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13.04.2002 Waldbronner Wetterstation mit Bürgerfest eingeweiht

Bürgermeister Harald Ehrler begrüßte im Festzelt Jörg kachelmann (linkes Bild). ARD – Wetterfrosch Jörg Kachelmann trug sich beim Bürgerfest zur Einweihung der Waldbronner Wetterstation auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein, aufmerksam beobachtet durch..

Bürgermeister Harald Ehrler begrüßte im Festzelt Jörg kachelmann (linkes Bild). ARD – Wetterfrosch Jörg Kachelmann trug sich beim Bürgerfest zur Einweihung der Waldbronner Wetterstation auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein, aufmerksam beobachtet durch die Kameras von ARD und MDR..

Was hat der Mond mit dem Wetter zu schaffen?

Jörg Kachelmann bei der Einweihung der Waldbronner Wetterstation

Bürgerfest lockte viele Waldbronner an

Gleich zweimal kommt die Einweihung der Waldbronner Wetterstation im Fernsehen: Am Montag, 22. April wird in "Wetter im Ersten" um 19:49 Uhr in der ARD ein kurzer Spot kommen, ein ausführlicher Bericht ist am Donnerstag, dem 2. Mai um 19:50 Uhr im MDR in der Sendung "Donnerwetter" zu sehen!
Zu einem echten Bürgerfest wurde die Einweihung der Waldbronner Wetterstation beim Wasserhochbehälter Reichenbach. Fast ganz Waldbronn schien auf den Beinen und hatte sich trotz regnerischem Wetter auf den Weg gemacht. "Hauptattraktion" war natürlich ARD –Wetterfrosch Jörg Kachelmann, dessen Firma Meteomedia die Waldbronner Station betreibt. Mit Kachelmann gekommen waren gleich zwei Fernsehteams, einmal von der ARD und zum anderen vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Musikalisch umrahmt wurde das Bürgerfest gemeinsam durch die drei Waldbronner Musikvereine unter der Stabführung von Gernot Franz.
Bürgermeister Harald Ehrler stellte in seiner Begrüßung unwidersprochen fest, dass die Waldbronner "wohl weniger wegen mir gekommen sind". Der Grund sei vielmehr Jörg Kachelmann, der in den zurückliegenden Wochen für Schlagzeilen gesorgt habe, da er jetzt neben dem "Wetter im Ersten", immer Montag bis Freitag 20 vor Acht und samstags 10 vor Acht, jetzt auch den Wetterbericht im Anschluss an die Tagesthemen dem Deutschen Wetterdienst abgejagt habe. Kachelmann, so der Bürgermeister, sei damit "der Wetterfrosch von Deutschland".
Waldbronns Bürgermeister konnte unter den Teilnehmern am Bürgerfest aber auch Landrat Claus Kretz, sehr viele Nachbarbürgermeister und Waldbronns Ehrenbürger Martin Altenbach willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Patrice Valentin aus der Partnergemeinde Esternay, der erstmals in Waldbronn zu Besuch sei. Ehrler schilderte dann, wie es zur Wetterstation in Waldbronn kam. Er begegnete Jörg Kachelmann beim Deutschen Tourismustag im Land Fleesensee in Mecklenburg – Vorpommern, wo Jörg Kachelmann einen Vortrag hielt, in dem er erwähnte, dass er Standorte für weitere Wetterstationen suche. Spontan interessierte sich Waldbronns Bürgermeister für diese Möglichkeit, vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats, nach dessen Zustimmung Meteomedia die Anlage installierte.
Nachdem sich Jörg Kachelmann dann in das Goldene Buch der Gemeinde Waldbronn eingetragen hatte, ging es In einer lockeren Talkrunde natürlich um das Wetter. Dabei stellte Kachelmann klar, dass er kein "Wettergott" sei, sondern nur auf der Grundlage seiner nunmehr 400 Messstationen möglichst genaue Vorhersagen treffen könne. Das dichteste Netz dabei ist in Baden vertreten, eine Frage, die es einmal "ethnologisch zu klären" gelte. Aber "wer lokal vorhersagen will, muss auch lokal messen", so das Credo Kachelmanns. Dabei gab es ein kleines Intermezzo mit Bürgermeister Dieter Süß aus Malsch, den Kachelmann direkt fragte: "Warum haben Sie noch keine Wetterstation?" und Bürgermeister Harald Ehrler darauf: "Bitte nicht! Lasst uns die einzige Wetterstation im Landkreis Karlsruhe!"
Kräftig räumte Kachelmann dann mit der Meinung auf, der Mond habe Einfluss auf das Wetter. "Lasset ab von diesem Aberglauben", so sein dringlicher Appell. Die Luft sei zu leicht, um vom Mond beeinflusst zu werden. Wenn der Mond Einfluss hätte, dann müsste sich auf der ganzen Welt das Wetter immer gleichzeitig ändern. Aber auch der Hundertjährige Kalender, basierend auf einer siebenjährigen Wetterbeobachtung im Mittelalter, habe nur eine Trefferquote von 50 Prozent. Dagegen funktionierten die Bauernregeln teilweise auf lokaler Ebene. Insgesamt sei eine Wettervorhersage über einen längeren Zweitraum nicht zu erstellen. Fünf Tage fast immer, manchmal bis zu sieben Tage seien hier die Grenzen.
In der Waldbronner Wetterstation seien bestimmte internationale Messnormen einzuhalten, um vergleichbare Werte zu erhalten. So müsse einmal "zwei Meter über Wiese" gemessen werden, der Wind dagegen an einem zehn Meter hohen Mast. Die Waldbronner Wetterstation liefere Folgende Messergebnisse: Temperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Sonnenscheindauer, Wind und Windböen. Die aktuellen Daten dieser Station, aber auch anderer Messstationen sind übrigens auf der Internetseite der Gemeinde Waldbronn unter "www.waldbronn.de/Links/Daten der Waldbronner Wetterstation" seit Inbetriebnahme für jeden abrufbar.
Landrat Claus Kretz, von Jörg Kachelmann zu einem Grußwort aufgefordert, -"Wenn schon ein Landrat da ist, dann muss der auch ein paar Worte sagen"- erinnerte an Kachelmanns Zeit bei SWR 3 und hob hervor, dass sich die Moderation von Kachelmann bei den Wetterberichten durch ihre erfrischend lockere Art von den anderen Wetterberichten abhebe. "Behalten Sie Ihre Art der Moderation so bei wie bisher!", schloss der Landrat.
Danach ging es dann vom Festzelt zur Wetterstation, wo die Info – Tafel durch Landrat Claus Kretz, Jörg Kachelmann und Waldbronns Bürgermeister enthüllt wurde. Passend zum Anlass zündete der Schützenverein Waldbronn ein "Donnerwetter" mit Böllerschüssen.

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