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25.01.2013 Gesangverein Constantia Etzenrot

Ende für Gesangverein "Constantia" Etzenrot

Ein kräftiger Hauch von Wehmut lag über der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins "Constantia" Etzenrot. Jedem der doch recht zahlreich erschienenen Mitglieder war nach dem Einladungsschreiben der Verwaltung klar, dass es um das Weiterbestehen des Vereins gehen wird.
Noch 2010 feierte die "Constantia" ihr 125-jähriges Bestehen. Doch bereits beim Festakt mit zahlreichen Ehrungen konnte der Etzenroter Verein musikalisch keinen Beitrag mehr leisten. Diesen Part hatten der Patenverein "Concordia" Reichenbach, der Gesangverein "Freundschaft" Busenbach und der Chor der Spinnerei Ettlingen übernommen.
In der Jahreshauptversammlung wies Vorsitzender Gebhard Ziegler darauf hin, dass 2005 der letzte musikalische Auftritt der Constantia zu verzeichnen war. "Seitdem gab es keine musikalische Aktivität mehr", so Ziegler. Mehrere Aufrufe im Amtsblatt und persönliche Ansprachen brachten keine Sänger. Ziegler stellte in der Jahreshauptversammlung fest: "Die Verwaltung ist total überaltert und es kann keiner von uns verlangen, dass wir weiterhin einem leeren Verein vorstehen."
Dennoch gab es im Berichtszeitraum noch einige Aktivitäten. Sechs Verwaltungssitzungen standen an und Höhepunkt war ein dreitägiger Ausflug ins Allgäu. Aktuell hat der Verein noch 71 Mitglieder und 45 Ehrenmitglieder.
Den Kassenbestand in Einnahmen und Ausgaben legte Kassier Josef Weckenmann offen. Bei der Entlastung hob Waldbronns Ehrenbürger Martin Altenbach hervor, dass "in schwieriger Lage die Vorstandschaft das Geld zusammengehalten hat".
In die Diskussion schaltete sich auch Waldbronns Bürgermeister Franz Masino ein. Der Verein bestehe de facto nur noch auf dem Papier, die Zeit der Constantia laufe langsam ab. "Es tut weh, wenn in einem Ort wie Etzenrot ein Verein stirbt", stellte Masino fest, aber die Vorstandschaft habe jetzt die Aufgabe, den Verein "abzuwickeln".
Über die Modalitäten der Auflösung gab es eine lange Debatte. Schließlich stimmten die Mitglieder geheim über Bestehen oder Auflösung ab. Laut Satzung müssen diesem Antrag drei Viertel der erschienenen Mitglieder zustimmen. Dieses Quorum wurde bei 22 Abstimmenden mit 20 Ja-, einer Neinstimme und einer Enthaltung deutlich erreicht.
Damit hat die Verwaltung den Auftrag erhalten, den Verein beim Amtsgericht aufzulösen, wie Ziegler mit Tränen in den Augen feststellte. Die vereinseigene Garage soll an die Arbeitsgemeinschaft Etzenroter Vereine gehen, über die Verwendung des restlichen Vermögens soll, wie es die Satzung vorgibt, die Verwaltung im Benehmen mit dem Finanzamt bestimmen.

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