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27.08.2010 Schwarzmeer-Kosaken mit Peter Orloff

Ovationen für Peter Orloff
und die Schwarzmeer-Kosaken

In der fast ausverkauften Busenbacher Pfarrkirche St. Katharina gaben Peter Orloff und seine Schwarzmeer-Kosaken ein umjubeltes, mehr als zweistündiges Konzert

 

Lautstarker Beifall, Bravo-Rufe und stehende Ovationen zum Schluss: So feierten zu Recht die Zuhörer in der fast ausverkauften Busenbacher Pfarrkirche Peter Orloff und seinen Schwarzmeer-Kosaken-Chor. Das Konzert fand im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Kleintierzuchtvereins Busenbach statt. Statt eines aufwändigen Festbanketts habe man dieses Konzert geplant, sagte Paul Deger, beim Kleintierzuchtverein für die Jubiläumsveranstaltungen zuständig, zu Beginn und begrüßte danach Peter Orloff und seine Sänger auf Russisch. Vom Erlös der Festtage gehen zudem 500 Euro an die Pfarrgemeinde Busenbach zur Unterstützung sozialer Einrichtungen.

Stefan Arininsky bei einem seiner beeindruckenden Soli

Auf ein großes musikalisches Erlebnis stimmte gleich zu Beginn der Akkordeonist Wladimir ein, der sein Instrument virtuos und ohne technische Unterstützung wie eine Orgel erklingen ließ und später im zweiten Teil des Konzerts den Chor auch begleitete, der an diesem Abend von Nasko Kirtscheff geleitet wurde. Dabei waren die elf Sänger ein perfektes, stimmgewaltiges Ensemble, aus dem aber jeder Einzelne auch solistisch wirkungsvoll hervortreten konnte. Verblüffend war die Perfektion, mit der die Schwarzmeer-Kosaken die Lieder ihrer russischen Heimat präsentierten, und doch hatte man als Zuhörer nie das Gefühl, hier wird ein Programm nur mit Routine abgewickelt. Die Begeisterung der Sänger für die russische Musik und vor allem für die Kirchenlieder war glaubhaft und sprang schnell auf die Zuhörer über.
Der erste Teil war sakralen Werken gewidmet. Hier erklangen neben bekannten Werken wie "Gelobet seist Du, Herr" von Tschaikowsky oder dem auch bei uns viel gehörten "Ich bete an die Macht der Liebe" von Bortnjanskij mit Georgi Serbezow als Solisten auch ein "Vater unser" in der Fassung von Rimsky-Korssakow, das Ivo Donkov mit ausdrucksstarkem Tenor interpretierte. Höhepunkte in diesem Teil waren aber auch die bei uns eher unbekannteren Werke, wie das "Klostermorgengebet" aus dem 14. Jahrhundert, das die Kosaken in seinem ruhigen Fluss geradezu andachtsvoll darboten. Nicht fehlen durfte auch die "Zarenhymne" von Alexej Lwow, bei der die Schwarzmeer-Kosaken, begleitet vom Akkordeon, mit stimmlicher Wucht überzeugten und so das alte Russland auferstehen ließen. Als Referenz an die Zuhörer hatten die Schwarzmeer-Kosaken auch das "Ave Maria" von Franz Schubert im Programm, bei dem Georgi Serbezow dynamisch vom feinsten Piano bis zum strahlenden Forte mit seinem Tenor überzeugte. Bereits nach diesem Teil bedankten sich Peter Orloff und seine Schwarzmeer-Kosaken mit Zugaben für den Applaus.

Peter Orloff (5.v.re.) und die Schwarzmeer-Kosaken


Russische Volksweisen prägten den zweiten Teil des über zweistündigen Programms. Hier waren die Schwarzmeer-Kosaken hervorragende Botschafter der russischen Volksmusik, bei der schwermütige und oft auch temperamentvolle Weisen oft dicht beieinander liegen. Gerade hier zeigte sich, dass das Ensemble der Star ist, aus dem immer wieder Einzelne als hervorragende Solisten hervortreten. So Stefan Arininski, der mit seinem gewaltigen Bass das Kirchenschiff mühelos füllte und die "Legende von den 12 Räubern" vor den Summtönen der Tenöre sang und dem ebenso eindrucksvoll, gemeinsam mit Peter Orloff, die Ballade vom Kosakenhauptmann "Stenka Rasin" gelang. Beeindruckend auch "Eintönig klingt das Glöckchen", bei dem der Tenor Oleg Kulyeshov vor den Summtönen des Chors vom Forte bis zum, beseelten Piano die extremen Höhen dieses Lieds meisterte. Bei uns auch bekannt ist das georgische Volkslied "Suliko", das ebenfalls Oleg Kulyeshov stimmungsvoll vor dem Hintergrund des Chors sang. Weitere herausragende Solisten aus den Reihen des Chors waren der Bariton Vitali Schukow Alekseenko und der schwarze Bass Lacecar Peeff.
Mit einer ganzen Reihe von Zugaben, darunter auch das bekannte "Kalinka", bedankten sich Peter Orloff und seine Schwarzmeer-Kosaken großzügig für den jubelnden Applaus. Den Schlusspunkt setzte das gemeinsam mit den Zuhörern gesungene "Guten Abend, gute Nacht". Zustimmender Beifall brandete auf, als Paul Deger zum Schluss auf eine Wiederbegegnung mit den sympathischen Künstlern in Waldbronn hoffte.

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