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07.11.2010 Chamäleon: Der süßeste Wahnsinn

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Verwirrung um weiße und rote Rosen

Die beiden Diven treffen aufeinander: (v.li.) Birgit Jensen, Gerd Kiecherer, Martin Kage, Patricia Keller, Petra Schroff, Norbert Ried und Peter Seiler


Weiter in der Erfolgsspur ist "Chamäleon", die Theatergruppe der Volkshochschule Waldbronn. Ausgesucht hatte sich die Truppe um ihren Leiter und Hauptakteur Gerd Kiecherer in diesem Jahr die Komödie "Der süßeste Wahnsinn" des Amerikaners Michael McKeever. Nach der deutschsprachigen Uraufführung im Dezember 2009 wurde sie inzwischen von mehreren Theatern erfolgreich nachgespielt. "Chamäleon" ist eine der ersten deutschen Laientheatergruppen, die dieses Stück zur Aufführung bringen.
"Der süßeste Wahnsinn" oder "Suite Surrender", wie das Stück zutreffender im Originaltitel heißt, spielt im Mai 1942. Im luxuriösen Palm Beach Hotel soll eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Navy stattfinden. Als Höhepunkt wurden zwei Diven des Show-Business eingeladen: Film-Star Athena Sinclair und Song-Legende Claudia McFadden. Das Brisante dabei, die beiden Stars sind seit langem verfeindet und bei jedem Aufeinandertreffen fliegen die Fetzen und noch unschuldige Zeugen vom Balkon.
Für Hotelmanager Dunlap ist es schon nervenaufreibend genug, beide Damen so aneinander vorbei zu organisieren, dass sie sich nicht begegnen. Aber sein Blutdruck erreicht gefährliche Höhen, als die Diven irrtümlich in derselben Hotelsuite landen, ohne es zunächst zu bemerken. Gegen die drohende Katastrophe und an wechselnden Fronten kämpfen Dunlap, die verwirrten Hotelpagen Francis und Otis sowie Athenas und Claudias Privatsekretäre Murphy und Pippet, während in der Lobby, am Pool und im Saal die Vorbereitungen zur Gala komplett aus dem Ruder laufen. Zu allem Überfluss taucht auch noch die Klatschkolumnistin Dora del Rio im Hotel auf und Mrs. Osgood, eine Dame der Gesellschaft mischt sich ständig ein.
Aus diesen Zutaten mixt McKeever in bester Manier der Tür auf–Tür zu-Komödien eine rasante Mischung mit einer überraschenden Pointe, die zwar die Zuschauer, nicht aber die Beteiligten aus dem Hotel mitbekommen und die hier auch nicht verraten werden soll.

Verwirrung in der Hotelsuite: (v.li.) Peter Seiler, Gerd Kiecherer und Patricia Keller

Wie bei "Chamäleon" üblich waren die Rollen typgenau besetzt und die Zuschauer im nahezu ausverkauften Kulturtreff hatten genug Gelegenheit, ihr Zwerchfell zu strapazieren. Da war der gestresste Hoteldirektor Dunlap, gewohnt souverän Gerd Kiecherer, dem mit der Zeit das Geschehen aus dem Ruder läuft. Da waren die beiden Diven, treffend charakterisiert von Patricia Keller als die biestig-bissige Claudia McFadden, die zu Gewaltausbrüchen neigt, und Birgit Jensen als etwas zickige, erotisch unterversorgte Athena Sinclair. Schwer geprüft waren die beiden Privatsekretäre, denen Petra Schroth als Murphy Stevens und Peter Seiler als Mr. Pippet immer hektischeres Profil gaben.
Scheinbare Randfiguren, die komplizierend ins turbulente Geschehen eingriffen, waren die beiden Hotelpagen Otis, herrlich in seiner Begriffsstutzigkeit aber auch im Anhimmeln der beiden Stars Martin Kage, und Norbert Ried als Francis, bei dem die alte Liebe zu Murphy wieder durchbricht. In den unpassendsten Momenten erscheint die Klatschkolumnistin Dolores del Rio in Gestalt von Sabine Batke, immer auf der Suche nach "der" Story und dabei viel zu leiden hat. Veronika Köppen gab als Everett P. Osgood die herrliche Persiflage einer Charity-Lady. Wie es sich für ein First-Class-Hotel gehört waren in der Pause Merle Völkle und Florian Keller als Süßigkeitenverkäufer unterwegs. Lang anhaltender Beifall dankte den Akteuren für einen unterhaltsamen Abend.
Zum Gelingen des Abends trugen auch Anna Zemsch (Souffleuse), Klaus Schroff und Frank Ruhl (Licht- und Tontechnik) und Peter Reising (Musiktechnik) bei. Das Bühnenbild hatte Martin Kage aufgebaut, für die Maske sorgte Patricia Keller und musikalisch beraten wurde "Chamäleon" durch Isabella und Jacqueline Vollmershausen sowie Christian Backof von der Musikschule Waldbronn.
"Der süßeste Wahnsinn" geht im Kulturtreff Waldbronn noch viermal über die Bühne: an den Samstagen 13. und 20. November um 19:30 Uhr und an den Sonntagen 14. und 21. November um 18 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf der VHS Waldbronn, Stuttgarter Str. 25a, Tel. 07243-69091.

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