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12.11.2011 Chamäleon spielte Pension Schöller

Gesellschaftsabende für Patienten

Den verdienten Beifall nehmen am Schluss entgegen (von links): Norbert Ried, Gerd Kiecherer, Peter Seiler, Patricia Keller, Klaus Schroff, Veronika Köppen, Petra Schroff, Johannes Kiecherer, Martin Kage und Birgit Jensen

Eine zunehmend große Fangemeinde hat sich inzwischen "Chamäleon", die Theatergruppe der Volkshochschule Waldbronn, erspielt. Als sich am Premierenabend des diesjährigen Stücks "Pension Schöller" der Vorhang hob, war der Saal im Kulturtreff bis auf den letzten Platz besetzt.
Die Zuschauer hatten zunehmend ihren Spaß am Geschehen auf der Bühne und lachten wie Generationen vor ihnen über die Verwicklungen des Komödienklassikers, die zwar genretypisch durchaus vorhersehbar sind, aber durch das frische, typgenaue und temporeiche Agieren der Darsteller ihre Wirkung nicht verfehlten. Wesentlich für den Erfolg beim Publikum ist, dass die Pointen und der Wortwitz zünden, die das Autorenduo Wilhelm Jacoby und Carl Laufs in ihren Schwank gepackt hatten, und das gelang "Chamäleon" hervorragend.

Szene aus "Pension Schöller" der Waldbronner VHS-Theatergruppe "Chamäleon" mit Norbert Ried (rechts) und Gerd Kiecherer

Angesiedelt ist das Stück irgendwann im vorvorigen Jahrhundert in der Familienpension Schöller in Berlin, im dritten Akt dann "irgendwo in Brandenburg". Die Pension wird von durchaus so schrullig-komischen Typen bewohnt, dass die Idee, sie für eine Nervenheilanstalt auszugeben, nicht ganz fern liegt. Mehr soll aber über die Handlung nicht verraten werden.
Da ist der Leiter der Pension (preußisch korrekt: Klaus Schroff), seine heiratswütige Schwägerin (schwärmerisch: Veronika Köppen) und ihre Tochter Fritzi (verliebt schäkernd: Petra Schroff). Dazu kommen die Pensionsgäste, ein Major a.D. (martialisch: Martin Kage), die Schriftstellerin Zillertal (immer auf der Suche nach dem Knüller: Birgit Jensen) und der Weltenbummler Bernardy (weltmännisch: Peter Seiler).

Welche Szene wird hier wohl geprobt?

In dieses Idyll kommen der Rentier Philipp Klapproth, dem Norbert Ried die passende Statur verleiht –"Wenn ick det zu Hause erzähle"- und sein Neffe Alfred (frech und verliebt: Johannes Kiecherer), der das Ganze Durcheinander anstiftet. Dazwischen gibt es noch Klapproths Schwester Ulrike (mit gesundem Menschenverstand ausgestattet: Patricia Keller).

Bei Philipp Klapproth geht es ziemlich turbulent zu

Absolute Höhepunkt sind aber die Auftritte von Gerd Kiecherer, dem Motor und Leiter der Theatergruppe. Wie er als Eugen Rümpel mit dem Buchstaben "L" kämpft, seine Enttäuschung ausspielt, als er auf der Soiree nichts vortragen durfte, überhaupt seine Zitate aus klassischen Dramen, das war komödiantisches Theater par Excellence.
Eine Aufführung kann aber nicht gelingen ohne gute Geister, die mehr im Verborgenen wirken wie als Souffleuse: Anna Zemsch, Maske: Patricia Keller, Licht- und Tontechnik: Markus Ried, Musikaufnahmen: Peter Reisinger, Bühnenbild: Martin Kage. Bei Inszenierung vermerkt der Programmflyer: Gerd Kiecherer und die Theatergruppe.

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