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15.11.2013 Aktenfaszikel kehrte zurück

Bericht über Schulvisitatur kehrte zurück

Bei der Übergabe eines Aktenfaszikels: (von links) Hauptamtsleiter Walter Knab, Bürgermeister Franz Masino sowie Helmut Müller und Bernd Breitkopf vom Kreisarchiv


Besuch von Kreisarchivar Bernd Breitkopf und seinem Mitarbeiter Helmut Müller erhielt dieser Tage die Gemeinde Waldbronn. Anlass war die Übergabe eines Aktenfaszikels über eine Schulvisitatur in Reichenbach aus dem Jahre 1866/67. Gefunden hatte den Faszikel Helmut Müller, freiberuflicher Mitarbeiter beim Kreisarchiv, bei Arbeiten im Gemeindearchiv von Muggensturm.
Die naheliegende Frage, wie der Faszikel nach Muggensturm gekommen war, konnten beide Archivare nicht beantworten. "Der Vorgang ist heute nicht mehr nachvollziehbar", sagte dazu Bernd Breitkopf. Seit 1992 baut er das Kreisarchiv auf. Ein Ergebnis davon ist auch die Wanderausstellung "40 Jahre Landkreis Karlsruhe", die im Juni bereits in Waldbronn Station machte. Gemeinsam mit Helmut Müller kümmert er sich auch um die Archivpflege in den Gemeinden.

Die Titelseite des
heimgekehrten Dokuments

Hier sei viel zu tun, erzählt Müller. Bis zur Gemeindereform schlummerten die alten Akten in Kisten oft auf staubigem Speichern oder gar in feuchten Kellern. In entsprechend schlechtem Zustand seien sie auch oft. Arbeiten mit Handschuhen, um die Akten zu schonen, und mit Staubschutzmasken, um die eigene Gesundheit zu schonen, sind dabei an der Tagesordnung. Bei der Gemeindereform wurden sie oftmals Kistenweise in das neue, zentrale Rathaus verfrachtet, um die bisherigen Gebäude leer zu räumen. Hier geben Bernd Breitkopf und Helmut Müller Hilfestellung, wenn es darum geht, solche Archive zu ordnen. Überraschungen wie jetzt in Muggensturm bleiben dabei nicht aus, sind aber nicht sehr häufig.
In Waldbronn, so Bürgermeister Franz Masino und Hauptamtsleiter Walter Knab werde derzeit das Archiv von der ehemaligen Etzenroter Rektorin Ingeborg Jörg erfasst und katalogisiert.
In dem jetzt übergebenen Aktenfaszikel aus dem Jahr 1866/67 handelt es sich um den Bericht über eine Schulvisitatur durch die "Kreis-Schulvisitatur Baden" in der "Volksschule zu Reichenbach". Diese Schulvisitatur ist die Nachfolgerin der ehemals kirchlichen Schulaufsicht und im weitesten Sinne Vorläuferin der heutigen Staatlichen Schulämter. Dem Deckblatt ist zu entnehmen, dass die Volksschule damals vier Klassen mit insgesamt 127 Schülern hatte. Sie wurden damals wahrscheinlich von einem Haupt- und einem Unterlehrer unterrichtet. Die Unterlehrerstelle wurde 1857 durch den damals für die Schulen zuständigen Oberkirchenrat gegen den heftigen Widerstand der Gemeinde eingerichtet. Als die Schülerzahlen dann zurückgingen, wurde die Unterlehrerstelle 1871 durch die Schulvisitatur wieder aufgehoben, um 1885 erneut eingerichtet zu werden. In dem jetzt nach Waldbronn zurückgekehrten Aktenfaszikel sind aber auch alle 127 Schülerinnen und Schüler aufgeführt, die damals die "Volksschule zu Reichenbach" besuchten. Da auch die Noten in den einzelnen Fächern aufgeführt sind, kann nach einer ersten Durchsicht lobend gesagt werden, dass die Noten "Gut" und "Sehr gut" überwiegen.

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