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06.08.2010 Bundesverdienstkreuze verliehen

"Ein außerordentlicher Tag für Waldbronn"

Freude herrschte über die verdienten Ehrungen: (v.li.) Bürgermeister Franz Masino, Ehrenbürger Helmut Völkle, Hildegard Betsche, Klaus Prochazka und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel


"Wahrlich ein außerordentlicher Tag für Waldbronn", sagte Bürgermeister Franz Masino bei der Verleihung von zwei Bundesverdienstkreuzen am Band an Klaus Prochazka und Helmut Völkle, Hildegard Betsche wurde mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik ausgezeichnet. Alle Ehrungen stammen noch aus der Zeit von Bundespräsident Horst Köhler. Umrahmt wurde der Festakt durch das Gitarrenduo Armin Bitterwolf und Stefan Rupp, beide von der Musikschule Waldbronn.
Außer den Geehrten konnte Waldbronns Bürgermeister auch zahlreiche Ehrengäste im vollbesetzten Saal des Kulturtreffs begrüßen. Sein Gruß galt Ehrenbürger Martin Altenbach, dem Landtagsabgeordneten Werner Raab, Ettlingens ehemaligem Oberbürgermeister Josef Offele, Bürgermeister Rudi Knodel aus Karlsbad sowie den Waldbronner Bürgermeisterstellvertretern Erika Anderer und Prof. Dr. Kristian Kroschel. Gleich dreifach werde eine Ehrung verliehen, wie sie nicht vielen Bürgern in Deutschland zuteil werde.
Die Verleihung nahm im Auftrag von Ministerpräsident Stefan Mappus Karlsruhes Landrat Christoph Schnaudigel vor. "Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat", leitete der Landrat seine Laudatio mit einem Wort Konrad Adenauers ein und lenkte dann den Blick auf die Verdienste der Geehrten, die für das Gemeinwohl von großer Bedeutung seien. Mit solchen Ehrungen honoriere die Bundesrepublik "politische, wirtschaftliche, soziale und geistige Leistungen". Ohne Freiwillige wäre vieles nicht möglich, denn ein demokratisches Gemeinwesen funktioniere nur, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für sich und andere übernehmen. Die Auszeichnung dreier Bürger aus Waldbronn zeuge davon, wie vital und lebenswert diese Gemeinde sei.

Ihr Traum war ein neues Hospiz, dazu sammelte Hildegard Betsche Unterstützer aus ihrer Familie und darüber hinaus um sich

