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02.01.2011 Kleintierzuchtverein Reichenbach Jubiläum

75 Jahre Kleintierzuchtverein Reichenbach

Mit einem Neujahrsempfang im Kurhaus Waldbronn startete der Kleintierzuchtverein Reichenbach in das 75. Jahr seines Bestehens

Sein 75-jähriges Jubiläum kann der Kleintierzuchtverein "C 586" Reichenbach in 2011 feiern. Nach einer wechselvollen Geschichte durch die Kriegsjahre hindurch wurde der Verein wieder zum Leben erweckt. Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Einweihung der eigenen Zuchtanlage im Jahr 1984.
Auftaktveranstaltung zum Jubiläum war ein neujahrsempfang im Kurhaus, der von Robin Karlfeld musikalisch umrahmt wurde. Vorsitzender Günter Anderer begrüßte unter den zahlreichen Gästen besonders Ehrenbürger Martin Altenbach und Bürgermeister Franz Masino. Einen Abriss über die Geschichte gab Martin Musger.
Gegründet wurde der Verein 1936. Eingeladen zur Gründungsversammlung hatte der damalige Bürgermeister Franz Lehre. Das verschollen geglaubte und erst kürzlich wieder ans Tageslicht gekommene Gründungsprotokoll trägt fünf Unterschriften und weist Alfred Becker als ersten Vorsitzenden aus, zu seinem Stellvertreter wurde Franz Lehre gewählt. Bereits 1938 findet eine erste Ausstellung mit Pelzmodenschau statt. Nach der kriegsbedingten Unterbrechung wird der Verein 1946 von 15 Männern wieder ins Leben gerufen. Nach der ersten Lokalschau 1954 findet 1955 erstmals die Kreisschau in Reichenbach mit 30 Hühner-, 21 Kaninchen- und drei Taubenrassen statt.
Das Jahr 1966 markiert eine Zäsur im Vereinsleben. Nicht nur, dass der Verein auf 59 Mitglieder und 15 Jugendliche angewachsen ist, es wurde auch der Beschluss gefasst, eine eigene Zuchtanlage zu bauen. 1967 wird das Vereinsleben durch die erste "Selbstverwerter Frauengruppe" im Albtal ergänzt. 1970 stellen die Reichenbacher Züchter mit Norbert Weckenmann den ersten Landesmeister Geflügel und 1975 wird Günter Anderer zum Vorsitzenden gewählt, der dieses Amt noch heute innehat.

Herzstück des Kleintierzuchtvereins Reichenbach ist die Zuchtanlage. Unser Luftbild vom 5. Juni 1985 gibt den Bauzustand vor dem 50-jährigen Jubiläum des Vereins wieder

1975 wird es dann ernst mit der Zuchtanlage. Ein Plan mit 15 Parzellen wird dem Gemeinderat vorgelegt. Aber erst 1980 wurde der heutige Standort im Gewann "Neubrüch" festgelegt. Der Verein ist inzwischen auf 219 Mitglieder angewachsen, 13 Züchter haben zugesagt, eine Parzelle zu pachten, dazu musste jeder ein Eigenkapital von 2.000 DM mitbringen. Mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Albrecht Glaser wurden 1981 die Planungen konkret. Bei der Lokalschau im November gab der Bürgermeister bekannt, dass in den nächsten Tagen der "Rote Punkt" erteilt wird. Dafür aber mussten die Kleintierzüchter zusagen, dass nach Einweihung das bisherige Provisorium hinter dem Reichenbacher Friedhof, die "Süddeutschen Hüttenwerke", laut Glaser das "größte nicht genehmigte Bauwerk" schnellstens abgerissen wird.
Diese Zuchtanlage war die Grundlage für die züchterischen Erfolge der kommenden Jahre. Mehrfach gingen Landesmeistertitel bei Kaninchen und Geflügel nach Reichenbach. Artur Steppe wird 2000 zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister bei der Deutschen Zwerghuhnschau in Köln und Arnold Trentl wird bei zwei Taubenschauen Deutscher Meister und erringt 2044 als Krönung bei der Europaschau in Prag das Europachampionat, einen Titel, den er 2006 in Leipzig wiederholt. Bei der Mittelbadischen Städteschau gewann nach zwei Siegen Reichenbach den Wanderpreis vor Rastatt-Baden-Baden.
In der Zuchtanlage stehen heute 11 Häuser, die von 13 Züchtern gepachtet sind. Seit 1981 haben die Kleintierzüchter nicht nur die Häuser gebaut, auch die Zuchtanlage wurde ausgebaut. 350.000 DM wurden investiert, schätzte Kassier Hubert Becker und Vorsitzender Günter ist stolz, dass 14.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet wurden und seit 2010 alle Grundstücke mit zusammen 1,4 Hektar im Eigentum des Vereins sind. Etwa 350 Zuchttiere sind ständig in der Zuchtanlage. In Kürze werden auch Meerschweinchen dort einziehen. Das wird sicher auch dazu beitragen, dass über die Sommermonate weiterhin Schulklassen die Zuchtanlage besuchen.
In den 75 Jahren des Bestehens des Kleintierzuchtvereins Reichenbach fällt auf, dass er sich immer wieder ins gemeindliche Leben eingebracht hat. So beteiligen sich die Kleintierzüchter jedes Jahr am Fastnachtsumzug und auch vom Umzug zum 700-jährigen Dorfjubiläum ist Vielen Martin Musger mit seiner Gänseherde noch in guter Erinnerung. 1996 bewirten die Kleintierzüchter die Teilnehmer der "Tour de Ländle" im Kurpark.
Diese Erfolge, so Musger, wären aber nicht möglichgewesen, wenn nicht die Kernmannschaft des Vereins seit vielen Jahren konstruktiv zusammenarbeite. Viele davon haben ihre Positionen bereits seit den 60er Jahren inne. Beispiel ist Günter Anderer, der seit 1967 in der Verwaltung tätig ist, davon 36 Jahre ununterbrochen bis heute als 1. Vorsitzender. Musger nannte neben anderen auch Ehrenbürger Martin Altenbach, der seit 1985 die Kasse prüft.
Für ihr Jubiläumsjahr haben sich die Kleintierzüchter ein umfangreiches Programm vorgenommen. Am 29. Januar ist in der Zuchtanlage ein Schlachtfest, am 8. März beteiligen sich die Kleintierzüchter wie all die Jahre zuvor wieder am Fastnachtsumzug. Die Jahreshauptversammlung findet am 18. März im Wanderheim des Schwarzwaldvereins statt. Das Hähnchenfest am 2. und 3. Juli wird mit einem "Tag der Offenen Zuchtanlage" am Sonntag, 3. Juli verbunden. Ein Jubiläumsabend ist für den 4. November geplant, ehe am 5. und 6. November in der Festhalle die Jubiläumslokalschau stattfindet.

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