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27.11.2010 Trio Bamberg beim Kulturring

Freudvolle Wiederbegegnung mit "Trio Bamberg“

Beim Kulturring Waldbronn gastierte das "Trio Bamberg" mit Jewgeni Schuk, Robert Benz und Alexander Hülshoff (v.li.) mit Werken von Mozart, Saint-Saens und Brahms

Mit einem Konzert des „Trio Bamberg“ sorgte der Kulturring zum Jahresende noch einmal für ein herausragendes musikalisches Ereignis in seinem Veranstaltungsprogramm. Wie schon bei früheren Waldbronner Begegnungen mit diesem renommierten Ensemble waren auch jetzt wieder der Pianist Robert Benz und der Geiger Jewgeni Schuk mit von der Partie. Den inzwischen neu hinzugekommenen Alexander Hülshoff lernten die erfreulich zahlreichen Konzertbesucher als einen Cellisten kennen, der musikantisches Temperament und eine geradezu seismographisch reagierende Sensibilität phantasievoll und farbenreich mit dem Klang seines edlen Grancino-Cellos aus dem Jahre 1691 zu verbinden weiß.
Nun sind dies alles aber Qualitäten, die sich hier nicht etwa aus dem Ensemble-Charakter heraushoben, sondern ihn viel mehr bestätigten und bereicherten. Mozarts von heiteren Empfindungen bewegtes, in seinem Andante-Satz auch sehr nachdenkliches Trio C-Dur KV 548 profitierte davon genau so wie das auch in der späten Neufassung des Jahres 1889 immer noch feurige, herrlich aufblühende Jugendwerk in H-Dur op. 8 von Brahms. Ob da das Klavier an besonders klangmächtigen Höhepunkten seine Dominanz um ein paar Nuancen zu stark ausspielte, mag dahingestellt bleiben.
Das ein Jahrhundert alte, im Programm jetzt zwischen Mozart und Brahms platzierte Opus 132 „La Muse et le Poète“ von Camille Saint-Saens, erscheint, wo überhaupt es jemals in einem deutschen Konzertsaal auftaucht, immer noch als fremdelnde Novität, obwohl es weit über das Entstehungsjahr 1909 zurück auf die Romantik verweist und schon gar in so ausdrucksvoller, beredter Interpretation wie an diesem Abend dem Publikum sehr entgegenkommt. Seinen Reiz voll entfalten würde dieses Zwiegespräch von Muse und Dichter, von Violine und Violoncello allerdings wohl erst in Verbindung mit einem Orchester in „romantischer“ Besetzung, auf die hin der Komponist seine Originalfassung mit Klavier auch schon angelegt hatte. Die von Konzertbeginn an spürbar intensiv mitgehende Zuhörerschaft wurde für ihre Beifallsfreude zu guter Letzt noch mit einem zu Herzen gehenden langsamen Trio-Satz von Robert Schumann belohnt.

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