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08.11.2013 50 Jahre Narrenchor

Närrischer Rückblick auf Waldbronn

"Lebewohl alt Reichenbach" sang der Narrenchor in einem Lied von 1973 und trug dabei den bisherigen Ortsnamen zu Grab.

Einen närrisch-kritischen Streifzug durch 50 Jahre Zeitgeschehen, Schwerpunkt Waldbronner Kommunalpolitik, unternahm der Narrenchor des Gesangvereins "Concordia" Reichenbach in einer gut besuchten Veranstaltung im Kurhaus Waldbronn. Anlass war das 50-jährige Jubiläum dieser Chorgruppe, die jedes Jahr bei den Sängerbällen das kommunale und das überregionale Geschehen glossiert.
Gegründet 1973 unter dem damaligen Vorsitzenden Helmut Völkle, er ist heute noch aktiver Sänger im Narrenchor, schrieb 39 Jahre Klaus Weber die Texte, vor elf Jahren übernahm dann Kurt Bechtel zusammen mit Hans Gräser diese Aufgabe. Kurt Bechtel, auch das sei erwähnt, ist nicht nur Texter und Vorsänger des Narrenchors, er ist darüber hinaus eine der treibenden Personen hinter der Concordia-Fastnacht.

"Karlsbronn, das wird die Riesensensation" sang der Narrenchor 2011 und hatte auch gleich ein Plakat mit dem Kopf des neuen Bürgermeisters parat.

Von der "Urbesatzung" sind an diesem Jubiläumsabend neben Völkle noch Ewald Anderer, Erich Brandel, Franz und Kurt Becker dabei. Musikalisch begleitet wurde der Narrenchor von Alois Horsch (Klavier) und Karl Scheibl (Gitarre). Ergänzt wurden die Lieder durch kurze Auftritte von Mottofiguren der Concordia-Fastnacht. Zu erleben waren hier "Vincenz" Achim Waible, die beiden Putzfrauen Jutta Kleiner und Andrea Kreichgauer, "Appolonia Donnerkrach" Gaby Horatschek, die Frauenchormitglieder Gaby Bechtel, Simone Brandel-Schwab und Andrea Kreichgauer sowie für den Tanzgarden Nicole Zeyer.
Nach der Begrüßung durch Vorstand Harry Reiser, er hieß vor allem Bürgermeister Franz Masino willkommen, reihten sich mit den verbindenden Worten von Klaus Bechtel und Ulrich Müller Songs zu jeweils aktuellen Themen aus Kommunal- und hoher Politik aneinander. Beginnend mit dem Kurhausbau –"Weißt du, wie viel harte D-Mark"- über die Schwierigkeiten beim Gemeindezusammenschluss bis hin zur Beerdigung des Namens Reichenbach –"Liebes Dörflein, trauter Ort, man nahm dir deinen Namen fort"-, der für alle sichtbar zu Grabe getragen wurde.
Dabei zeigte sich, dass viele der alten Lieder noch immer topaktuell sind. Als Beispiel seien hier die Gesundheitsreform, die leere Gemeindekasse, der Teuro, der Benzinpreis, Gammelfleisch, usw. usw. genannt. Auch die Lewinsky-Affäre in den USA fand sich in einem Song wieder. Aus der jüngsten Vergangenheit waren dies die Krise um Griechenland –"Akropolis wir kommen"- und das Hundethema 2013 mit der Kreiierung eines eine "Dixi für Trixi".

"Akropolis, wir kommen, stellt den Ouzo kalt" sang der Narrenchor 2012, unterstützt von Melanie Bechtel als Nana Mouskouri.

Ihr Fett ab bekamen auch die Bemühungen um die interkommunale Zusammenarbeit. Die Narren der Concordia waren aber hier schon einen Schritt weiter: für die Gemeinde "Karlsbronn" hatten sie mit "Masinodel" auch optisch gleich den neuen Bürgermeister parat. Dabei war es verblüffend, wie die Sänger immer wieder in neue Kostüme schlüpften, um die Songs auch optisch zu untermalen.
Alles in allem wurde an diesem vergnüglichen, über drei Stunden dauernden Abend kein wichtiges Thema der letzten 50 Jahre ausgespart. Und noch etwas Schönes hatte dieser Abend: die Narren des Gesangvereins verzichteten auf einen Eintritt und baten dafür am Schluss um eine Spende, die der Caritas-Tagespflege und dem Katholischen offenen Treff (KaoT) zukommen soll.

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