Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.466.505

Volltextsuche



 

31.03.2014 Zeozweifrei im Quartier

Höhere Lebensqualität durch Sparen?

Intensive Gespräche an den Tischen prägten den Abend.


Die Antwort auf die Frage, wie ein Plus an Wohlbefinden und die Wertsteigerung einer Immobilie kostengünstig erreicht werden können gab die Bürgerinformation zu einer möglichen Nahwärmeversorgung in Waldbronn-Etzenrot.
Bei der Informationsveranstaltung wurden interessierten Bürgerinnen und Bürger die Ergebnisse der Datenerhebung und der persönlichen Befragungen der Bewohner über ihre Häuser vorgestellt. Zudem konnte sich jeder anhand einer Thermographieaufnahme den individuellen Energiestatus seiner Immobilie aufzeigen zu lassen. Beauftragt von der Gemeinde Waldbronn war damit die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises Karlsruhe, die im Rahmen der „zeozweifrei“-Kampagne für ein Quartier in Etzenrot die entsprechenden Erhebungen durchgeführt hatte.
In seiner Begrüßung ging Bürgermeister Franz Masino auf die besondere Situation des ausgewählten Wohnquartiers in Etzenrot ein: Durch die Maßgabe, den damaligen Status des Luftkurortes in Waldbronn nicht zu gefährden, sei die Elektronachtspeicherheizung Mittel der Wahl gewesen. Energiewende und Generationswechsel mache jedoch ein Umdenken erforderlich. Mit diesem Projekt sollen Möglichkeiten gefunden werden, den Betroffenen den Umstieg von den immer teurer werdenden Nachtstromheizungen zu erleichtern. Deutlich sprach sich Bürgermeister Masino für ein Nahwärmekonzept aus und forderte verbindliche Zusagen – einen „Schwur“ dafür ein.
Birgit Schwegle von der Umwelt- und Energieagentur des Landkreises Karlsruhe erläuterte die Zielsetzungen des „zeozweifrei“-Konzeptes, das in enger Kooperation mit den Waldbronner Selbständigen stattfindet und stellte fest: „Es wird zu wenig saniert“; Nebenkosten würden so zur zweiten Miete, da über 70 Prozent der Energiekosten für Heizenergie anfielen.
259 Gebäude wurden von außen besichtigt, 53 Prozent der Bevölkerung interviewt, 209 Gebäude sind über 35 Jahre alt, 85 Heizungen älter als 1985.
Der große Ansturm auf die Beratungsangebote im Vorfeld mit über 40 Beratungen, biete in diesem Quartier eine gute Chance für die Umsetzung größerer, gemeinschaftlicher Lösungen, so Birgit Schwegle.
Für eine dieser Möglichkeiten entwickelte H. Dresen vom Ingenieurbüro Dresen & Birg verschiedene Szenarien der Nahwärmeversorgung mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks. Dessen zahlreiche Vorteile lägen zum Beispiel im geringen Platzbedarf: statt Kessel benötige man nur einen kleinen Wärmetauscher. Auch entfielen Wartung und Schornsteinfeger sowie die Auflagen des Erneuerbaren Energiegesetzes. Lohnend erscheine aufgrund der Datenlage vor allem der Bereich „Esternaystraße“ mit seiner dichten und homogenen Bebauung. Dies gelte im Übrigen auch bei bereits existierenden Gasheizungen, die älter als 20 Jahre sind, bei denen ein Austausch anstehe.
Unumstößlich sei die Machbarkeit jedoch abhängig davon, wie viele sich anschließen. Dann erst könne man auch genauere Kosten für die Haushalte, abhängig vom Wärmebedarf und dem Umfang des Leitungssystems, ermitteln. Dies gehe nur über Akzeptanz, nicht über einen Anschlusszwang. Wichtig sei es demnach Überzeugungsarbeit zu leisten, im Folgenden könne jedoch meist mit einer Eigendynamik gerechnet werden. Eine der vordringlichen Aufgaben – nicht nur für die Energieagentur, sondern auch für die interessierten Etzenroter Bürger. „Wenn nicht jetzt - wann dann, später kommt eine solche Chance sicher nicht mehr“, so der eindringliche Apell von Bürgermeister Franz Masino in seinem Schlusswort.
Im Anschluss daran ergaben sich viele intensive Gespräche an den verschiedenen Thementischen, an denen die Vertreter der Waldbronner Firmen Heizungsbau Meister, Sanitärtechnik Becker, Stuckateur Hornikel, Siffermann Holzbau sowie die Mitarbeiter der Umwelt- und Energieagentur Rede und Antwort standen. Über finanzielle Zuschüsse und Fördermöglichkeiten informierte Martin Leicht von der Volksbank.

[<< Übersicht]