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16.10.2010 125 Jahre Constantia Etzenrot

Constantia Etzenrot ehrte Mitglieder
MdL Werner Raab hielt Festansprache zum 125-jährigen Jubiläum

Eingeleitet wurde der Ehrungsabend durch den Männer- und den Gemischten Chor des Patenvereins "Concordia" Reichenbach

Vor 125 Jahren wurde in Etzenrot der Gesangverein "Constantia" aus der Taufe gehoben. Bei einem Ehrenabend wurden jetzt langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Die Festansprache hielt MdL Werner Raab. Etzenrots Vorsitzender Gebhard Ziegler wurde mit der Landesehrennadel ausgezeichnet.
Aktiv unterstützt wurde die Gründung vor 125 Jahren durch den damaligen Reichenbacher Pfarrer Josef Kunz. 18 Etzenroter waren die Gründungsmitglieder, die Xaver Merz zum ersten Vorstand wählten, der dieses Amt bis zu seinem Tod 1897 inne hatte. Der Erste Weltkrieg unterbrach eine mehr als positive Entwicklung. Elf Mitglieder, unter ihnen auch Vorstand Georg Kiecherer, kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück. Im Februar 1919 wurde mit der Generalversammlung der Verein neu belebt und August Anderer zum Vorsitzenden gewählt.
Erfolgreich war in den Jahren bis 1931 der Verein unter seinem Dirigenten Heinrich Scholl bei zahlreichen Sängerwettstreiten in der Region. 1933 ereilten die politischen Verhältnisse auch den Verein. Drei Verwaltungsmitglieder, die laut Protokollbuch "jahrelang ihre Pflicht dem Verein gegenüber treu erfüllt haben", mussten auf Forderung der Kreisleitung der NSDAP aus der Verwaltung ausscheiden und wurden durch Parteimitglieder ersetzt.

Eine weitere Zäsur bedeutete der Zweite Weltkrieg, in dem 12 Mitglieder des Vereins ihr Leben ließen. Es fanden zwar noch Versammlungen, Singstunden und Familienabende statt, doch stand die Vereinsarbeit zunehmend "im Zeichen des großen Krieges". Jeder Jahresbericht enthält die Namen gefallener Mitglieder und Singstunden konnten gegen Ende "nur im Notfalle" abgehalten werden.
Bereits am 18. Januar 1946 fand im Gasthaus "Strauß" wieder eine Hauptversammlung statt mit dem Tagesordnungspunkt "Neuaufbau des Vereins", die von 25 Mitgliedern besucht war. Es folgten nun Jahre der stetigen Aufwärtsentwicklung. Ende der 60er Jahre fand die Umstellung des reinen Männerchores auf einen gemischten Chor statt.
Ein absoluter Höhepunkt war 1985 die Feier des 100-jährigen Jubiläums mit einem großen, viertägigen Fest. Von 1977 bis 1982 führte Gebhard Ziegler den Verein, der sich später um den Fortbestand verdient machte. Seiner Initiative ist es auch zu danken, dass der Verein jetzt sein Jubiläum feiern kann. Denn seit einigen Jahren hält Ziegler zwar das Vereinsleben noch aufrecht, es ist ihm aber nicht gelungen, einen Chor mit genügend Sängerinnen und Sängern ins Leben zu rufen.
Beim Ehrenabend zum 125-jährigen Jubiläum begrüßte Gebhard Ziegler im voll besetzten Saal des Gesellschaftshauses neben MdL Werner Raab Bürgermeisterstellvertreter Prof. Dr. Kristian Kroschel, die Ehrenbürger Martin Altenbach und Helmut Völkle sowie Norbert Schöpe als Vertreter der Sängerbewegung. Musikalisch wurde der Abend gestaltet vom Patenverein "Concordia" Reichenbach mit Männer- und gemischten Chor unter der Leitung von Joachim Langnickel, dem Männerchor des Gesangvereins "Freundschaft" Busenbach unter Matthias Hammerschmidt und dem Chor des Männergesangvereins "Sängerkranz" Spinnerei unter Wolfgang Becker.

