nach intensiven Vorarbeiten, er und seine Gemeinderäte gingen von Haus zu Haus, nur 22 Männer am 4. Juli 1939 im Gasthaus "Hirsch" begrüßen.
Mit der Führung der Wehr wurde Webermeister Anderer beauftragt. Ihre Sollstärke erreichte die Etzenroter Wehr nie, da wenige Tage nach der Gründung der Zweite Weltkrieg ausbrach und die ersten Feuerwehrangehörigen eingezogen wurden. Zudem war das Löschgerät überaltert, Ersatz blieb aber aus, weil nur für den "Endsieg" produziert werden durfte.

Ehemalige und aktuelle Abteilungskommandanten mit Otto Ziegler: (von links) Abteilungskommandanten: Bernd Anderer, Otto Ziegler, Klaus Pukowski, Tobias Müller.

Mühsam war der Neuanfang nach dem Krieg. Oskar Schäfer wurde durch die Besatzungsmacht als Verantwortlicher für das Löschwesen eingesetzt. 1948 kam es zur Neugründung mit 25 Aktiven und Albert Müller wurde zum Kommandanten gewählt. Ihm folgte 1952 Friedrich Rimmelspacher. In seiner Zeit erhielt die Feuerwehr ein Tragkraftspitzenfahrzeug und öffnete damit das Tor zu einer zeitgemäßen Ausrüstung. 1962 wurde Richard Rabold Kommandant. In seiner Zeit feierte die Wehr ihr 25-jähriges Jubiläum.
Danach ging die Entwicklung rasant weiter. 1966 begannen die Vorarbeiten für ein eigenes Gerätehaus. In diesem Haus entstand mit Landeszuschüssen eine Schlauchwerkstatt, die den Nachbargemeinden offen stand. 1968 beschaffte die Gemeinde ein Löschgruppenfahrzeug, das dank guter Pflege 30 Jahre seinen Dienst versah. Mit dem Einzug ins neue Haus 1969 wurde die Ausrüstung um ein Tanklöschfahrzeug verbessert, das bereits mit Sprechfunk ausgerüstet war.
1970 wurde in Etzenrot auf Initiative von Wilhelm Höger eine Jugendwehr gegründet, die sich bei mehreren Leistungsprüfungen hervortat. Auch nach seiner aktiven Zeit war Wilhelm Höger nicht untätig. Ab 1999 engagierte er sich als Obmann der Alterswehr Etzenrot.
Einen weiteren Einschnitt bildete die Gemeindereform. Die Feuerwehren wurden unter einem Kommandanten zusammengefasst, die drei Ortsteilwehren wurden jeweils von einem Abteilungs-Kommandanten geführt. In Etzenrot waren dies Richard Rabold, Bernd Anderer, Klaus Pukowski, Tobias Müller und seit 2013 wieder Klaus Pukowski. Auch bei den Ortskommandanten kamen mit Bernd Bull und Peter Weißenborn zwei aus der Etzenroter Wehr.

Ehrungen v.l.): Joachim Anderer (30 Jahre Kassier), Abteilungskommandant Klaus Pukowski, Michael Anderer (25 Jahre aktiv).

Umbauten im Feuerwehrhaus, neue Fahrzeuge und Erfolge der Jugendwehr bei Leistungsprüfungen auf Kreisebene kennzeichnen die zurückliegenden Jahre. Heute, schloss Pukowski seinen Rückblick, verfüge Etzenrot mit 35 Aktiven über eine schlagkräftige Abteilung.
Die ehrenamtlich tätigen Freiwilligen Feuerwehren seien wesentlicher Bestandteil gemeindlichen Lebens, sagte MdL Werner Raab in seinem Grußwort. Ortskommandant Hartmut Karle hob hervor, dass Feuerwehren noch in allen drei Ortsteilen bestehen, während andere Vereine zu Fusionen gezwungen seien. Karle lobte auch die bereits 40 Jahre währende Partnerschaft mit der Wehr aus Esternay, die zu einer Zeit begonnen habe, als die deutsch-französische Freundschaft noch keine Selbstverständlichkeit war.

