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29.07.2011 VHS war in Berlin

VHS: Wir waren in Berlin

 

Einer der Höhepunkte VHS-Studienfahrt war der Besuch im Bundeskanzleramt

 

Zum dreizehnten Mal seit dem Jahr 2000 unternimmt die Volkshochschule Waldbronn jährlich mindestens eine Fahrt nach Berlin, die bisher immer unter dem Thema "Berlin-in Geschichte und Gegenwart" stand. Dazu hatte Reiseleiter Helmut Zahnleiter für seine Gruppe wieder ein abwechslungsreiches und interessantes Programm zusammengestellt, das auch in dunkle Kapitel der deutschen Geschichte leuchtete. Rückblick auf die Fahrt hielten die Teilnehmer jetzt bei einem Nachtreffen.

Unterstützt wurde die Fahrt wieder von Bundestagsabgeordnetem Axel E. Fischer, in dessen Berliner Büro Kerstin Hübner wie auch in den Vorjahren durch Terminvereinbarungen die Türen zum Bundeskanzleramt, zum Reichstag und in der Gedenkstätte Hohenschönhausen für die Waldbronner öffnete.

Berlin aus einer etwas anderen Perspektive erlebten die Teilnehmer gleich am ersten Tag bei einer abendlichen Brückenfahrt über Landwehrkanal und Spree. Kennenlernen des historischen Teils von Berlin mit Gendarmenmarkt, Schlossplatz und Nikolaiviertel waren weitere Höhepunkte. Natürlich gehörten auch der Potsdamer Platz und seine wechselvolle Geschichte im vergangenen Jahrhundert zum Programm. Entlang dem ehemaligen Mauerverlauf ging es vorbei am Berliner Abgeordnetenhaus und der "Topografie des Terrors" auf dem Gelände der Zentrale von SS und Gestapo zum Checkpoint Charlie. Auch das Holocaust-Mahnmal, das an die während der Nazi-Diktatur ermordeten Juden erinnert, wurde besucht.

Betroffen waren die Teilnehmer der VHS-Fahrt beim Besuch im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi, durch die sie mit Mike Fröhnel (5.v.li.) ein ehemaliger Häftling führte


Tief in die deutsche Geschichte tauchten die Teilnehmer bei der Rundfahrt durch das historische Potsdam ein. Schloss Cecilienhof, wo der Potsdamer Vertrag ausgehandelt wurde und wo der Befehl zum Einsatz der ersten Atombombe gegeben wurde, die Reste der ehemals "verbotenen Stadt", das Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes KGB, und dann natürlich Sans.Souci mit der Grabliege Friedrichs des Großen, dem Neuen Palais waren weitere Stationen in Potsdam.

Ein Höhepunkt besonderer Art war der Besuch im Bundeskanzleramt mit Konferenz- und auch Kabinettsaal, das mit seiner gelungenen architektonischen Gestaltung im Inneren die Meisten überraschte und beeindruckte. Am Nachmittag ging es dann über das Besucherrestaurant im Paul-Löbe-Haus direkt in den Plenarsaal im Reichstagsgebäude. Nach einem informativen Vortrag genossen alle den beeindruckenden Blick über Berlin von der Reichstagskuppel aus.

Nei im Programm war ein Besuch im Treptower Park mit dem beeindruckenden Russischen Ehrenmal


Neu im Programm waren eine Kaffeepause im Treptower Park an der Spree und ein anschließender Spaziergang zum Sowjetischen Ehrenmal in diesem Park. In seiner Monumentalität erinnert es an die Toten des Zweiten Weltkriegs. Das 1949 erbaute Ehrenmal wurde letzte Ruhestätte für 7.000 russische Soldaten.

Ein bedrückender Höhepunkt war der Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Sie befindet sich auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Wegen ihrer geographischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als wichtigster Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Geführt wurde die Gruppe der Volkshochschule von dem ehemaligen Häftling Mike Fröhnel, der authentisch, aber auch mehr als erschütternd über die Haftbedingungen in den Gefängnissen der DDR berichten konnte. Nachdenklich verließen alle die Gedenkstätte in dem Bewusstsein, dass die Täter nach wie vor in Freiheit leben und ihre Pensionen genießen können, während die Opfer oft nur unzureichend für das erlittene Unrecht, sowie die seelischen und körperlichen Verletzungen entschädigt wurden.

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