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13.11.2008 Anke Rehfeld in Honduras

Trotz Schicksalsschlägen Lebensfreude nicht verloren

Anke Rehfeld mit Kindern aus dem Kinderheim Rosa Maria in Honduras


Die Waldbronnerin Anke Rehfeld arbeitete drei Monate im Kinderhaus Rosa Maria in Honduras mit. Sie schrieb über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen:
"Das Kinderhaus Rosa Maria Honduras e. V. wurde im Jahr 1990 von der Karlsruherin Rosemarie Blattner gegründet, um ausgesetzten, elternlosen und misshandelten Mädchen eine Heimat und durch Bildung eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben. Erika B. Anderer, stellvertretende Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Casa Niños Rosamaria, eröffnete mir die Möglichkeit im Kinderhaus in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, mit zu arbeiten und Einblicke in die Arbeit vor Ort zu gewinnen, sowie als Ehrenamtliche aktiv das Projekt mit zu gestalten. Der Schwerpunkt lag dabei auf der direkten Arbeit mit den Kindern selbst.
Honduras zählt noch immer zu einem der ärmsten Länder Mittelamerikas. Alleingelassene Mütter, weder in der Lage sich selbst noch ihre Kinder zu ernähren, sind gezwungen, diese ihrem eigenen Schicksal zu überlassen. Schon die Allerkleinsten leben auf der Straße, wo sie zwischen Abfallhaufen nach Nahrung wühlen oder sich mit kleinen Diebstählen über Wasser halten. Insbesondere junge Mädchen drohen beim täglichen Kampf ums Überleben auf der Strecke zu bleiben oder in die Prostitution abzurutschen. An dieser Stelle setzt die Arbeit des Kinderhauses Rosa Maria ein. Neben einer sicheren Unterkunft und ausgewogenen Mahlzeiten erhalten die Kinder eine umfassende Erziehung und Schulbildung, neuerdings sogar in einer eigens gegründeten Schule für die Klassen 1 - 5. Um Qualität und Bildungsangebot – konkret ist der Ausbau einer 6. Klasse geplant – weiter verbessern zu können, werden finanzielle Mittel dringend benötigt.

Die Erfolge des Projekts sind überwältigend: Zahlreichen Kindern konnte in den vergangenen 18 Jahren durch die Vermittlung von Wärme, Geborgenheit und ethischen Werten die Grundlage für ein späteres selbstständiges Leben mit auf den Weg gegeben werden. All dies wäre ohne Spendengelder nie möglich gewesen. Da der honduranische Staat selbst keine Mittel zur Verfügung stellt, sind die Kinder auch weiterhin dringend auf jede Unterstützung angewiesen. Mit den Geldern können nur die nötigsten Bedürfnisse wie Nahrungs- und Hygienemittel gedeckt sowie Schulmaterial angeschafft werden. Aus diesem Grund sind die Kinder auch äußerst dankbar über die zusätzliche Betreuung und Mitarbeit deutscher Freiwilliger, die den Mädchen Aufmerksamkeit schenken und dafür sorgen, dass sie, wie unsere Kinder in Deutschland, neben der Schule eine aktive Freizeitgestaltung erfahren.
Bildung und soziale Integration sind die Schlüssel für ein besseres Leben, und auf diese zwei Punkte wollte auch ich meine Arbeit im Heim konzentrieren. In der Praxis sah das so aus, dass ich den wöchentlichen Deutschunterricht in der Schule unterstützt, den Kindern bei der Erledigung der Hausaufgaben geholfen und abends zusätzlich Englisch unterrichtet habe.
Auch wenn dabei einige Hindernisse zu überwinden und viel Geduld erforderlich waren, habe ich die Arbeit sehr genossen. Kleine Erfolgserlebnisse zählten dabei genau so viel wie die Dankbarkeit, die mir von Seiten der Kinder entgegengebracht wurde. Auch lag es mir am Herzen, den Kindern durch kleine Ausflüge am Wochenende eine Freude zu bereiten und ihnen dabei Einblicke in das Leben jenseits des Heims und der Schule zu geben. Zu den Höhepunkten gehörte ein Kino- und Museumsbesuch, eine Fahrt zum Nationalpark sowie das abschließende Pizza Essen. Für die Kinder einmalige Erlebnisse, die ihnen immer im Gedächtnis bleiben.
Für mich bleibt die Zeit im Hogar (Heim) unvergessen, nicht zuletzt wegen der Kinder, deren Alltag und Lebensumstände ich während dieser Zeit in vielen Details geteilt habe. Fließend Warmwasser oder gut ausgebaute Strassen – in Deutschland eine Selbstverständlichkeit – sind in Honduras mehrheitlich nicht vorhanden oder gelten als Luxus. Erst der Verzicht auf diese „Selbstverständlichkeiten“ öffnet einem die Augen für den enormen Wohlstand den wir in unserem Land genießen, während weltweit Mangel herrscht. Die intensivste Erfahrung war jedoch der Kontakt mit den Kindern selbst, deren positive und fröhliche Art einen starken Eindruck bei mir hinterlassen haben. Trotz mancher fast unvorstellbarer Schicksalsschläge, die viele schon erfahren mussten, haben sie aufgrund der Hoffnung, die ihnen im Heim vermittelt wird, die Lebensfreude nicht verloren.
Wenn auch Sie helfen wollen verwenden Sie bitte die Bankverbindung: Volksbank Durlach eG. Konto Nr. 70043009, BLZ 66190100. Weitere Informationen erhalten Sie gerne von Erika Anderer 07243/61864 oder von mir 07243/65861. Ich konnte mich davon überzeugen, dass jeder gespendete Cent ausschließlich zum Wohl der Kinder ausgegeben wird."

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