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29.05.2010 MSC Reichenbach: Moto Italia

Neunfacher Weltmeister bei Moto Italia

Viel zu entdecken gab es auch für einen neunfachen Motorradweltmeister wie Carlo Ubbiali im Fahrzeugmuseum Marxzell


Zum zehnten Mal fand in diesem Jahr die "Moto Italia" des MSC Reichenbach in der Etzenroter Wiesenfesthalle statt. Sie war einmal geprägt vom MV Agusta-Treffen, aber auch vom Abschiedsschmerz, ist dies doch "definitiv" die letzte Veranstaltung dieser Art, wie Organisator Arnold Dreher vom MSC Reichenbach sagte. Dabei war in diesem Jahr der Zuspruch der Motorradfans, und darunter dem Motto entsprechend der Fans italienischer Maschinen, so groß wie noch nie in den Vorjahren.

Carlo Ubbiali interessierte sich für viele der Au8sstellungsstücke im Marxzeller Fahrzeugmuseum

Dazu war es Arnold Dreher dank seiner Mitgliedschaft im MV Agusta-Club gelungen, mit Carlo Ubbiali einen besonderen "Stargast" nach Waldbronn zu locken. In der Saison 1951 gewann Ubbiali auf Mondial in der 125-ccm-Klasse seine erste Weltmeisterschaft. Nachdem er im Jahr darauf seine WM-Krone an den Briten Cecil Sandford verlor, wechselte er zu MV Agusta.
In den folgenden Jahren wurde der Italiener zur Legende im Motorradsport, er gewann bis zum Jahr 1960 insgesamt fünf 125-ccm-Weltmeisterschaften und vier Titel in der 250-ccm-Klasse. In den Jahren 1956, 1959 und 1960 konnte er sogar jeweils die WM-Titel in der 125-ccm-Klasse und der 250-ccm-Klasse in einer Saison gewinnen. Carlo Ubbiali machte in seiner gesamten Karriere kaum Fehler und hatte in zwölf Jahren in der Weltmeisterschaft keinen einzigen schweren Sturz.
Angesprochen auf die damalige Zeit schwärmt Ubbiali noch heute von den packenden Zweikämpfen, die er sich mit dem Österreicher Rupert Hollaus –"ein sehr guter Fahrer"- und dem Deutschen Werner Haas lieferte. Beide fuhren NSU. "Das waren sehr gute Maschinen, professionell gebaut", lobt der inzwischen 81 Jahre alte neunfache Weltmeister noch heute. Er fuhr in einem Begleitfahrzeug die Ausfahrt durch den Schwarzwald mit und war von den Exponaten im Fahrzeugmuseum sichtlich begeistert. Vor der Wiesenfesthalle hatte der MSC ein MV Agusta-Zelt aufgebaut, in dem dann Carlo Ubbiali bereitwillig Autogramme schrieb und sich sichtlich darüber freute, dass er nach so vielen Jahren auch in Deutschland noch so vielen Menschen bekannt ist.

Im Zeichen der roten MV Agustas stand die 10. Moto Italia des MSC Reichenbach in der Etzenroter Wiesenfesthalle

Trotz der Resonanz, "so groß wie in keinem der vorhergehenden Jahre", will Arnold Dreher Schluss machen. Der verhältnismäßig keine MSC Reichenbach brauche, um diese Veranstaltung über die Bühne zu bringen, rund 100 freiwillige Helfer. Und die seien immer schwerer zu bekommen. Deshalb war die 10. Moto Italia mit Sicherheit die letzte, wie Arnold Dreher betont. Ganz allerdings werde man sich von den Motorrädern nicht verabschieden. Angedacht ist, ab dem kommenden einen eintägigen Bikertreff beim Vereinsheim des MSC zu organisieren.

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