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10.11.2012 Alles auf Krankenschein

Lachen auf Krankenschein –fast- ohne Zuzahlung

Die turbulente Farce "Und alles auf Krankenschein" brachte die Theatergruppe "Chamäleon" der VHS Waldbronn auf die Bühne, auf unserem Bild eine Szene mit (von links) Gerd Kiecherer, Peter Seiler, Johannes Kiecherer, Birgit Jensen, Norbert Ried und Petra Schroff.


Es beginnt alles ganz harmlos. Dr. David Mortimore will im Ärztezimmer eines Krankenhauses letzte Hand an seinen Vortrag beim Ärztekongress legen, der ihm den Weg zum Chefarzt ebnen soll. Er kommt aber nicht dazu, denn es kommen ihm dauernd Kollegen, seine Frau oder die Aufsichtsratsvorsitzende Lady Camilla in die Quere. Schließlich bricht das Chaos mit voller Wucht herein.
Zu allem Überfluss erscheint seine frühere Geliebte, die ihm eröffnet, dass die mehr als 20 Jahre zurückliegende Affäre nicht folgenlos geblieben ist und ihr Sohn seinen Vater kennenlernen will. Was nun geschieht, lässt sich nicht beschreiben, das vergnügliche Chaos muss man erleben.

Szene mit Johannes Kiecherer, Martin Kage, Petra Schroff, Klaus Schroff, Gerd Kiecherer, Birgit Jensen und Peter Seiler.

Ray Cooney, einer der erfolgreichsten britischen Komödien-Autoren, beweist hier wieder einmal seine Meisterschaft im Konstruieren von aberwitzigen Verwicklungen in rasantem Tempo. Gerd Kiecherer und die Theatergruppe steigen in ihrer Inszenierung auf Cooneys Tempo ein und setzen voll auf Slapstick. So bot die sich ständig steigernde Lügengeschichte zwei Stunden bester Unterhaltung.
Neurologe Mortimore, hervorragende gespielt von Gerd Kiecherer, versucht im größten Chaos noch den Durchblick zu behalten, dabei unterstützt von seiner Frau, besorgt gespielt von Birgit Jensen. Auch Peter Seiler als Dr. Booney und Martin Kage als Dr. Conolly überzeugen in ihren Rollen, zumal sie im größten Durcheinander auch mal die Oberschwester spielen müssen, die, von Patricia Keller resolut verkörpert, durch eine fehlgeleitete Spritze außer Gefecht ist.

Szene mit Klaus Schroff, Gerd Kiecherer, Petra Schroff, Peter Seiler und Patricia Keller.

Gut charakterisiert Vernika Köppen auch die dem Alkohol zugetane Lady Camilla, die Aufsichtsratsvorsitzende des Krankenhauskonzerns. Die ehemalige Geliebte verkörpert Petra Schroff zunächst staunend, steigt dann aber voll auf das verzwickte Spiel ein. Eine Nummer für sich ist ihr Sohn Lesley, von Johannes Kiecherer als weichen Punk gespielt, den Klaus Schroff als martialischer Polizeisergeant Tom Connolly ständig verfolgt. Eine Nummer für sich liefert Norbert Ried als Patient, der sich aus seinem Rollstuhl das Geschehen vergnügt anschaut und sich weigert, dass ihn Krankenpfleger Markus Ried in sein Zimmer zurückbringt, da im Ärztezimmer mehr los ist, "und das ganz umsonst, alles auf Krankenschein und ohne Zuzahlung".

Beim verdienten Schlussapplaus: (von links) Patricia Keller, Birgit Jensen, Peter Seiler, Norbert Ried, Martin Kage, Veronika Köppen, Johannes Kiecherer, Petra Schroff, Gerd Kiecherer, Klaus Schroff.

Für das Bühnenbild zeichnet Martin Kage verantwortlich, für die Maske war Patricia Keller zuständig. Als Souffleuse fungierte Anna Zemsch und Markus Ried sorgte dafür, dass das Geschehen auf der Bühne immer ins rechte Licht gerückt wurde.
Wer die Aufführung noch nicht gesehen hat, kann dies noch an den Samstagen 17. und 24. November jeweils um 19:30 Uhr und an den Sonntagen 18. und 25. November um 18 Uhr nachholen. Karten gibt es bei der VHS Waldbronn, Stuttgarter Str. 25a, Tel. 07243-69091 oder, falls noch verfügbar, an der Abendkasse.

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