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22.07.2012 Kammerkonzert Musikschule

Sommerkonzert des Kammerorchesters

Das Kammerorchester der Musikschule mit seinem Dirigenten Anton Reichl und den Solisten (v.links) Felix Strnad und Doreen Maisch

Die Sonne hatte es  schon geahnt, dass es sich lohnen wird, heute endlich wieder einmal am Himmel zu erscheinen. Ein so sommerlich spritziges Programm voller Leichtigkeit und Esprit haben wir in Waldbronn schon lange nicht mehr zu Hören bekommen. Der Leiter des Orchesters, Anton Reichl, hat ein in sich geschlossenes Programm voller Lebensfreude und Herzenswärme zusammengestellt. Das Orchester konnte diese Vorgaben mit Hingabe umsetzen. Dabei fiel immer wieder der schöne strahlende Gesamtklang des Orchesters auf, ohne dass dabei Durchsichtigkeit und Klarheit verloren gingen. Ein Verdienst jahrelanger Probenarbeit des Orchesterleiters und des Orchesters.
Die "Sinfonia G-Dur" von Georg Matthias Monn (1717-1750) ließ als Konzerteinstieg auf schwungvolle und heitere Art die frühe Wiener Klassik aufleben, mit ersten Vorahnungen an Haydn und Mozart.
Das zweite Werk des Abends, ein Concertino für zwei Flöten und Streicher (1998), stammt von dem Hindemith-Schüler Harald Genzmer. Querflötenlehrerin Doreen Maisch mit Ihrem Schüler Felix Strnad traten hierbei in einen  kontrastreichen Dialog mit dem Orchester. Bei dem Spiel mit den zahlreichen unterschiedlichen Stimmungen in diesem Werk zeigten die Solisten und das Orchester, wie viel musikalische Intensität durch eine Fülle an Klangfarben erzielt werden kann.
Nach der Pause  hatten die beiden Querflötisten gleich Ihren nächsten Auftritt, allerdings mit einem völlig anderem Werk, "Andante und Rondo Opus 25" von Franz Doppler (1821-1883). Rasch wähnte man sich bei diesem musikalischen Schmankerl in Wien zur Zeit der Walzerkönige und der Blütezeit der Kaffeehäuser. Hier konnten die Flöten beschwingt all ihr Können zeigen und sich gegenseitig an Brillanz übertreffen. Dabei wurden sie vom Orchester mit heiterer Gelassenheit begleitet und unterstützt.
Geoffrey Bushs (1920-1998) "Six Victorian Sketches" für Streichorchester bildeten den Schlusspunkt dieses Konzertabends. Das Orchester ließ bei den Tanzsätzen seiner Spielfreude freien Lauf und garnierte diese mit reichlich Witz. Einige überraschende Wendungen gegen Ende der einzelnen Stücke ließen hinzu den britischen Humor des Komponisten aufblitzen. In den ruhigeren Partien wurde einem bei den schönen Melodiebögen  angenehm warm ums Herz.
Der lang anhaltende Applaus des Publikums wurde mit zwei Zugaben aus den "Six Victorian Sketches" belohnt. Ein Sommerkonzert, wie es stimmungsvoller nicht hätte sein können. Möge das Sommerwetter jetzt genauso schön und "heiter“ werden.
(Uli Enters)

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