Hildegard Betsche, sie erhielt die Bundesverdienstmedaille, habe sich neben ihrem Beruf als Krankenschwester vor allem in der Kirchengemeinde St. Wendelin als Pfarrgemeinderätin habe sie sich über zehn Jahr engagiert. Sie begründete "Die Flohmärktler von St. Wendelin", aus denen sich in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Sozialamt eine umfassende Unterstützung bedürftiger Menschen entwickelte. Erlöse flossen regionalen Projekten ebenso zu wie internationalen Hilfsprojekten. In den letzten Jahren habe sie sich besonders um die Hospizidee gekümmert. Zugunsten des Hospizvereins gelang es ihr, den Schauspieler Klaus Maria Brandauer für drei Abende, zwei davon in Waldbronn, zu gewinnen, der ohne Honorar Lesungen durchführte. "Sie können gewiss sein, dass Sie Grundsteine gelegt haben, auf denen andere aufbauen und Ihre Arbeit fortführen können", sagte der Landrat.
Klaus Prochazka kam über mehrere Stationen von Hamburg nach Waldbronn. Sein besonderes Werk bestehe im Auf- und Ausbau eines deutschen Förderkreises zur Unterstützung der "Kongregation Sisters of Mary of Banneux". Die Schwesternschaft, gegründet von dem amerikanischen Priester Aloysius Schwartz, sorge weltweit für Schul- und Berufsausbildung, medizinische Versorgung und Unterbringung von Kindern und Jugendlichen aus den Elendsvierteln vieler Städte in Entwicklungsländern.
Aus der ursprünglich rein geschäftlichen Beziehung zur Spendenwerbung zwischen Prochazka und Schwartz habe sich eine tiefe Freundschaft entwickelt. Klaus Prochazka habe inzwischen auch die Leitung und Organisation des Hilfswerks übernommen. Er habe Schwartz auf mehreren Reisen begleitet und darüber auch in seinem Buch "Gegen den Strom" berichtet. Der 1974 gegründete Förderkreis, er hat seinen Sitz in Ettlingen und trägt das Prüfsiegel als "empfehlenswert anerkanntes Hilfswerk" des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, habe die Armenfürsorge der Schwesternschaft in Vorbildlicher Weise in Deutschland vorgestellt. Die schier unglaubliche Summe von mehr als 400 Millionen Euro habe der Verein in dieser Zeit für die Arbeit der Kongregation gesammelt.
Helmut Völkle sei kein Unbekannter in Waldbronn. Seine Passion galt neben seiner beruflichen Tätigkeit der Kommunalpolitik. Als Gemeinderat von 1975 bis 2009 und mehrere Jahre als Fraktionsvorsitzender der CDU habe Völkle maßgeblichen Anteil an allen Entscheidungen gehabt, die das Bild Waldbronns als aufstrebenden Kurort und attraktive Wohngemeinde prägten. Als stellvertretender Bürgermeister habe er zudem während mehrerer Interimszeiten die Geschicke der Gemeinde verantwortlich gelenkt. Zudem gehörte Völkle von 1989 bis 2009 auch dem Kreistag an. Die Gemeinde habe ihm aufgrund seiner Verdienste 2009 das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Eine Konstante sei Völkle auch im örtlichen Vereinsleben. Vorsitzender des Gesangvereins "Concordia" Reichenbach, Gründung der Arbeitsgemeinschaft Reichenbacher Vereine, Mitarbeit und zwischenzeitlich Vorsitzender des Heimatstubenvereins, Gründung und Vorsitzender der Rheuma-Liga und Sorge um den Ausbau der Partnerschaft mit Monmouth waren markante Eckpunkte vom Wirken Helmut Völkles. "Sie sind als Mensch bekannt und respektiert, der gerne hilft und Dinge beherzt anpackt. Dieses Engagement hat die Gemeinde geprägt", schloss Christoph Schnaudigel.
Grußworte sprachen anschließend MdL Werner Raab. Pflichterfüllung und Liebe zu den Menschen führten zum ehrenamtlichen Engagement. Hildegard Betsche habe in vielen Menschen angeregt, sich um etwas zu kümmern. Der Hospizbereich sei zudem ein besonderes Ehrenamt. Helmut Völkle, der "Grandseigneur der Waldbronner Kommunalpolitik" stand für Kontinuität in der Gemeinde. Strittige Themen habe er immer so ausgefochten, dass, man anschließend weiter miteinander reden konnte. Klaus Prochazka wünschte der Abgeordnete, dass die Ehrung ein Höhepunkt sei, die Arbeit für die Schwesternschaft aber erfolgreich weitergehe.
Klaus Kaiser gratulierte für den Lions-Club, dem Helmut Völkle seit vielen Jahren Impulse verleihe. Hildegard Betsche habe für den Hospizverein einiges bewirkt. "Dass das Hospiz Arista in Ettlingen auf gesunden wirtschaftlichen Füßen steht, daran waren Sie nicht ganz unschuldig", sagte Kaiser. Johann Schlotterer sprach Glückwünsche für die Rheuma-Liga aus.
Nach den Dankesworten der Geehrten stellte Waldbronns Bürgermeister Franz Masino fest: "Waldbronn lebt durch das Ehrenamt!" Das habe sich bei allen drei Geehrten deutlich gezeigt.

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