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14.11.2010 Volkstrauertag 2010

"Ein Tag der Selbstkritik und der Mahnung"

Mahnend blickte auch der Kirchturm von St. Wendelin Reichenbach auf die Gedenkstunde am Brunnenplatz

Die Feierstunde zum Volkstrauertag fand in Waldbronn in diesem Jahr am Ehrenmal beim Reichenbacher Brunnenplatz statt. Umrahmt wurde sie mit passenden Weisen und Melodien durch den Musikverein "Lyra" Reichenbach unter Jochen Mareth und den Männerchor des Gesangvereins "Concordia" Reichenbach unter Achim Waible. Gebete für die Toten sprachen Pfarrerin Bettina Roller und Pfarrer Torsten Ret.
Bürgermeister Franz Masino sagte in seiner Ansprache:
"Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jugend!
Heute, über 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, versammeln wir uns hier am Mahnmal in Reichenbach zur zentralen Feierstunde zum Volkstrauertag. In diesen 65 Jahren hat sich die Welt verändert, grundlegend und schneller als je zuvor. Was sich nicht verändert, sind die Millionen Opfer der Kriege.
Zwar neigen wir in zunehmende Masse zum schnellen Vergessen und Verdrängen, doch zumindest an diesem Tag sollten wir innehalten und uns an das Leiden und Sterben während der Kriege und der Gewaltherrschaft erinnern. Das sind wir den Opfern schuldig.
Der Volkstrauertag ist somit ein Tag des Gedenkens und des Nachdenkens, ein Tag der Erinnerung, des Mitgefühls und der Verbundenheit über die Generationen hinweg.
Ein Anrecht auf Solidarität haben auch all jene Frauen und Männer, die gegenwärtig in Auslandseinsätzen ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren.
Dabei spielt es keine Rolle, ob man die politische Entscheidung zu den Einsätzen für richtig oder falsch hält. Zu viele sind bereits ums Leben gekommen. Ihnen und ihren Familien gilt unser Mitgefühl. Unser Gedenken am Volkstrauertag schließt auch diese Menschen mit ein.
Am heutigen Tag sollten wir nicht nur zurückblicken, um aus der Geschichte zu lernen sondern der Volkstrauertag fordert uns auf, unsere Zeit heute kritisch zu prüfen. Gerade in Bezug auf die vielen Vorurteile zwischen Nationen, Völkern und Religionen. Diese müssen abgebaut werden. Dazu müssen Verbindungen, Freundschaften aufgebaut und gepflegt werden.
Wir müssen auch über unangenehme Themen wie Krieg und die zuvor benannten Vorurteile sprechen. Nur im Dialog ist die Arbeit für den Frieden und der Erhalt möglich. Gerade dazu sollte der Volkstrauertag anregen.
Wie dankbar können wir sein, seit Jahrzehnten in Frieden und Freiheit zu leben. Der Volkstrauertag ist ein Tag der Selbstkritik und der Mahnung, aber auch der Hoffnung und Zuversicht für eine friedliche Zukunft auf der ganzen Welt.

Gut besucht war die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Ehrenmal auf dem Brunnenplatz


Trotz des traurigen Gedenkens an Krieg und Gewalt am Volkstrauertag ist der Tag heute auch ein Tag der Hoffnung.
Der Sonntag ist nach christlichem Verständnis der erste Tag einer neuen Woche. Er gibt uns immer wieder die Chance in einem christlichen Miteinander für Frieden und Freiheit zu kämpfen. Denn es gibt keinen gerechten Krieg und es gibt keine gerechte Gewalt. Tun wir etwas dagegen.
Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Gäste!
Bevor wir zum Abschluss unsere Nationalhymne singen, möchte ich mich noch im Namen unserer Gemeinde bedanken. Danke an Sie Frau Pfarrerin Roller und an Sie Herr Pfarrer Ret für die würdevolle Umrahmung der Feierstunde, ein Dankeschön an den Musikverein "Lyra" Reichenbach für die musikalische Umrahmung, ein Dankeschön an den Gesangverein "Concordia" für die Gesangsbeiträge, ebenso einen herzlichen Dank an die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach und die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes aus Reichenbach für die feierliche Gestaltung, ein Dank auch an unsere Gemeindegärtnerei für den gelungenen Blumenschmuck.
Ein herzlicher Dank geht an Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie mit Ihrem Kommen dieser Feierstunde einen würdigen Rahmen gegeben haben.
Ich wünsche Ihnen allen noch einen schönen, besinnlichen Sonntag und Frieden für die Welt.
Vielen Dank!"
Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr bildeten während der Feierstunde ein Ehrenspalier mit Fackeln. Im Anschluss an die Feierstunde wurden an den Gefallenenehrenmälern in Etzenrot und Busenbach ebenfalls Kränze niedergelegt.

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