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11.06.2011 Kapelle Maria Zuflucht in Busenbach

Gelöbnis aus schwerer Zeit erfüllt

Insgesamt 3.356 Euro übergab Malermeister Franz Csernalabics (rechts) an Bettina Fang und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Herbert Heckenbach. 2.111 Euro davon gehen an den Kindergarten, 1.245 fließen in die Renovierung des Turms der Kapelle und die Vergoldung des Kreuzes

"Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab", dieses Gedicht könnte Ludwig Uhland auch in Busenbach geschrieben haben. Dort steht seit 1957 an einem der höchsten Punkte des Waldbronner Ortsteils die Kapelle "Maria Zuflucht".
Ihren Ursprung hat sie in einem Versprechen aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Der damalige Busenbacher Pfarrer Friedrich Ohlhäuser saß mit mehreren Busenbachern bei einem Fliegerangriff in einem zum Luftschutzkeller ausgebauten Bergstollen unterhalb des Pfarrgartens. Von hier aus wurde das Versprechen von der Gemeinde übernommen, wenn Busenbach die Kriegsdrangsal weitgehend unbeschadet überlebt, soll als Dank eine Marienkapelle erbaut werden. Von Bedeutung war auch das Gelände. An diesem Platz mussten noch 1945 acht Karlsruher Volkssturmmänner ihr Leben lassen und über den Hügel fuhren auch die ersten französischen Panzer in das Albtaldorf ein.
Ehe aber an den Bau der Kapelle gedacht werden konnte, galt es Wohnraum für die zugewiesenen Heimatvertriebenen zu schaffen. Am nördlichen Ortsrand von Busenbach wurde Gelände gerodet und eine neue Siedlung in der heutigen Hellenstraße erbaut. Bauherr war die kirchliche, von Friedrich Ohlhäuser initiierte "Neue Heimat", die bis 1949 insgesamt 30 Siedlungshäuser vor allem in Busenbach errichtete. Sie nannte sich später um in die noch heute bestehende "Familienheim Karlsruhe".
1952 verließ Pfarrer Ohlhäuser Busenbach. Sein Nachfolger Hans Vollmer betrieb den Bau der Kapelle mit Nachdruck weiter. Ein Kapellenverein wurde gegründet, der das Vorhaben finanziell absichern sollte. Als Mitglied Nr. 1 verzeichnet das Verzeichnis den damaligen Busenbacher Pfarrer und späteren Waldbronner Ehrenbürger Hans Vollmer. Der jährliche Mitgliedsbeitrag lag bei 5 DM, eine für damalige Verhältnisse stattliche Summe. 507 Mitglieder listet dieses Verzeichnis zum Schluss auf.
1956 wurde dann mit Planung und Bau begonnen, nachdem die Gemeinde Busenbach das Grundstück zur Verfügung gestellt hatte. Den Entwurf hatte der Architekt Georg Überreiter gefertigt. Im Juni 1956 erfolgte der erste Spatenstich, mit den eigentlichen Bauarbeiten wurde im darauffolgenden Frühjahr begonnen. Am 30. Mai 1957 wurde Richtfest gefeiert, am 29. September wurde die gestiftete Glocke geweiht. Die Kapelle selbst schmückt ein Bild der "Dreimal-Wunderbaren-Mutter" von Schönstatt. Einweihung war dann am 20. Oktober mit einer feierlichen Prozession von der Kirche aus.
Von der Grabung der Fundamente über Maurerarbeiten bis hin zum Verputzen und dem Anstrich war Josef Csernalabics am Bau beteiligt, für dessen Familie die Kapelle eine besondere Bedeutung erlangt hat. 1970 wurde sein Sohn Franz Csernalabics hier getraut, später noch weitere zwei seiner Kinder. Einer seiner ersten Aufträge, erzählt Franz Csernalabics, war noch im Gründungsjahr seiner Firma der Anstrich der Kapelle innen und außen. 1982 hat er dann zum 25-jährigen Bestehen der Kapelle eine kostenlose Grundsanierung durchgeführt.
In all den Jahren kümmerten sich Familien aus der Hellenstraße um die Kapelle. Sie öffneten morgens die Tür und schlossen abends wieder ab. Sie sorgten für die Sauberkeit in der Kapelle, erzählt Bettina Fang, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Kapelle wohnt und deren Schwiegereltern lange Jahre diesen Dienst gemeinsam mit anderen Familien versahen.
Aber auch die Familie Csernalabics hat die Kapelle nicht vergessen. Zu seinem 60. Geburtstag hat Franz Csernalabics um Geldgeschenke bei Freunden und Geschäftspartnern gebeten. 3.356 Euro kamen so zusammen. Davon flossen 1.245 Euro in die Renovierung des Turms und die Neuvergoldung des Kreuzes, für die restlichen 2.111 Euro konnte sich der Kindergarten in Busenbach über Spielgeräte freuen.

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