MdL Werner Raab

Werner Raab hob in seiner Ansprache hervor, dass alle aus dem Vereinsnamen "Constantia" –Standhaftigkeit, Beständigkeit- heraus handelten. Wer so handle, wolle eigentlich weiter machen, wenn dies auch nicht so einfach sei. "Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Erhalten der Glut", meinte Raab und fragte in den Saal: "Ist noch Glut in Etzenrot?" Die Liebe zur Kultur sei der Schlüssel zum Weitermachen.
Raab erwähnte dabei das Projekt "Singen-Sprechen-Bewegen", das Ministerpräsident Stefan Mappus in seiner Regierungserklärung initiierte. An zunächst 1:000 Standorten im Land werde ein ganzheitlich-musikalisches Bildungsangebot für Kinder vom 2. Kindergartenjahr bis zum Ende der Grundschulzeit aufgebaut. Waldbronn, konnte der Abgeordnete mitteilen, sei in der ersten Tranche mit Musikschule und Kindergarten St. Elisabeth bei der Förderung berücksichtigt.
Singen fördere das sozialer Verhalten und die Intelligenz, wie Hirnforscher herausgefunden hätten. Chorgesang sei heute keine Männerdomäne mehr, die Frauen haben eine Ausweitung des Repertoires ebenso ermöglicht, wie die Jugendchöre mit internationalem Liedgut. Dort sei gut gesät. Er appellierte an alle, mitzuhelfen, dass die "Constantia" ihrem Namen gerecht werden könne und nach vielen Tiefpunkten in ihrer Geschichte auch die jetzige Krise überwinden könne.
Für die Sängergruppe Albtal und den Sängerkreis Karlsruhe gratulierte Norbert Schöpe. Singen sei "die Sprache des Herzens" und ein gemeinsam gesungenes Chorlied könne echte Lebenshilfe bedeuten. Der Abend gebe Hoffnung, dass die "Constantia" wieder zum Singen zurückfinde. Für die Etzenroter Vereine gratulierte Jürgen Götz der "Constantia" als ältestem Etzenroter Verein, der die Vereinskultur im kleinsten Waldbronner Ortsteil begründete.

Die Landesehrennadel für Gebhard Ziegler (re.) verlieh im Auftrag von Ministerpräsident Stefan Mappus Waldbronns Bürgermeisterstellvertreter Prof. Dr. Kristian Kroschel

Bürgermeisterstellvertreter Kristian Kroschel überbrachte die von Ministerpräsident Stefan Mappus verliehene Landesehrennadel an Gebhard Ziegler, einem "Urgestein der Constantia". Er engagiere sich seit Jahrzehnten vor allem in schwierigen Zeiten für den Gesangverein. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Etzenroter Vereine habe er für die Sanierung der Wiesenfesthalle durch die Etzenroter Vereine gesorgt. Kultur müsse in der Gemeinde erhalten werden durch Personen und Vereine, die sich engagiert einsetzten und so die Gemeinde entlasteten. Die Landesehrennadel für Gebhard Ziegler sei auch eine Auszeichnung für alle, die ihn unterstützten.

Geehrt wurden beim Jubiläumsabend des Gesangvereins "Constantia" Etzenrot insgesamt 49 Mitglieder, 28 davon wurden Ehrenmitglieder

Insgesamt 49 Mitglieder konnten für langjährige Mitgliedschaft geehrt werden. Urkunden erhielten für 25 Jahre: Annette Waible, Jürgen Götz, Ulrich Ochs, Dieter Rimmelspacher, Markus Schatzl und Winfried Schneider. 40 Jahre sind bei der Constantia und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Gertrud Egenter, Anita Hatz, Berta Kikum, Heide Lumpp, Christine Reiser, Ella Schwab, Judith Vogel, Ludwig Anderer, Rudi Anderer, Helmut Becker, Fritz Elbing, Josef Graf, Bernhard Heinzler, Siegfried Krämer, Erhard Krämer, Bruno Müller, Helmut Rupp, Norbert Schäfer, Karl Schorpp, Willi Süß, Friedhelm Stich, Paul Tisch, Franz Tutsch, Karl Vogel, Egon Weber, Johann Weber und Helmut Ziegler.
Für 50 Jahre wurden geehrt:_ Egon Axtmann, Alfons Becker, Kurt Hucker, Manfred Kreutz und Josef Reiser. 60 Jahre sind in der Constantia: Franz Anderer, Friedhelm Dahlinger, Anton Heller, Otto Müller, Hans Moos, Bruno Reiser, Helmut Schäfer, Erhard Schück und Hans Schwab. Die Urkunde für 70-jährige Zugehörigkeit erhielt August Müller.

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