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10.11.2008 Chamäleon: Ein toller Dreh

Ein Musterhaus wird verkauft

Szene aus der Aufführung "Ein toller Dreh" im Kulturtreff Waldbronn mit (v.li.) Peter Seiler, Gerd Kiecherer, Patricia Keller, Silvia Pfisterer, Birgit Jensen, Johannes Kiecherer und (stehend v.li.) Veronika Köppen, Petra Schroff und Norbert Ried

Meinem "tollen Dreh" begeisterte "Chamäleon", die Theatergruppe der VHS Waldbronn, ihr Publikum im Kulturtreff. In den mehr als zehn Jahren unter der Leitung von Gerd Kiecherer hat sie in dieser Zeit nicht nur Lustspiele erfolgreich auf die Bühne des Kulturtreff gebracht, darunter wahre Klassiker von Michael Frayn oder Michael Cooney, aber auch ernste Stücke wie die "Physiker" von Friedrich Dürrenmatt.
In diesem Jahr nun also "Ein toller Dreh" von Anthony Marriott und Alistair Foot, ganz im Stil der Slapstick-Komödie gehalten und von "Chamäleon" mit dem nötigen Tempo und Augenzwinkern gespielt. Die Inszenierung hatte wie auch in den Vorjahren Gerd Kiecherer mit dem Ensemble besorgt und er selbst glänzte einmal mehr in der Hauptrolle. Jeder Mitspieler aber konnte sich in dem gut aufgelegten Ensemble entfalten und seine Stärken ausspielen, sodass die Figuren typgenau auf der Bühne lebendig wurden. Für das stimmige Bühnenbild war Simone Keller-Stadler verantwortlich, Bühnenaufbau und –technik war bei Martin Kage bestens aufgehoben, die Lichttechnik lag in Händen von Markus Ried, geschminkt wurden die Akteure von Patricia Keller und als Souffleusen fungierten Martina Winter und Maria Anna Kiecherer.

Überraschung für Mister Lockwood (Klaus Schroff), vorne), als plötzlich (v.li.) Birgit Jensen, Peter Seiler, Silvia Pfisterer, Veronika Köppen (verdeckt), Norbert Ried, Gerd Kiecherer und Patricia Keller im Raum stehen

Ohne zu viel zu verraten ist der Inhalt schnell erzählt. Die Firma Lockwood-Luxus-Heim-AG will ein seit Jahren unbewohntes und unverkäufliches Modellhaus endlich loszuschlagen. Dem verleiht ihr Geschäftsführer (Klaus Schroff) Nachdruck. Er "installiert" ein "glückliches Ehepaar" als Bewohner, um die Kaufinteressenten zu täuschen. Sein Verkaufsleiter George Pitt (Gerd Kiecherer) muss die Rolle des Ehemanns spielen. Der strebt eine politische Karriere an und wird von der Sorge umgetrieben, was seine Wähler zu dem ganzen Schwindel sagen. Als Ehefrau engagiert Lockwood eine zweitklassige Schauspielerin (Patricia Keller) mit "Bühnenerfahrung und dem Dreh von Werbespots", die sich naiv auf eine anspruchsvolle Rolle freut. Während die biedere Sekretärin Monica Johnson (Birgit Jensen) und das verzweifelte Lehrmädchen Yvonne Wilby (Silvia Pfisterer) das Haus noch für die potenziellen Käufer präparieren, erscheinen diese bereits in Gestalt von Sir Lindsay und Lady Helen Cooper (Norbert Ried, Veronika Köppen). Zunächst etwas zögerlich, jedoch zunehmend frecher und ungenierter lügen sich die "Eheleute Pitt" bei Tee und Gebäck durchs Verkaufsgespräch. Reaktionsschnell und mimisch exzellent hält Gerd Kiecherer die Handlung auf Trab, die mit der unvorhersehbaren Ankunft des Parlamentsabgeordneten Andrew Grey samt Gattin (Johannes Kiecherer, Petra Schroff) endgültig außer Kontrolle zu geraten droht, zumal mit David Prosser (Peter Seiler) auch noch der eher etwas dusselige Verlobte von Melanie Sinclair auftaucht. Kompliziert wird das Ganze noch durch einen Fotografen (Martin Kage) und einen unerwarteten Damenbesuch (Martina Winter). Zum Schluss haben auch die Zuschauer kaum noch den Durchblick, wer nun mit wem hinter welcher Tür steckt, zumal eine der neun Türen permanent klemmt und sich von innen nicht öffnen lässt.
Das Publikum an den ersten beiden Abenden ging begeistert mit und immer wieder brandete auch Szenenapplaus auf, der sich im Schlussbeifall nochmals steigerte. Die gelungene Aufführung ist noch viermal am Samstag, 15. und 22. November jeweils um 20 Uhr und an den darauffolgenden Sonntagen, 16. und 23. November jeweils um 18 Uhr im Kulturtreff zu sehen. Karten zum Preis von 7 Euro gibt es im Vorverkauf bei der VHS Waldbronn, Stuttgarter Str. 25a, Tel. 07243-69091, oder an der Abendkasse.

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