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16.03.2014 Armin Fischer beim Kulturring

Virtuoses Können mit Humor gepaart

Der Klaviervirtuose Armin Fischer bei seinem Gastspiel im Kulturtreff.


Bereits zum 4. Mal war der Klaviervirtuose Armin Fischer mit einem "Klavierabend zum Lachen" zu Gast beim Kulturring Waldbronn. Und sichtbar hat er in Waldbronn eine treue Fangemeinde, denn die Veranstaltung im Saal des Kulturtreff war gut besucht, wie Geschäftsführerin Christina Rieker bei der Begrüßung erfreut feststellte.
Auf der Bühne des Kulturtreff war es wie immer bei einem Gastspiel von Armin Fischer: da steht ein Flügel, den gegen Ende eine Büste von Franz Liszt ziert. Armin Fischer betritt die Bühne in hellem Frack und Fliege, wie ein Konzertpianist. Das ist aber nur ein Teil des Abends, gewissermaßen die mehr als virtuose Grundlage. Auf ihr baut Fischer ein umwerfend komisches Programm mit vielen musikalischen Verästelungen bis in unsere Tage. Dabei verblüfft der Musikkabarettist immer wieder mit seinem pianistischen Können, das aber nie zum Selbstzweck wird, sondern immer augenzwinkernd konterkariert wird durch gesprochene Erläuterungen oder durch das pathetische Gehabe mancher Pianisten, das Fischer gleich eingangs gekonnt karikiert: "Als ich klein war, dachte ich, der Mann ist krank, ich wusste ja noch nicht, dass man das Interpretation nennt!", so seine Erläuterung dazu.
Neben anderen bekam auch Richard Clyderman sein Fett weg, als Fischer dessen "Ballade Pour Adeline" kurzerhand mit zwei ausgestreckten Fingern spielte. Aus früheren Programmen streute er auch seine Vergangenheit als Barpianist auf einem Kreuzfahrtschiff ein, "sehr angenehm, man muss nur aufpassen, dass der Kapitän kein Italiener ist!" Verblüffend sind die Erkenntnisse, wenn er Gershwins "Rhapsody in Blue" mit Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 kombiniert. Nicht gut gehe auch Beethovens "Für Elise" aus, bei der er Parallelen zu Themen der Filmmusik aus "Spiel mir das Lied vom Tod" entdeckte und dies auch gleich mit Mundharmonika-Unterstützung belegte. Oder wer wusste, dass einer der bekanntesten Komponisten "Allegretto" heißt, belegt mit dem "Rondo alla Turca", oder dass es auch eine "Wellness-Fassung" von Edvard Griegs "Morgendämmerung" gibt.
Nach der Pause beeindruckte Fischer mit einer Improvisation zu dem Schlager "Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen" und brachte Schubert und Konstantin Wecker zusammen. Neu waren auch die Erkenntnisse, dass man viele Krankheiten musikalische erklingen lassen kann wie ADHeS oder EHEC. Klavier und Melodica bemühte Fischer beim legendären "Je t'aime". Markante Stationen seines Lebens hatte er in Franz Liszts "Liebestraum" als Kommentare eingearbeitet.
Höhepunkt war aber der furiose Schluss, wo sich Fischer Musiktitel zurufen ließ und Musik von Mozart, Tschaikowsky, Beethoven und Jazz-Melodien zu einer stupenden Einheit verschmolz. Für den lang anhaltenden Beifall bedankte sich Fischer mit zwei Zugaben.
Abschließend wies Christina Rieker noch auf das nächste Gastspiel beim Kulturring hin: am 6. April feiern die "Lollipops" ihr Silbernes Bühnenjubiläum im Kulturtreff.

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