Übergabe der Wärmebildkamera durch den Förderverein (v.l.): Klaus Pukowski, Kassier Bastian Weber, Hartmut Karle, Michael Anderer.

Die Grüße des Landrats und der Kreisfeuerwehren überbrachte Kreisbrandmeister Thomas Hauck. 75 Jahre seien Frauen und Männer in Etzenrot bereit gewesen, trotz aller beruflichen Anspannung zu helfen. Das 75-jährige Jubiläum nannte Hauck sowohl für die Wehr wie auch für die Gemeinde eine Verpflichtung für die Zukunft. Für den Kreisfeuerwehrverband gratulierte der stellvertretende Vorsitzende Ekkhard Helms.
Die Feuerwehr kommt, wenn es brennt", dieses Wort gelte immer noch, sagte Bürgermeister Franz Masino. In den 75 Jahren wurden die technischen Grundstrukturen wesentlich erweitert, der Dienst aber nicht leichter, denn die Anforderungen gestiegen. Hinter der Feuerwehr stehen Frauen und Männer, die sich für das Wohl ihrer Mitmenschen engagieren und dabei oft ihr Leben riskieren. Für die Zukunft sagte der Bürgermeister zu, die Leistungsfähigkeit der Wehr auf hohem Niveau zu halten. Etzenrot, so lobte er, rage auch durch seine hervorragende Jugendarbeit heraus.
Grußworte überbrachte Leutnant Guillaume Gruyer, Kommandant der Pompiers aus Esternay, übersetzt wurde er von Reiner Lange, der als Gastgeschenk "Löschwasser" aus der Champagne für die Feuerwehr Etzenrot mitbrachte, Klaus Pukowski revanchierte sich mit einem Schlauchadapter für gemeinsame Übungen. Zum Jubiläum gratulierte auch Stadtbrandmeister Rene Strelow aus der Partnerstadt Stadtilm.

Grußwort der Wehr aus der Partnergemeinde Esternay (v.l.): Reiner Lange, Komiteevorsitzender in Etzenrot, Johan Martzolf und Guillaume Gruyer, Stellvertreter und Kommandant aus Esternay, Klaus Pukowski und Ortskommandant Hartmut Karle.

Geehrt wurden Michael Anderer, er gehört der Wehr seit 25 Jahren an, und Joachim Anderer, der 30 Jahre als Kassier aktiv war. Michael Anderer gratulierte dann als stellvertretender Vorsitzender der 115 Mitglieder zählenden Fördergemeinschaft. Er übergab der Wehr eine Wärmebildkamera, die bei Einsätzen in verqualmten Räumen lebensrettend wirken kann. Über Jahre habe die Fördergemeinschaft Rücklagen angespart, um zum Jubiläum für annähernd 10000 Euro die Kamera der Wehr schenken zu können.

Gemeinsam zu Werk gingen 4 Pompiers aus Esternay und 11 Feuerwehrleute aus Etzenrot und löschten einen brennenden Wohnwagen.

Das Feuerwehrfest am Sonntag hatte regen Zulauf. Vor allem als am Nachmittag die Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn zur Übung vom Gerätehaus zur Wiesenfesthalle fuhren, nahm die Zahl der Besucher deutlich zu. Interessiert verfolgten sie die Übung unter der Leitung von Jannis Duffner, bei der Feuerwehrleute aus Esternay und Etzenrot gemeinsam einen brennenden Wohnwagen löschten. Ausgearbeitet hatte die Übung Etzenrots stellvertretender Abteilungskommandant Christian Müller.

Nach der Übung stellten sich Etzenroter und Esternayer Feuehrleute dem Fotografen.


Die Jubiläumsfeierlichkeiten klingen mit der Teilnahme der Wehr am Etzenroter Dorffest vom 26.-27. Juli und mit einer langen Partynacht am 27. September in der Wiesenfesthalle aus, bei der die Band "Willenlos" den Fans einheizen wird.

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