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26.02.2012 Fabio Martino im Kulturtreff

Konzert mit virtuoser Klaviermusik

Fabio Martino beim Klavier Recital im Kulturtreff Waldbronn

"Außergewöhnliche pianistische Begabung“, "musikalische Persönlichkeit“ und eine "bemerkenswerte, mit einer poetischen Aura gepaarte Intensität“ seines Spiels bescheinigte dem erst 22-jährigen brasilianischen Pianisten im Mai dieses Jahres die hochkarätig besetzte Jury des Klavierwettbewerbs "Ton und Erklärung“ in München, als sie ihm für seine großartige Interpretation von Beethovens 5. Klavierkonzert den ersten Preis verlieh. Fabio Martino, der seit 2008 an der Karlsruher Musikhochschule bei Sontraud Speidel (einer Schülerin des berühmten ungarischen Pianisten Géza Anda) studiert, ist Träger zahlreicher internationaler Preise. So hat er sich erst 2010 beim großen Internationalen Klavierwettbewerb in Rio de Janeiro ebenfalls den ersten Preis erspielt.
In einem gemeinsam von der Buchhandlung LiteraDur im Rathausmarkt und dem Kulturring Waldbronn veranstalteten Klavier-Recital stellte sich der junge Pianist jetzt dem Waldbronner Publikum vor. Die Qualitäten Fabio Marinos schienen sich jedenfalls herumgesprochen zu haben, denn das Konzert war sehr gut besucht. Barbara Casper, Inhaberin von LiteraDur, stellte zu Beginn Fabio Martino kurz vor.
Dieser zeigte zu Beginn der einzelnen Werke seine besondere Begabung, nicht nur als Pianist die Werke auf höchstem Niveau sprechen zu lassen, er konnte auch den Inhalt verbal "erklingen" lassen. Das zeigte sich gleich beim Hauptwerk des Abends, der 1852-53 entstandenen viersätzigen "Sonata Op. 1" von Johannes Brahms. Dabei ist der mit "Allegro" überschriebene erste Satz in der klassischen Sonatenform geschrieben, bei der die Einleitung als Thema wiederholt wird. Dem zweiten Satz, einem sehr ausdrucksstarken Andante, liegt das Lied "Verstohlen geht der Mond auf" zugrunde. Nach dem "Scherzo" des dritten Satzes folgt im "Finale" überschriebenen vierten Satz ein Rondo, dessen Thema bei jeder Wiederholung wechselt. Fabio Martino ging das Werk mit virtuoser Technik an, die bei ihm hörbar mit einer hervorragenden Musikalität gepaart ist. Beides zusammen macht den Reiz seines Spiels aus und lässt, wie er selbst vorher sagte, die Zuhörer oft vergessen, dass sie Klaviermusik hören. Als Zuhörer fühlte man sich oft in einen Konzertsaal mit großem Orchester versetzt.
Nach der Pause spielte Fabio Martino das fünfsätzige Werk "Miroirs" von Maurice Ravel, das zu den Schlüsselwerken des Impressionismus zählt. Alle Stücke, besonders jedoch "Une barque sur l'océan" und "Alborada del gracioso", sind technisch außerordentlich anspruchsvoll und von einem virtuosen Klaviersatz geprägt, den Martino mit stupender Technik meisterte. Den Schlusspunkt setzte die Sonata op. 53 von Alexander Skrjabin, bei der Fabio Martino die ruf- und signalartigen Motive neben den lyrisch-sehnsuchtsvollen Passagen gut kontrastierend herausarbeitete.
Langer Beifall dankte dem jungen Pianisten. Er bedankte sich dafür mit Zugaben.

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