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04.11.2010 Norman Bücher beim Jungle Marathon

Durch die grüne Hölle

Norman Bücher beim Dschungel Marathon in Brasilien

Hüfttiefe Sümpfe, handgroße Spinnen, fleischfressende Pflanzen, sengende Hitze und grüne Wände aus gewaltigen Bäumen. Diese Eindrücke kann man beim Jungle Marathon in Brasilien erleben, an dem der Waldbronner Extremsportler Norman Bücher im Oktober 2010 teilnahm. Der Jungle Marathon gilt als der gefährlichste Abenteuerlauf der Welt. 222 Kilometer in sechs Etappen läuft man durch den Amazonas-Regenwald. Dabei muss sich jeder Läufer über die sieben Tage komplett selbst versorgen und die gesamte Ausrüstung mit sich tragen.
"Die brutale Hitze von bis zu 40C Grad im Schatten und die hohe Luftfeuchtigkeit stellten für mich die größte Belastung dar“, so Bücher. Für die erste Etappe von 15 Kilometern benötigte der Extremläufer und Motivationstrainer sage und schreibe sechs Stunden. Vor allem auch wegen der sehr anspruchsvollen Strecke. Kilometerlange matschige Dschungelpfade, quer liegende Bäume, laubbedeckte Erdlöcher, riskante Sumpfdurchquerungen sowie steile An- und Abstiege dominierten die einzelnen Etappen. Stolpern, Klettern, Schliddern und Schwimmen waren angesagt, das Fortbewegen hatte teilweise mit Laufen nichts mehr zu tun. "Vor den Flussdurchquerungen hatte ich den größten Respekt, da Kaimane und Piranhas in diesen Gewässern zuhause sind.“ Auch die Pflanzenwelt des Dschungels bedeutete eine potenzielle Gefahrenquelle. Schürfwunden, Verletzungen und Hautinfektionen durch Dornen, Stacheln, Lianen und scharfkantige Blätter blieben nicht aus.
Zwischen den Etappen schliefen die Läufer in provisorisch eingerichteten Lagern am Ufer des Tapajós-Flusses in Hängematten. "Nachts hörte man ununterbrochen die Tierwelt des Regenwaldes, während unzählige Insekten unsere Rucksäcke und Hängematten belagerten.“ Der Dschungel schläft eben nie.
Nach dem Ende der zweiten Etappe bricht Norman Bücher, der mit einer Erkältung ins Rennen gegangen war, zusammen. Diagnose: Erschöpfung und Hitzschlag. Nach der langen ärztlichen Behandlung, die bis tief in die Nacht ging, bricht er schließlich das Rennen ab. "Meine Gesundheit ist mir wichtiger als jeder Lauf auf dieser Welt“, so der 32-jährige. "Auch wenn ich den Jungle Marathon nicht erfolgreich beenden konnte, war es für mich ein besonderes Erlebnis in einer der faszinierendsten Regionen der Erde laufen zu dürfen.“

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