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02.07.2013 Wandern in St. Gervais

Saint-Gervais zeigte glänzende Facetten

Die Teilnehmer der Wanderfahrt vor dem Start zur ersten Wanderung zum Bosson-Gletscher.


"Voilà, die Waldbronner sind da!". Und sie waren nicht zu übersehen, als sie sich in großer Zahl an einem lauen Sommerabend über den Marktplatz von Saint-Gervais ergossen, ein bisschen der Musik lauschten, in das Film-Festival hinein schnupperten und sich auf die einladenden Straßencafés verteilten. Unter den umher flanierenden Bürgern der französischen Partnerstadt trafen die Deutschen immer wieder auf langjährige Freunde: Überraschung, Freude, Küsschen links und Küsschen rechts. Die Wanderwoche, die der Freundeskreis Saint-Gervais und der Schwarzwaldverein Waldbronn gemeinsam durchführten, begeisterte alle 50 Teilnehmer und war ein voller Erfolg. Sie war eine Neuauflage der Wanderreise von vor fünf Jahren in Saint-Gervais und vor drei Jahren in Waldbronn.

Nach einem Picknick singen deutsche und französische Wanderer in geselliger Runde.

Wie bei einer Schatzsuche waren die Waldbronner gierig darauf, das Juwel zu erhaschen: einen Blick auf den Mont-Blanc, ein riesiges, strahlend weiß glänzendes Bergmassiv von fast 5.000 m Höhe. Sollte eigentlich nicht zu übersehen sein, aber man muss wissen, von wo aus - und überhaupt: das Wetter muss mitspielen. Aber der Mont-Blanc hat viele interessante Facetten, eine davon sind die gewaltigen, blau schimmernden Gletscher, die ihn umgeben. So schnürten die Waldbronner erst einmal  ihre Wanderstiefel und näherten sich in einem knackigen Anstieg dem Fuß des Bosson-Gletschers. Später ging es mit der Montenvers-Zahnradbahn zum Mer-de-Glace, wo künstlich hergestellte Grotten einen Blick ins Gletscher-Innere gewähren.
Der nächste Vormittag war einem weiteren Reichtum des Tales von Saint-Gervais gewidmet. Auf dem "Barock-Weg" wurden nach der Besichtigung der prachtvollen Kirche Saint-Nicolas de Veroce fünf Barock-Kapellen zwischen Weilern, blühenden Wiesen und Wäldern buchstäblich erwandert. Im 18. Jahrhundert haben ein gewisser Wohlstand der Emigranten, künstlerische Einflüsse aus dem Piemont und eine starke Religiosität diese Blüte regional geprägter Kunst hervorgebracht.
Bei dem Berg-Picknick, zu dem das Comité de Jumelage Saint-Gervais auf den Bettex einlud, gab es von allem reichlich: Essen, Trinken, gute Laune und gesungen wurde in beiden Sprachen. Zum Schluss – die nimmermüden Wanderer befanden sich bereits auf dem Abstieg in den Ort – rissen die Wolken so auf, dass der Gipfel des Mont-Blancs sich endlich zum ersten Mal erblicken ließ. Einen Tag voller Entspannung schenkte der Besuch des Städtchens Annecy mit seinen verwinkelten Gassen, den vielen Kanälen  und der Fahrt auf dem See.
Am letzten Tag gab es "Mont-Blanc satt". Mit all seinen Graten, Nebengipfeln und Schutzhütten konnte er vor tief blauem Himmel ausführlich betrachtet werden. Die einen machten es mit spektakulären Seilbahn-Fahrten hinauf auf die Aiguille du Midi und den Helbronner. Die anderen wanderten auf dem Südbalkon über Chamonix. Sie erfuhren die Unberechenbarkeit der Bergwelt, als breite Schneefelder den Weg unpassierbar und die Wanderung deutlich anspruchsvoller machten. So waren beim Abschiedsabend mit Raclette und Singen im Hotelgarten alle erfüllt und befriedigt von den tiefen Eindrücken dieser Partnerschaftsreise.

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