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11.03.2012 Big Man Clayton beim Kulturring

Boogies und Blues vom Feinsten

Steve "Big Man" Clayton im Kulturtreff

Er betritt die Bühne, lässt ein fröhliches "Guten Abend" hören, stellte die Bierflasche ab, drapiert das rote Handtuch, Ton in Ton mit dem Jackett und den Socken, auf dem Klavier und beginnt zu spielen. Und wenn Steve "Big Man" Clayton angekündigt wird als "der Mann, der auf den Tasten tanzt", so gilt das im übertragenen Sinne durchaus. Seine Hände tanzen über die Tasten des Flügels und sein linker Fuß stampft hörbar den Rhythmus auf den Bühnenboden.
Der Bierflasche kommt dabei Bedeutung zu, wie sich bald herausstellt. Sie ist "Big Man" Claytons Armbanduhr: "Wenn sie leer ist, mach ich Pause!" So einfach ist das. Und er schäkert mit seinen Zuhörern. Als ihm auf seine Frage "Habt ihr auch was zu trinken?" ein vielstimmiges "Nein" entgegenschallt, stellt er trocken fest: "Schade, schmeckt gut!" und nimmt einen Schluck aus der Pulle.
Steve "Big Man" Clayton ist ein begnadeter Pianist, Songwriter und Entertainer. Seine Kompositionen sind effektvoll und für den Interpreten durchaus anspruchsvoll, für den exzellenten Pianisten Steve "Big Man" Clayton aber scheint es keine Grenzen zu geben. All diese Qualitäten waren auch beim dritten Waldbronner Gastspiel des Manns aus Birmingham mit Wohnsitz in Pfullendorf zu bewundern. Der Meinung sind offenbar auch die Zuhörer, denn oft brandet während der Stücke bereits Beifall auf.
Im Programm hatte er zahlreiche Boogies, meist Eigenkompositionen, bei denen seine Finger mit oft unglaublicher Geschwindigkeit über die Tasten tanzten. Genau so hörenswert waren aber auch seine Blues- und Rock'n'Roll-Nummern und "weil heute Sonntag ist", auch mit "Set my Spirit free" ein eigenes Gospel.
Ein vielstimmiges "Ah" kommt aus dem Publikum, als er "Georgia On My Mind", den Klassiker von Ray Charles, ankündigt. Aber Steve "Big Man" Clayton wäre nicht er selbst, wenn er nicht zum Schluss mit einem verschmitzten Grinsen die ersten Takte von "Jingle Bells" unter die Melodie mischen würde, die er zuvor gesanglich hervorragend interpretiert hatte. Danach gehen alle begeistert mit und untermalen den "Honky Tonk Train" mit Zuggeräuschen. Fats Dominos gefühlvolle Ballade "Blueberry Hill" kommt als Wunsch aus dem Saal und wird an vielen Stellen mitgesungen.
Für den langen Beifall bedankt sich Steve "Big Man" Clayton mit einer geradezu artistischen Einlage, als auch sein Fuß über die Tasten tanzt. Sein Improvisationstalent beweist er schlussendlich mit einem Waldbronn-Boogie.

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