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27.07.2011 Waldbegehung

Verkehrssicherung und Mischwaldpflege

Verkehrssicherungsmaßnahmen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Waldbegehung der Waldbronner Gemeinderäte. Ein Schwerpunkt war dabei die AVG- Trasse im Hetzeltal


Pflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen hatten Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer in den Mittelpunkt der diesjährigen Waldbegehung des Gemeinderats gestellt. Bürgermeister Franz Masino konnte neben den Gemeinderäten auch zahlreicher Bürger an den unteren Parkplätzen im Kurpark begrüßen.
Erste Station war bei der AVG-Trasse oberhalb des Kurparks. Dort erläuterten die Forstleute Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang öffentlicher Wege. Einmal im Jahr kontrolliere er die Ränder "öffentlicher Verkehrsflächen", so der Revierförster. Immerhin summiert sich das in Waldbronn auf 25 km. Diese Überprüfung erfolgt optisch und in einer Tiefe von etwa einer Baumlänge. Werde entlang der Bahntrasse gearbeitet, müsse immer ein Mann der AVG mit vor Ort sein. In diesem Jahr konnte man die Vollsperrung der Strecke nutzen, um Baumkronen oder Äste über der Stromleitung zu entfernen und überhaupt, um mit dem Waldrand von der Bahntrasse abzurücken und das Lichtraumprofil zu sichern. Diese Maßnahmen kosteten 21.200 Euro. Hätte wegten dieser Maßnahmen der Schienenverkehr still gelegt werden müssen,hätten sich die Kosten auf 94.000 Euro erhöht. Beide Forstleute lobten die gute Zusammenarbeit mit der AVG.
Nächster Halt war eine ehemalige Sturmfläche, wo elf Hektar Nadelmischwald, immerhin so viel wie 22 Sportplätze, gepflegt werden müssen. Diese Jungbestandspflege wird einmal im Jahrzehnt durchgeführt. Hier wurden 2001 insgesamt 7.600 Fichten, 1.500 Eichen, 6.800 Buchen-Wildlinge und 150 Kirschen neu gepflanzt. Ziel der Pflege ist, gepflanzte, aber im Wachstum unterlegene Baumarten wie Eiche oder Kirsche zu fördern, um einen stabilen Mischwald zu erhalten. Dabei wurden auch labile Altbäume entnommen und alle 40 m Pflegepfade angelegt, um die unüberschaubare Fläche zu gliedern. Die Gesamtkosten für die Pflegemaßnahmen auf dieser Fläche lagen bei 10800 Euro.

Die renaturierte Sohle des Hetzelbachs besichtigten die Gemeinderäte bei der jährlichen Waldbegehung

Bei der Überquerung des Hetzelbachs machte Rupp auf einige alte Eichen aufmerksam, die bis über ihr eigentliches Lebensende erhalten werden sollen. Eine Überraschung gab es dann bei der Hetzelquelle, wo als Ausgleichsmaßnahme für den Verkehrsknoten Busenbach eine Sohlenrenaturierung durchgeführt wurde. Ein Starkregen vom Vortag, bei sich das Regenüberlaufbecken planmäßig in den Hetzelbach entlastete, hatte dazu geführt, dass das Wasser Sandsteinblöcke von gut 1,5 Tonnen Gewicht um mehrere Meter mit sich gerissen hat. Die Maßnahmen insgesamt erläuterte Waldbronns Umweltberaterin Isa Weinerth.
Wieder im Kurpark erläuterte der Forstamtsleiter ein wesentliches Ziel: Am Rand des Kurparks will man parkähnlichen Wald schaffen, in dem Eichen bevorzugt werden sollen. Überhaupt herrsche in Waldbronn ein "erhöhter Erholungsdruck" auf den Wald. Das belegte Mayer mit Zahlen. Stehen jedem Bundesbürger statistisch 1200 qm Wald zu, sind es in Waldbronn nur 287. Abschließend erfuhren die Teilnehmer der Waldbegehung, dass auf den 344 ha Waldfläche im vergangenen Jahr ein Gewinn von 4400 Euro erzielt wurde.
Bei der Abschlussbesprechung in der Etzenroter Wiesenfesthalle fragte Kristian Kroschel (FW) nach den Auswirkungen der Klimaveränderung. Sie verlaufe in Wellen, so Thomas Rupp, und das müsse auch bei der Forsteinrichtung berücksichtigt werden. Mischbestände mit einer großen Artenvielfalt seien dabei wichtig, um einzelne Ausfälle kompensieren zu können. Ein kompletter Umbau des Waldes mit anderen Baumarten würde 100 Jahre in Anspruch nehmen. Gegen die Anlage einer Christbaumkultur sprachen sich auf eine Frage von Joachim Lauterbach (CDU) beide Forstleute aus.

Postfiliale zieht zurück in den Rathausmarkt

Im Rahmen der Waldbegehung gab Hauptamtsleiter Walter Knab bekannt, dass die Postfiliale in der Ostendstraße zum 31. August schließt. Die Filiale öffnet dann ab 1. September wieder im Marktplatz 2 ihre Pforten, wo sie vor dem Umzug in die Ostendstraße bereits war.

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