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13.11.2011 Volkstrauertag 2011

Volkstrauertag ist Auftrag für Gegenwart und Zukunft

Feierstunde zum Volkstrauertag am Ehrenmal auf dem Busenbacher Friedhof

Am Ehrenmal auf dem Busenbacher Friedhof fand in diesem Jahr die zentrale Feierstunde zum Volkstrauertag statt. Am Ehrenmal hielten Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr Busenbach mit Fackeln Ehrenwache. Nach der musikalischen Einleitung durch den Musikverein "Edelweiß" Busenbach sprach Bürgermeister Franz Masino:
"Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jugend,
Der Volkstrauertag ist einer dieser stillen Gedenktage, von denen der November gleiche mehrere aufweist. Es ist ein Tag, der uns zum Innehalten, zur Einkehr und zum Mitfühlen ermuntert.
66 Jahre sind seit Kriegsende vergangen. Der Zweite Weltkrieg wirft auch heute noch einen langen Schatten. Er ist ein ferner, aber kein abgeschlossener Teil unserer Vergangenheit. Und denken wir auch daran, dass neben uns noch immer viele Opfer von Krieg und Gewalt leben. Nicht nur die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Nach wie vor werden Menschen in vielen Teilen der Welt Opfer von Willkür und Terror. Auch mit diesem gegenwärtigen Schrecken müssen wir uns am Volkstrauertag auseinandersetzen. Dazu gehört auch, dass wir der jungen Soldaten und Einsatzkräfte gedenken, die heute in Afghanistan oder anderen Teilen der Welt ihr Leben riskieren, um den Aufbau von Staaten zu unterstützen, in denen Menschenrechte bisher grob mit Füßen getreten wurden.
Gerade wir Deutschen und alle anderen in Frieden und Freiheit lebenden Demokraten sind hier in der Pflicht. Kann es eine schönere, weltumspannende Aufgabe geben? Denn ohne Frieden und Freiheit werden wir alle anderen Herausforderungen nicht meistern.
Frieden und Freiheit sind für uns hier das Selbstverständlichste. Krieg und Gewalt, das kennt meine und die jüngere Generation nur aus Presse und Fernsehen. Und das ist ja immer so weit weg. Angst vor Heckenschützen, Autobomben, sich fürchten müssen bei den alltäglichsten Dingen des Lebens – das kennen wir, die Jüngeren hier, alle nicht.
Deswegen kann es auch gar keine Frage sein, ob wir einen Volkstrauertag brauchen! Viele meinen ja: Volkstrauertag, das war gestern, nur Ritual, Alibi. Sicher, die Gefahr ist gegeben, sie wird größer, je mehr die Erinnerungen verblassen. Aber das Gedenken am Volkstrauertag ist nicht nur eine Erinnerung an die Toten - und davon gab es im vergangenen Jahrhundert in zwei Weltkriegen und den Folgejahren die unvorstellbare Zahl von 100 Millionen. Volkstrauertag – das ist Mitgefühl und Verbundenheit mit den Hinterbliebenen. Und es gemahnt an unseren Auftrag für Gegenwart und Zukunft. An diesem Tag werden wir ermahnt. Stellen wir uns dieser Aufgabe und werden ihr gerecht.
Tun wir es nicht, haben wir schon heute verloren.
Denn wir dürfen nicht wegsehen, wenn anderswo Menschen leiden, vertrieben werden oder sterben. Wir dürfen nicht still halten und akzeptieren, dass die Gewalt weiter wächst und uns beherrscht. Und das beginnt im Kleinen, denn um den Frieden muss sich jeder selbst bemühen, am Arbeitsplatz, in der Familie. Wir müssen uns für die Schwächeren einsetzen, für die Menschen am Rand der Gesellschaft.
Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Tag der Toten sondern auch der Lebenden. Er bringt uns zum Nachdenken. Wie war – wie ist das alles möglich gewesen.
Meine lieben Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, sehr geehrte Gäste,
bevor wir zum Abschluss unsere Nationalhymne singen, möchte ich mich noch im Namen der Gemeinde bedanken.
Einen herzlichen Dank an die Gemeindereferentin unserer Seelsorgeeinheit Frau Alexandra Kunz für die würdevolle Umrahmung der Feierstunde, ein Dankeschön an den Musikverein "Edelweiß" Busenbach für die musikalische Umrahmung, ein Dankeschön an den Gesangverein "Freundschaft" Busenbach für die Liedbeiträge, ebenso einen herzlichen Dank an die Freiwillige Feuerwehr Busenbach und die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes aus Busenbach für die feierliche Gestaltung, ein Dank auch an unsere Gemeindegärtnerei für den Blumenschmuck, und heute, drei Jahre nach der Einweihung, nochmals einen Dank an die Initiatoren und Spender für dieses schöne Gefallenendenkmal.
Mahnung für Frieden und Freiheit sind auch die vielen Kriegsgräberstätten, es sind 824 in 45 Staaten. Sie werden betreut und gepflegt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Damit diese Stätten auch zukünftig erhalten bleiben, bedarf es finanzieller Mittel. Für Straßensammlungen finden sich leider keine Freiwilligen mehr. So wollen wir heute an den Eingängen des Friedhofs sammeln. Mein Dank geht an die Männer der FFW Busenbach, die diese dankbare Aufgabe übernehmen. Ich bitte Sie im Namen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V. um ihre Spende.
Ein herzlicher Dank geht an sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie mit ihrem Kommen dieser Feierstunde einen angemessenen Rahmen gegeben haben.
Im Anschluss werden wir an den Gefallenendenkmälern am Brunnenplatz in Reichenbach sowie in Etzenrot an der Herz Jesu Kirche Kränze niederlegen.
Ich wünsche ihnen Allen noch einen schönen, besinnlichen Sonntag und Frieden für die Welt."
Nach zwei Liedvorträgen des Gesangvereins "Freundschaft" Busenbach und Lesung und Gebet durch Gemeindereferentin Alexandra Kunz legte der Bürgermeister zu den Klängen der Hymne "Ich hatt' einen Kameraden" einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit der gemeinsam gesungenen Nationalhymne schloss die würdevolle Gedenkfeier.
Im Anschluss an diese Feierstunde wurden an den Ehrenmalen in Reichenbach und Etzenrot ebenfalls Kränze niedergelegt. Bürgermeister Franz Masino hatte anschließend die ehrenvolle Aufgabe, im Auftrag des Landkreises Karlsruhe einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof in Bad Niederbronn im Elsass niederzulegen. Dort haben 15.000 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.



DANKE  - Volkstrauertag

Aufrichtigen Dank allen Besuchern für ihre Teilnahme an der Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Gefallenendenkmal auf dem Friedhof in Busenbach.
Der Spendenaufruf des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Erhalt der Soldatenfriedhöfe erbrachte einen Betrag von € 414,60.
Im Namen des Bezirksverbandes Nordbaden herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

Ihr Bürgermeister
Franz Masino

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