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06.02.2014 Sicheres Wohnen

Info zu "Sicheres Wohnen" war gut besucht

Bei der Eröffnung der Infoveranstaltung "Sicheres Wohnen": (von links) Erster Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Rausch, Polizeihauptkommissar Martin Rickersfeld und Bürgermeister Franz Masino.


In Zusammenarbeit mit der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Karlsruhe wurde in den Gemeinden Karlsbad, Marxzell und Waldbronn eine Vortragsreihe "Sicheres Wohnen" angeboten. Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, belegte der gute Besuch der drei Abende. Insgesamt kamen in den drei Gemeinden knapp 200 Bürger, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.
In Waldbronn konnte Bürgermeister Franz Masino über 70 interessierte Gäste begrüßen. Die Vortragsreihe, lobte Waldbronns Bürgermeister, sei auf Initiative des Polizeipostens Albtal und der Gemeinden Karlsbad, Marxzell und Waldbronn zustande gekommen und soll den Bürgerinnen und Bürgern wichtige Tipps und Hinweise zum Thema Sicheres Wohnen und Einbruchschutz geben. Polizeihauptkommissar Martin Rickersfeld, Leiter des Polizeipostens Albtal erläuterte, dass man sich bei der Klausurtagung von Polizeiposten und Ortspolizeibehörden im vergangenen Oktober auch über das Thema der steigenden Wohnungseinbruchszahlen unterhalten habe und nach Aufklärungsmöglichkeiten gesucht habe. In die Aufklärungsarbeit hat sich dann der FöSSL mit dem Aufstellen der Plakatwände eingebracht und die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle hat die Vortragsveranstaltungen angeboten. Ziel sei, Informationen darüber zu geben, wie eine Wohnung sicherer gemacht werden kann, was oft mit geringen Mitteln möglich sei. Masino und Rickersfeld begrüßten dazu den Ersten Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Rausch von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe.
Er begann seinen Vortrag mit der These "Wer rein will, kommt rein!" und erntete dafür Kopfnicken der Zuhörer. Das sei aber nicht so, sonst würde er hier nicht stehen, so Rausch. Es gebe heute sehr gute Sicherheitstechnik, die das Reinkommen zumindest erheblich erschwert. Die "üblichen" Einbrecher suchten einen möglichst schnellen und leisen Weg ins Gebäude, der durch Sicherheitstechnik mit entsprechend einbruchhemmender Wirkung verhindert werden kann. Unter Sicherheitstechnik sind sowohl die mechanische Sicherung der Türen und Fenster wie auch die elektronische Sicherung des Gebäudes mit Bewegungsmeldern und Alarmanlagen zu verstehen. Aber nur die mechanische Sicherung verhindere, dass der Einbrecher ins Gebäude komme, die elektronische Sicherung melde nur, dass ein Einbrecher im Gebäude ist.
Rausch zeigte in seinem Vortrag die Entwicklung der Einbruchszahlen in den vergangenen Jahren auf. Während noch in den Jahren 1990 bis 2010 die Einbruchszahlen rückläufig waren, musste in den vergangenen drei Jahren wieder ein Anstieg verzeichnet werden. Ein Fragezeichen setzte Rausch hinter das oft gehörte Argument der Nähe zu den Ostgrenzen. Nordrhein-Westfalen habe die höchste Einbruchsquote. Positiv steht dieser Entwicklung gegenüber, dass die Zahl der gescheiterten Einbrüche in den vergangenen vier Jahren stark zugenommen habe, da offenbar die Sicherheitstechnik wirke. Die Aufklärungsquote liege bei Einbrüchen nur bei rd. 15 %. Hier sollte sich jeder eine Liste der Wertgegenstände in seinem Haushalt anlegen, die Dinge fotografieren und, soweit möglich, auch mit eindeutigen Kennzeichnungen versehen, damit im Falle des Diebstahls und einem Wiederauffinden der Gegenstände diese dem bisherigen Eigentümer zugeordnet werden können.
Schwachpunkte bei Einfamilienhäusern sind Fenstertüren und Fenster, bei Mehrfamilienhäusern Wohnungseingangstüren und leicht erreichbare Fenstertüren und Fenster, die von den Einbrechern überwiegend genutzt werden. Meist reicht dem Einbrecher schon ein einfacher Schraubendreher, um eine Terrassentür oder ein Fenster aufzuhebeln. Ein weiteres großes Plus für die Einbrecher sind gekippte Türen oder Fenster. Für den Einbrecher sei es ein Leichtes, solche gekippten Fenster oder Türen zu öffnen. Hier helfen abschließbare Türgriffe, die aber auch nur in Verbindung mit entsprechen Sicherungsmaßnahmen an Band- und Schlossseite eine einbruchhemmende Wirkung entfalten.
Nicht abgeschlossene Haustüren sind eine weitere Einladung für Einbrecher. Deshalb, so der Rat des Experten, sei es wichtig, die Haustür beim Verlassen des Hauses immer abzuschließen. Zusätzlichen Schutz bieten hier nachrüstbare Querriegel oder Sperrbügel. Auch ein hochwertiger Zylinder, der nicht bereits bei einfacher mechanischer Gewalt bricht oder sich ziehen lässt, ist in Verbindung mit dem entsprechenden Schutzbeschlag ein wichtiger Faktor zum Einbruchschutz.
Insgesamt lassen sich alle vorhandenen Türen und Fenster sehr gut nachrüsten, um eine bestimmte Widerstandsklasse zu erreichen. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle biete hier eine umfassende Beratung an, die zu Hause direkt am Objekt erfolge. Die Beratungen, so Rausch, seien kostenlos, produkt- und herstellerneutral und absolut unverbindlich. Die Polizei biete aber Listen mit zertifizierten Herstellern bzw. Firmen an, die über das notwendige "Know-How" verfügen. Bei einem Neubau, einem Umbau oder einer Renovierung sollte sich der Bauherr im Vorfeld beraten lassen. Oftmals ließen sich mit geringem finanziellem Aufwand deutliche Verbesserungen beim Einbruchschutz erzielen.
Weitere wertvolle Hinweise gab es auch zu Verhaltensweisen für Betroffene, wenn sich Einbrecher im Haus befinden und zum Thema "Wachsamer Nachbar". Wachsamkeit in der Nachbarschaft sei ein guter Schutz gegen Einbrecher. "Sprechen Sie unbekannte Personen auf dem Nachbargrundstück ruhig an und fragen, was diese hier suchen", so Rausch. Oftmals sei an der Reaktion schon ersichtlich, ob "irgendetwas" nicht in Ordnung sei. Bei verdächtigen Beobachtungen sollte sofort die Polizei mit dem Notruf 110 gerufen werden.
Zum Ende des Vortrags verwies Rausch noch auf die ausliegenden Prospekte und Flyer zu der gesamten Thematik, appellierte an die Zuhörer, die kostenlose Beratung der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, die über die Telefonnummer der: 0721/939-5045 zu erreichen ist.

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